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Wo ich geboren bin

Warum sich Menschen in und für die Heimat engagieren.

Globalisierung kennzeichnet die derzeitige Entwicklung auf dem Erdball. Dennoch besinnen sich viele Menschen gleichzeitig auf den konträren Begriff Heimat. Heimatvereine schießen wie Pilze aus dem Boden. Auch in der Region ist diese Tendenz zu beobachten. Ganz deutlich wird das bei Anton Machauer.

Der in Oberhausen Geborene entdeckte sein Interesse an der Heimat ausgerechnet als er sie verließ und in Jöhlingen ansässig wurde. „Ich kannte mich hier überhaupt nicht aus, wollte aber meinen Kindern die Antwort nicht schuldig bleiben, wenn sie mich etwas über die Gegend fragten“, sagt er. Hilfreich waren ihm in der Situation die Exkursionen des Heimatvereins Kraichgau immer wieder nutzbringende Informationen brachte. Sehr schnell habe er sich engagiert und sei im Beirat aktiv gewesen, habe schließlich auch die Position des zweiten Vorsitzenden übernommen. Noch heute ist er – selbst nach einem gesundheitlichen Rückschlag – immer noch verantwortlich für die Auswertung er Zeitungen, die heimatgeschichtliche Artikel aus der Region veröffentlichen.

Anton Machauer hat ein umfangreiches Archiv zu den Grenzsteinen in der Region aufgebaut, weiß auf den Zentimeter genau ihre Positionen.

Zum Spezialisten hat er sich bei den Grenzsteinen entwickelt und verband die Forschung mit der Familie. Mit den Kindern machte er sich sonntags immer wieder auf Tour um Grenzsteine freizulegen, was auch für die Kinder einen Riesenspaß bedeutet habe, erinnert er sich. So sei er in die Gesellschaft zur Erfassung und Erhaltung der Kleindenkmale in Baden-Württemberg hineingewachsen, sei auch deren Gründungsmitglied gewesen. Ebenso natürlich im Heimatverein Walzbachtal. Mitglied ist er auch im Weingartener Heimatverein. Heimat sei für ihn in allererster Linie der Ort, an dem er geboren wurde. Das habe sich weiterentwickelt zu dem Lebensmittelpunkt und dem Umfeld.

Genau so sehen das der jetzige und der ehemalige Vorsitzende des Walzbachtaler Heimatvereins. „Der Raum, wo ich geboren und aufgewachsen bin,“ bedeutet für Karl-Heinz Burgey Heimat. Dazu zählt er vor allem die Natur und selbstverständlich auch die hier wohnenden Menschen mit den örtlichen Traditionen und der Sprache. Der Begriff und das damit verbundene Gefühl sei für ihn persönlich sehr wichtig. Für das Wohlfühlen und Lebensqualität sei für ihn „zugehörig und heimisch fühlen“ von sehr großer Bedeutung. Dazu gehöre der Dialekt, Mentalität und Lebensart.

Karl-Heinz Burgeys Heimatliebe: Engagement für den Wössinger Mondspritzer

Das seien Werte, die immer auch Teil seiner beruflichen Tätigkeit nicht nur als Bürgermeister, sondern auch vorher schon als Mitglied des Gemeinderats und in verschiedenen Vereinen gewesen seien. Sein Engagement habe immer auch unter der Prämisse gestanden: “Was kann ich für „meine Heimat“ tun?

Den Heimatverein, dessen Vorsitz Burgey erst jüngst übernahm, sieht er als große Chance, Geschichte aufzuarbeiten und deren Bezug zur Gegenwart herzustellen. Die für den Ort wichtigen Entwicklungen aufzuzeigen bedeute auch Interesse zu wecken für die örtliche und regionale Geschichte.

„Wo meine Eltern gelebt haben, wo ich Fußball gespielt habe, wo ich am Wochenende tanzen war  und da wo ich Freude und Leid in meiner Familie und unserer Dorfgemeinschaft erlebt habe“, so definiert Wolfgang Eberle seinen Heimatbegriff. Als geborener Jöhlinger, der in Wössingen verheiratet ist, habe er sich über viele Jahre kommunalpolitisch engagiert als SPD-Vorsitzender, Gemeinderat, Kreisrat und Seniorenbeirat sagt der ehemalige Heimatvereinsvorsitzende.

Der ehemalige Walzbachtaler Heimatvereinsvorsitzende Wolfgang Eberle engagiert sich immer noch mit seinen Dorfführungen.

Entscheidend für sein Interesse sei aber das Jahr 2004 gewesen, als er als SPD-Vorsitzender zum Festakt „100 Jahre SPD in Walzbachtal“ auf der Suche nach dem Gründungsdatum der Wössinger SPD war. Da habe ihn die Neugier auf das Unbekannte gepackt: Wie haben die Menschen früher gelebt, wie hat sich das Dorf entwickelt, wie sieht die heimatliche Geschichte aus? Mit der Zeit sei er immer tiefer in die Geschichte rein und habe immer mehr erfahren wollen. Irgendwann sei sein Wissen so umfangreich gewesen, dass er Ortsführungen und Vorträge zu diversen Theman anbieten konnte. Diese Angebote werden sehr gut angenommen und spornen weiteres Recherchieren an. 

Der zweite Vorsitzende des Heimatvereins Weingarten Klaus Geggus in der Bibliothek im Heimatmuseum

Für Klaus Geggus war ganz konkretes Engagement gegen Fehlentwicklungen im Dorf entscheidend. Der Widerstand gegen die Verdolung des Walzbachs habe ihn in den Heimatverein geführt, erinnert sich das Urgestein des Weingartener Heimatvereins. 1965 beigetreten galt sein Engagement der stark bedrohten Weingartener Ortsmitte. Damit nicht genug habe ihn die geplante Erweiterung des Grötzinger Baggersee auf Trab gehalten, die den Tod des Weingartener Moor bedeutet hätte. Beides abgewendet konnten sich er und der Verein auf ganz andere Themen konzentrieren wie etwa den Bau des Mühlrads am Walzbach.

Sein Engagement für die Heimat vergleicht er gern mit dem Lesen eines Krimis. Nachforschen, immer wieder Neues entdecken und die Ergebnisse der Öffentlichkeit präsentieren, sei großer Anreiz für ihn. Diese Ergebnisse baue er auch in seine Führungen durch die Weingartener Gewölbekeller ein. Seit einiger Zeit schlüpft er zu Führungen durch die Ortsmitte in die Uniform des Nachtwächters. Selbst Corona konnte ihn nicht stoppen. Die Ruhe nutzte er für den Entwurf eines neuen Büchleins unter dem Titel „Das fröhliche Weindorf“. Das will er während des diesjährigen Weinmarkt vorstellen.

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