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Windräder auf dem Heuberg

EnBW will an der Grenze von Weingarten und Jöhlingen einen Windpark bauen

Die Sperrung der Jöhlinger Straße für den Durchgangsverkehr hat für mächtig Verdruss zwischen Weingarten und Walzbachtal gesorgt. Jetzt droht ein neues Problem das Verhältnis zwischen den beiden Gemeinden zu belasten. Der Gemeinderat Weingarten hat im April 2019 dem Teilflächennutzungsplan Windenergie zugestimmt, der zwischen dem Regionalverband und dem Nachbarschaftsverband Karlsruhe beschlossen worden war.

Er beinhaltet einen  Windpark an der Gemarkungsgrenze zu Walzbachtal im Gewann „Heuberg“. Auf 76 Hektar sollen dort sechs 200 Meter hohe Rotoren errichtet werden. Der Windpark wird deutlich näher an Jöhlingen als an Weingarten liegen, insbesondere ein Windrad im Bereich des Gewanns „Weiherbach“, in der Nähe des Naturfreundehauses.

Bisher kein großes Thema, denn die Chance zur Realisierung dieses Windparks wurde allseits als sehr gering eingeschätzt. Beispielsweise von Weingartens Bürgermeister Erik Bänziger: „Ein Standort ist hier für einen Investor eher unwirtschaftlich“, meinte er im Gemeinderat. Doch jetzt ist überraschend ein Big Player auf den Plan getreten. Kein geringerer als die EnBW hat Interesse an dem Standort angemeldet. Anders als bei dem Teilflächennutzungsplan „Wickenberg“, den der Gemeinderat Walzbachtal im Jahr 2017 verabschiedete, besteht für diesen Plan damit plötzlich eine reelle Chance.

„Ja, die EnBW hat Interesse an der Realisierung von Windkraftanlagen an dem vom Regionalverband ausgewiesenen Vorrangstandort auf dem Heuberg. Vor diesem Hintergrund sprechen wir seit Ende letzten Jahres private Flächeneigentümer an. Wir haben dafür einen Vertragspartner beauftragt, der die Ansprache und Flächensicherung in unserem Namen durchführt“ bestätigte der EnBW-Pressesprecher Regionale Kommunikation Ralph Eckhardt auf Nachfrage.

Dieser Vertragspartner ist die „Sopra Steria“ (Homepage: „Ein führender europäischer Management- und Technologieberater“). Eric Bänziger sieht das nicht gern und warnt auf der Homepage der Gemeinde vor den Verhandlern: „Wie die Gemeindeverwaltung mitbekommen hat, werden momentan Einwohner bzw. Grundstücksbesitzer von der Firma „Sopra Steria“ im Auftrag der EnBW angerufen. Diese möchte Grundstücksflächen für geplante Windkraftanlagen pachten. Die Verwaltung weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass bisher keinerlei Absprachen mit der Gemeinde bestehen und auch der Gemeinderat keinerlei Informationen hat.“ Das sei „nicht die feine Art“, zeigte sich Erik Bänziger im Gespräch mit dieser Zeitung verschnupft über dieses Vorpreschen des Stromversorgers. Mit der Behauptung hausieren zu gehen, die Planungen seien mit der Gemeinde abgestimmt entspreche nicht der Realität. Dies um so mehr, als 40 Prozent der benötigten Fläche sich in Gemeinde Hand befinde und dafür noch kein Gespräch gesucht worden sei.

Abgestimmt ist die Planung nicht nur mit dem Nachbarschafts- und dem Regionalverband, sondern auch mit Walzbachtal. Die Gemeinde wurde als Nachbargemeinde am Planverfahren beteiligt. Bei einer Nachbarschaftsanhörung stimmte am 12. Januar 2018 der damalige Bürgermeister Karl-Heinz Burgey dem Planentwurf nur unter der Voraussetzung zu, „dass nach Modifizierung des Planes ein Siedlungsabstand von 1.000 Metern – und damit mehr als gesetzlich zwingend vorgeschrieben – zur Wohnbebauung Jöhlingen eingehalten werden muss.“

An dieser Position wollen gegenwärtig auch die Fraktionen im Walzbachtaler Gemeinderat festhalten. SPD-Fraktionsvorsitzende Silke Meyer hätte zwar „eigentlich erwartet, dass in einer für Walzbachtal so wichtigen Angelegenheit der Gemeinderat informiert worden wäre“.  Sie gehe andererseits davon aus, dass der Gemeinderat die von der Gemeindeverwaltung an die Gemeinde Weingarten verfasste Stellungnahme so mit getragen hätte, nämlich dass der Abstand zur Wohnbebauung mit mindestens 1000 Metern eingehalten werden muss. Fast wortgleich stimmen Andrea Zipf, Vorsitzende der grünen Gemeinderatsfraktion, und Werner Schön, Vorsitzender der FDP-Fraktion, diesen Formulierungen zu. Auch für Jutta Belstler, Fraktionsvorsitzende der CDU, steht fest, dass der Gemeinderat diese Stellungnahme unterstützt hätte, sofern er gefragt worden wäre. Aufgrund der erheblichen Verbesserung bei der Abstandsregelung sei diese „nicht nochmals im Gemeinderat in öffentlicher Sitzung beraten worden.“

