Wandern an Weihnacht

Schäfer müssen sich auch an den Feiertagen um ihre Herden kümmern

Walzbachtal (wai). Ruhige Weihnachts- und Silvestertage waren und sind in diesem Jahr durch die strengen Corona-Auflagen garantiert. Nur für wenige laufen die Feiertage in den Bahnen der Vorjahre. Dazu zählen die Schäfer. Deren Herden ziehen zurzeit von den Sommer- zu den Winterweiden. Die Langensteinbacher Hellingers sorgen wie in den Vorjahren mit ihren insgesamt 800 Schafen auf den Zugstrecken von den Sommerweiden in Baiersbronn und Bad Rippoldsau nach Bruchsal überall für Aufsehen am Wegrand.

Aufgeteilt in drei Herden zieht eine davon unter der Leitung von Zippora Hellinger und ihrer Tochter Julia von Neurod, über Hohenwettersbach, Söllingen, Jöhlingen,  Weingarten und Obergrombach zu Weiden rund um den Bruchsaler Golfplatz. Eine zweite Herde kümmert sich um das Naturschutzgebiet am Michaelsberg, die dritte betreibt Deponiepflege am Energieberg in Karlsruhe.

Seit mittlerweile 15 Jahren ist das Routine für die Hellingers. Das Gefühl der Einsamkeit, das in Corona-Zeiten wegen der Lockdown-Auflagen in vielen Familien aufkommt, das kennen sie nicht. Zippora Hellinger und ihrer Tochter Julia mussten die 450 Schwarzkopfschafe als Gesellschaft genügen auf dem Zug, bei dem die Herde auch an Heiligabend, erstem oder zweitem Weihnachtsfeiertag nicht Halt machte. „Das ist für uns aber nichts Außergewöhnliches“, sagt Zippora Hellinger, die diese Wanderung zwischen den Jahren schon seit Jahren absolviert.

„Die Tiere machen eben keine Pause“, ergänzt ihr Mann Theodor Hellinger. In der Ferienzeit sind auch die fünf Kinder jeden Tag mit dabei. Selbst für die Kleinsten ist diese Arbeit schon eine Selbstverständlichkeit. Weihnachten feiere seine Familie trotzdem wie alle anderen ebenfalls sehr gern, betont Theodor Hellinger, selbst wenn das ein bisschen anders ausfällt als bei den normalen Familien. „Bei uns geht es nicht bis um drei Uhr in der Nacht, denn wir müssen ja am nächsten Morgen wieder raus. Wir haben auch an diesem Tag unsere Verpflichtung gegenüber den Tieren“, meint der Schäfer. Für seine Familie sei das aber Routine, „deshalb ist das gar nicht schlimm. Andere gehen dann spazieren, für uns ist das der Alltag“. Und damit gewinnt er seinem Beruf eine weitere positive Wendung ab. „Wir dürfen trotz Corona noch so viel raus wie wir wollen. Das ist ein großer Vorteil“.

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