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Winterlinde

Allee mit Bäumen des Jahres in Oberderdingen
Eine Allee bewachsen mit den Bäumen des Jahres war die Vision von Bürgermeister Thomas Nowitzki. Inspiriert zu dieser Idee wurde er einst bei einer Exkursion im Schwarzwald. In Michael Deschner, seit 10 Jahren Förster der Gemeinde Oberderdingen, fand er schnell einen Verbündeten, um das Projekt umzusetzen. So kam es, dass am vergangenen Samstag auf dem etwa drei Kilometer langen Waldlehrpfad rund um das Derdinger Horn eine Winterlinde, 2016 zum Baum des Jahres ernannt, gepflanzt wurde. An der Ecke Kupferhaldenweg / Forchenhauweg, wo bereits im Jahr 2014 anlässlich „Fünfundzwanzig Jahre Wiedervereinigung Deutschlands“ eine Eiche, eine Buche und eine Kiefer ihren Platz fand, steht nun auch der erste Baum des Jahres. Diesem wird zukünftig immer am Samstag vor dem Tag der deutschen Einheit das neu bestimmte Exemplar dieser Reihe folgen.
Michael Deschner erklärte anschaulich die Besonderheiten der Winterlinde, die im Schnitt eine Lebensdauer von tausend Jahren hat. Hat die Linde schon bei slawischen und germanischen Völkern einen Ehrenplatz unter den Bäumen eingenommen, beispielweise als Gerichts-, Kirch-, oder Tanzlinde, so prägt sie auch heute noch oft das Dorfbild. Aufgrund der reißfesten Beschaffenheit des unter der Rinde gelegenen Bastes wurde dieser schon frühzeitig zum Flechten von Korbwaren entdeckt. Auch in der Sakralschnitzerei findet man Lindenholz, das deshalb auch als Heiligenholz bezeichnet wird, häufig. Im Alter von etwa zwanzig Jahren erreicht die Winterlinde ihre erste Blüte, welche den charakteristischen Honigduft ausströmt. In der Naturheilkunde haben die Lindenblüten als Honig, Tee oder Öl ihren festen Platz.
Am Ende der Pflanzaktion richtete auch Altbürgermeister Erwin Breitinger, Vorsitzender des Heimatkreises, noch ein paar Worte zum Thema Wald an die Zuschauer.
Text und Fotos: Corinna Stein
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