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Würfeln gegen B293

Bürgerinitiative setzt Protest gegen Umgehung fort

Gegen die Ausbaupläne der B293 im südlichen Jöhlinger Attental hat sich zu Beginn des Jahres 2018 die „Bürgerinitiative pro Jöhlingen e.V.“ gebildet. Seither hat sie sich als sehr rührig erwiesen, hat für eine Landtagspetition über 3000 Unterschriften gesammelt. Während Landrat Christoph Schnaudigel

(„Ich bin so schnell nicht für neuen Straßenbau“) erst jüngst bei der Vereidigung von Timur Özcan für den Bau der Umgehung plädierte, führt die BI ihre Kampf weiter. Am Freitag war sie gleich an drei Stellen in Jöhlingen präsent. Vorsitzende Sybilla Nordwig-Krauss (am Eselsohr), Franziska Stieglitz (Bücherecke), Michael Zoller und Katrin Schmid (Obst- und Gemüse-Schäfer) hatten fast einen Kubikmeter messende Kartons aufgebaut. Darauf prangten auf jeweils fünf Seiten die plakativen Forderungen der BI: „Heute Natur – morgen Hauptverkehrsachse“ beispielsweise oder: „Alle reden von Aufforstung – nur n Walzbachtal soll 1,1 Hektar Wald gerodet werden“. Zu der Aktion hat die BI eine Presseerklärung herausgegeben. Sie geht so:

Hinkt Walzbachtal der Verkehrswende und damit auch den Klimazielen hinterher?

Am Welt-Klima-Tag der „Friday for Future“-Bewegung haben Mitglieder der „Bürgerinitiative pro Jöhlingen e.V.“ diese Frage unter dem Motto „Die Würfel sind noch nicht gefallen“ mit interessierten Bürgern diskutiert. Entlang der Jöhlinger Straße wurden auf großen Textwürfeln plakativ Fakten, Fragen und Anregungen zur geplanten Ortsumgehung der B293 dargestellt. Hierbei wurde auch der negative Einfluss der Trassenführung auf die natürlichen Ressourcen und das lokale Kleinklima hervorgehoben.

Um die Klimaziele in Deutschland zu erreichen müssen unbequeme Wahrheiten ausgesprochen werden. Neue Straßen dürfen nicht mehr gebaut werden, wenn das CO2-Ziel im Verkehrsbereich, der einen Anteil von 15,2 % an den CO2-Emissionen hat, noch bis 2030 erreicht werden soll. Eine Mobilitätswende, weg vom Individualverkehr ist dabei ein Teil dieser Wahrheit. Bekenntnisse der Bundes- und Landesregierung in BaWü zu mehr Klimaschutz müssen endlich auch in konkretem Handeln im Bundesverkehrswegeplan ihren Niederschlag finden.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat den Kommunen beim Klimaschutz eine Schlüsselrolle zugeordnet. Parlamente können die Energiewende, Mobilitätswende, nachhaltiges Bauen und Wohnen anschieben, umgesetzt werden könne dies nur vor Ort in den Regionen und Kommunen.

Schwerlastverkehr von der Autobahn über das Angebot von Ausweichtrassen in den ländlichen Raum zu verlagern, wie mit der OU B 293 in Jöhlingen vorgegeben, stellt keinen Beitrag zu einer verantwortlichen Verkehrspolitik dar und leitet nicht die aus Klimagründen notwendige Wende in der Verkehrsmobilität ein. Gütertransitverkehr konsequent auf die Schiene zu verlagern und LKW-Durchgangsverkehr in Kommunen zu unterbinden, muss die Devise einer intelligenten und nachhaltigen Verkehrspolitik zum Wohle der Bürger sein – auch in Walzbachtal!

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Kommentare (14)

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    Elfi

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    Als Antwort auf: Würfeln gegen B293
    Walzbachtal interessiert sich doch nicht für Klimaziele, Umweltschutz und Waldsterben. Hier baut man lieber neue Straßen obwohl mittlerweile jeder weiß, dass der Verkehrssektor wesentlich zum CO2-Ausstoß beiträgt und genau hier angesetzt werden muss um die Klimaziel zu erreichen.