Dessen ungeachtet formiert sich Widerstand gegen die EnBW-Pläne. Vereinzelte Weingartener Gemeinderäte machen im Hintergrund Stimmung gegen das Projekt. In sozialen Netzwerken und Internet-Plattformen tobt schon die Diskussion über die Sinnhaftigkeit der Anlage.

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Kommentare (7)

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    Reimund Gretz

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    Gäbe es keine Subventionen die der Bürger mit den höchsten Strompreisen und Steuern bezahlt wären Windkraftanlagen in unserer windarmen Region völlig unrentabel! Es sind nur „Laien“ im Gemeinderat, die für eine solche Maßnahme ihre Zustimmung geben! Vielleicht sollte man einmal die Gutachten zur Windkraft lesen, die dem Bundestag vorliegen! Eine Wirtschaftlichkeit ist ohne Subventionen nicht möglich!

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      Zuhörer

      |

      Danke für diese Statement.

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    Zuhörer

    |

    Selbst der potentielle Investor weiß sicherlich, dass die Lage unwirtschaftlich ist. Warum investiert er trotzdem? Weil es lukrative Fördertöpfe gibt, aus denen er bedient wird:

    Weil Deutschland, auf Wind macht, wo es keinen Sinn macht.
    Weil hier, wo mehr die Sonne lacht, Wind politisch „lukrativer“ wird gemacht.
    Atomkraft ade, Diesel weg geh.
    Bis die eigene Wirtschaft schlapp macht und sich des Deutschen Nachbar kaputtlacht.
    Bis der Letzte aufwacht, hat sich sein letzter Cent aus dem Staub gmacht.

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    Lars

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    http://www.nachbarschaftsverband-karlsruhe.de/b3/windkraft/visualisierungen/HF_sections/content/ZZl83SKLPfkFpY/ZZn5kAZeYxuwvb/G31-32n-Weingarten_reduziert-Febr2017Groessenaenderung_.pdf

    Da kann sich jeder mal ein bild machen. Super von Weingarten, schön an die Grenze geschoben, damit die eigenen Einwohner so wenig wie irgendmöglich beeinflusst werden…Ob auf diesem Buckel Windkraft überhaupt sinnvoll und ohne Subventionen wirtschaftlich ist, kann ich nicht beurteilen….häßlich ist es allemal….

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    Kein_Experte

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    Es ist doch sehr erstaunlich, wie viele Experten es bei diesem Thema plötzlich gibt, aber auch sehr erschreckend wie vehement versucht wird offensichtlich falsches Halbwissen unters Volk zu pressen. Sicherlich gibt es den ein oder anderen Fördertopf, der bei gewissen Projekten angezapft werden kann, aber Investoren müssen im Großen und Ganzen trotz Allem die Rentabilität ihrer Anlagen im Auge behalten. Geld zu verbrennen hat da wohl keiner vor. Erneuerbare werden zunehmend günstiger und fossile werden immer teurer. Wo schneiden sich die Linien? Oder haben sie sich längst geschnitten?
    Im Übrigen exportiert Deutschland seit 2002 netto zunehmend Strom. Seit 2015 durchgehend um 50-55 TWh (TeraWattStunden), trotz Abschaltung diverser Meiler. Siehe z.B. Stromaustauschsaldo.
    Am Thema Interessierte sollten sich ihre Infos bitte auch unabhängig besorgen und nicht hetzerische Kommentare als die ungefilterte Wahrheit sehen. Bitte auch gleich nach kumulierten und laufenden Subventionen bei Atomenergie und Kohleverstromung googeln.
    Fakt ist halt nun mal, dass unsere Atmosphäre keine Müllkippe sein sollte und viel zu lange (nahezu kostenlos!!!) als solche missbraucht wurde und noch immer wird. Ganz zu schweigen von ganzen Landstrichen, Habitaten und Siedlungen, welche für das braunschwarze Gold weggebaggert wurden. Stellt euch doch mal vor, das Zementwerk wäre ein Kohletagebau, dann wäre mindestens komplett Walzbachtal schon längst Geschichte…

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    Radfahrer

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    Vielleicht sollte Walzbachtal die Flucht nach vorne antreten und das Gebiet Wickenberg anbieten.

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    S.Fabry

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    Als Antwort auf: Windräder auf dem Heuberg Als Antwort auf: Sozi
    …und die da wären? Bitte beim Namen nennen. Danke.

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