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Wintergemüse auf dem Vormarsch

Tradition und Neuzüchtung bei Rosenkohl & Co

Grünkohl und Pinkel – das war bis vor kurzem die bekannteste Zubereitungsart für den Grünkohl. Das hat sich geändert. Längst wird Grünkohl anders als das matschige Ergebnis stundenlangen Kochens serviert. Mit Grünkohl erlebt auch der Rosenkohl eine Renaissance der ganz anderen Art. Dazu gesellt sich in den letzten Jahren eine neue Gemüsezüchtung aus England.

Die Flowersprouts sind eine innovative Kreuzung aus genau diesem Grün- und Rosenkohl und wird manchmal auch als „Grosenkohl“ geführt. Die lilagrünen Röschen erinnern an kleinköpfigen Rosenkohl mit offenen, sich kräuselnden Blättern.

Zu Hause sind zumindest die beiden erstgenannten Wintergemüse auch auf dem Biolandhof Petrik. Auf den zehn Hektar Anbaufläche in den Gewannen Heulenberg und „Unterer Roller“ zwischen Wöschbach und Berghausen sind rund 15 Prozent für das Wintergemüse reserviert. Lauch, Wirsing, Grünkohl und Rosenkohl kommen dort vom Acker, aber auch Lagergemüse wie rote Bete, Pastinaken und Weißkohl.

„Das sind alles Gemüsesorten, die man auch im Winter ernten kann,“ informieren Florian und sein Vater Helmut Petrik. Das Angebot an heimischem Gemüse sei auch in dieser Jahreszeit immer noch recht groß. Bis vor kurzem sei auch noch die eigene Endivie vermarktet worden. Die Ernte der beiden Gemüse sei in diesem Jahr etwas schwächer ausgefallen. Ursache sei die anhaltende Trockenheit dieses Sommers.

Der Grünkohl habe seinen Status als Nischengemüse verlassen. „Seine Bekanntheit hat stark zugenommen“, sagt Florian Petrik. Verdient, schließlich sei es eines der wertvollsten Gemüse mit vielen Vitaminen C und E, wie der studierte Agraringenieur weiß. Sehr beliebt seien bei den Petriks auch die sogenannten Grünkohl-Chips. Die Flowersprouts hingegen haben noch nicht den Weg auf den Biolandhof Petrik gefunden. Diese Gemüsesorte sei zwar in Mode gekommen, habe aber bisher den Weg noch nicht zum Biohof Petrik gefunden. Vater Helmut mag den Anbau allerdings nicht ausschließen: „Vielleicht probieren wir das auch mal aus“.

Die Petriks vermarkten ihre Produkte nicht nur auf ihrem Bioland-Hof, sondern auch auf diversen Wochenmärkten wie zum Beispiel am Bahnhofsplatz in Berghausen samstags zwischen 8 Uhr und 12 Uhr. Sie beliefern auch etliche Naturkostmärkte im Raum Karlsruhe.

Das klassische Wintergemüse steht im Hofladen von Markus Leicht hingegen nicht im Vordergrund. Bei ihm hat im Moment der Feldsalat Saison. Den Rosenkohl, den er in seinen Hofläden in Eggenstein, Graben-Neudorf, Ubstadt-Weiher und Stutensee verkauft, kommt eher aus dem Dithmarschen. „Vielleicht bauen wir mal wieder eine kleinere Fläche an“, ist er sich da allerdings noch nicht sicher. Es passe aber auf jeden Fall in den Betriebsablauf hinein.

Bei seinem Graben-Neudorfer Kollegen Marcus Melder stehen Rosenkohl, Grünkohl & Co aber durchaus auf dem Programm. Er baut diese Sorten auf einer Fläche von rund einem Hektar an. Die Ware kommt wöchentlich frisch direkt in den Hofladen. Dort sind nicht nur die Röschen des Rosenkohls zu sehen. Chefin Annette Melder präsentiert die ganze Pflanze vor allen Dingen für die Kinder, die zum Einkauf mitkommen. „Sie sind dann ganz fasziniert“, beschreibt die Chefin die Reaktion auf das bisher unbekannte Bild der Pflanze. Bei den Kindern kommt auch das sogenannte Mini-Gemüse gut an, Mini-Karöttchen und Mini-Gürkchen etwa, die es im Supermarkt nicht gibt. Die Flowersprouts werden bei den Melders als „Lila Grünkohl“ geführt.

Solche Präsentationen ergänzt sie mit Rezepten für die Mamas und Papas, wie man das Gemüse am besten verarbeitet. Dazu gehören durchaus ungewöhnliche Zubereitungsarten wie etwa panierte oder in Bierteig getauchte Grünkohlblätter, die frittiert werden. „Lecker“, lacht Annette Melder und berichtet von einer zunehmenden Nachfrage nach regionalem Gemüse.

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