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      Aha

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      Als Antwort auf: Würfeln gegen B293 Als Antwort auf: Elfi
      Durch den Umbau der B293, v.a. der in Berghausen, wird vstl. der Verkehrsfluss erhöht, wodurh tausende Autos nicht jeden werktag an den Nahtstellen im Stau stehen: damit wird auch CO2 vermieden!

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      Harald Kann

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      Mal eine ganz dumme Frage: Auf welchen Straßen fahren dann in Zukunft die vielen zusätzliche E-Autos? Wer ein E-Auto hat benutze es auch. Man hat ja dann ein reines Gewissen und fährt dann erst recht damit rum. Der Individualverkehr nimmt sicher nicht ab. Nicht bei den aktuellen politischen Rahmenbedingungen.

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    Radfahrer

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    Besser ausgebaute Straßen ziehen immer mehr Verkehr an. Das hat die Vergangenheit mehr als zu genüge gezeigt. Sicherlich werden auch mehr Jöhlinger, wenn Sie nach KA wollen dann über Weingarten fahren (Strecke über Berghausen wird ja deutlich länger). Die Weingartener freuen sich sicherlich schon. Man sollte dringenst den Nahverkehr fördern -> Takt ändern – zweites Gleis, Einzelkarten günstiger, Feierabend (18 Uhr) Ticket. Wenn ich mal die StraBA nach Ka nutze fahre ich mit dem Auto nach Berghausen/Grötzingen, für 2 Personen 4 Zonen Karte hin u. zurück ist mir einfach zu teuer.

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    Michael

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    im Pfinztal gelten die 3 Zonen sogar bis Remchingen, was weiter ist als Walzbachtal. Angeblich liegt das aber daran, dass die Gemeinde Pfinztal mehr bezahlt. Sicherlich würden 3 Zonen viele dazu bringen mehr S-Bahn zu fahren.

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    Lars

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    Als Antwort auf: Walzbachtaler Kinder schwimmen nicht
    Als Antwort auf: Andrea
    ca. 15,60 € für eine Fahrt nach KA hin und zurück für 2 Erwachsene ( 4er Karte) ist an jeder normalen Realität vorbei. Zusätzlich dazu kommt dann noch die super tolle Zuverlässigkeit. Macht Spass, dann abends stundenlang auf eine Bahn zu warten. Abends mal Essen gehen in KA mit kind dabei und die Bahn zu nehmen ist beinahe schon unverantwortlich. Es müssen auch atraktive Alternativen geboten werden, damit man das Auto stehen lässt.

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    Aha II

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    Antwort auf Aha zu Würfeln gegen B293
    Gerade der Abschnitt in Berghausen wird planerisch und von der Bauphase her Jahre später umgesetzt. Was bringt dann eine OU Jöhlingen mit der Vorgabe durch den Rückbau der alten Trasse zum Jöhlinger Buckel, dass alle Ortsteile gezwungen werden, sich mit langen Staus aus dem Ort heraus zur neuen Auffahrt zur B293 zu bewegen, um dann letztlich doch wieder in Berghausen zu stehen. Die beiden OU der B293 (Jöhlingen/Berghausen) wurden bewusst in 2 Teilabschnitten zur Realisierung geplant, in der klaren Erkenntnis, dass es so schnell in Berghausen keine Lösung geben wird . Das Nutzen/Kostenverhältnis wurde für die Bewilligung aber dennoch gemeinsam für beide Abschnitte dargestellt und gerechnet. Eine bewusste Mogelpackung, die sicherlich nicht zu flüssigerem Verkehr beitragen wird.

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    Wössinger

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    Da geb ich Ihnen recht. Wollten letztens mit den Kindern in den Zoo mit der Bahn fahren aber 20€ waren uns doch etwas viel.

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    Elfi

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    Als Antwort auf: Würfeln gegen B293
    Viele Bürger in Jöhlingen bedauern die armen Anwohner der B293 und glauben die Umgehung sei die Rettung. Leider haben sich diese Bürger nie mit der Thematik und Problematik Ortsumgehung und was da tatsächlich gebaut wird befasst oder es einfach nicht verstanden. Diese Ortsumgehung wird nicht zur gewünschten Entlastung führen. Wenn man sich die Tafeln des Regierungspräsidiums genau angeschaut hat, konnte man doch deutlich erkennen, dass gerade die Bürger, die entlastet werden sollen nach dem Bau der Umgehung zum Teil noch viel stärker belastet werden. Wielandweg, Jahnstraße und auch Daubmann werden extrem belastet sein – nicht nur durch Lärm sondern auch durch ansteigende Luftschadstoffe. Aber das begreifen leider immer noch viele Bürger nicht. Was wir in Jöhlingen für Mensch und Natur brauchen, ist ein Durchfahrtsverbot für LKW, das auch durchgesetzt wird und keine neue Straße, auf der es dann keine Sperrung mehr für LKW ab 12 t gibt! Gerade diese Straße wird zu einem weiteren gravierenden Anstieg des LKW-Verkehrs führen!

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    Aha Il

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    Würfeln gegen die B293, Antwort Aha
    Fakt ist, dass die beiden Ortsumfahrungen als eigenständige Projekte, mit dem Recht auf unabhängige Realisierung zum Bundesverkehrswegeplan (BVWP) angemeldet wurden. Fragen Sie Herrn Axel Speer, Ref.44 im Regierungspräsidium Karlsruhe (TEL. 0721 926-3417), ob das RP die planerischen Mittel hat, beide Straßenbauvorhaben gleichzeitig zu planen und zu bauen. Selbst wenn gleichzeitig geplant würde, wäre immer noch nicht gleichzeitig gebaut.

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    Wössinger

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    Hab es schon einmal geschrieben: die sollen eine Umgehung für Berghausen Bauen und die paar Meter durch jöhlingen reisen es nicht raus. Berghausen ohne Stopp wäre gerade in der aktuellen CO2 Diskussion sinnvoll da weniger Schadstoffe unnötig ausgestoßen wird, weil der Verkehr steht.
    Zum ÖPNV: ich würde gerne Bahn fahren aber da ich zu Zeiten los muss, wo die Bahn es mir nicht ermöglicht pünktlich zu kommen und ich auch zu lange brauche fahre ich Auto.
    Ein Ausbau der Bahnlinie nach Karlsruhe um in Stoßzeiten eine engere Taktung zu ermöglichen finde ich gut. Schade finde ich dass die Eilzüge in die Stadt weg fallen. Aber jetzt kommt das highlight der Schnittlauch Partei: (als Regierung für den ÖPNV zuständig): früher wenn eine Großveranstaltung war, also Fußballspiel oder Peter und Paul usw. Sind Entlastungszüge und reguläre Züge verlängert worden. Aber dank der Regelung durch das Land kann der kvv nicht mehr reagieren oder er bleibt auf den Kosten sitzen.

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    Elfi

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    Als Antwort auf: Würfeln gegen B293
    Wo sind eigentlich die Grünen in Walzbachtal? Auf Bundes- und Landesebene gibt es klare und eindeutige Aussagen zu Klima und Verkehr. Und in Jöhlingen? Befürworten die Grünen hier den Bau einer Umgehung die den Schwerverkehr erst richtig in den ländlichen Bereich holt und gravierende Probleme schafft? Oder handeln sie einfach nur nach der letzen Vorgabe von Burgey „Einmal gefassten Beschlüssen müsse das Gremium (Gemeinderat) als Ganzes treu bleiben“… Was für ein Irrsinn! Wir brauchen ein Durchfahrtsverbot!!

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    Joseph

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    Als Antwort auf: Würfeln gegen B293
    War die CDU/CSU jemals christlich? Werden die (Walzbachtaler) Grünen jemals „grün“ sein? Man könnte verzweifeln als Wähler: Man möchte grün wählen aber grün ist nicht im Angebot.
    Kürzlich habe ich einen Aushang bei einem regionalen Ökostromanbieter gelesen:
    „Was wäre, wenn Bäume kostenloses WLAN ausstoßen würden? Jeder würde einem Baum pflanzen. Bäume produzieren aber leider nur die Luft, die wir atmen.“ Wie groß wäre der Protest in Jöhlingen, wenn im Landschaftsschutzgebiet „WLAN-Bäume“ der Bauwut der „Bodenversiegeler“ zum Opfer fallen würden?

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