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Walzbachtaler Gemeinderatssplitter

So dünn besetzt waren die Reihen des Gemeinderats noch ganz selten. Anfangs mit elf Mitgliedern kaum über der Beschlussfähigkeit liegend änderte sich das erst und auch nur mäßig, als die beruflich entschuldigten Silke Meyer und Michael Paul eintrudelten.

Da half auch alles anfängliche Warten nichts. Bürgermeister Karl-Heinz Burgey räumte jenen rund zehn zusätzlich Minuten ein, die von dem Ausweichquartier Martinussaal nichts mitbekommen hatten und im Wössinger Hof vor verschlossenen Türen standen.

Der nämlich war komplett für alle Veranstaltungen gesperrt. Er sollte für den Fall als Ausweichquartier fungieren, dass der enorme Wasserschaden in der Wössinger Kindertagesstätte „Moby Dick“ zu schnellem Handeln und zu Ausquartierungen zwingen sollte.

Nachdem er in der letzten Sitzung mit deftigen Formulierungen gegen den Kindergarten-Namen „Freigeister“ gewettert hatte, formulierte Michael Paul – zur Diskussion des neuen Namens gerade noch rechtzeitig eintreffend – sehr viel moderater. Der „Speyerer Hof“, der es jetzt werden soll, schien ihm als neuer Name fast zu brav. Hinter dem „Speyerer Hof“ könne sich auch eine Kneipe oder ein Altenheim verbergen, meinte Paul. .

Das Stühlerücken, um der neuen Kindergartenleiterin Platz in den Verwaltungsreihen zu machen, bot dem Bürgermeister wieder einmal die Gelegenheit für die von einem Grinsen begleitete Bemerkung. „Ich bin gern bereit zur Seite zu gehen. So lange man nicht den Rücktritt von mir verlangt, mache ich alles mit“.

So recht gebeutelt scheint die Verwaltung immer noch von der Abstimmungsniederlage über den Kindergarten-Namen „Freigeister“. „Ich wusste doch nicht, ob sie heute Abend zustimmen“, erklärte Oliver Schmitt unter dem Gelächter der Gemeinderäte eine eher zurückhaltend formulierte Verwaltungsvorlage.

So ganz geheuer war auch so manchem Gemeinderat die Diskussion während der letzten Gemeinderatssitzung nicht. Andrea Zipf (Grüne) sah sich durch den Bürgermeister falsch interpretiert. Ihre Aussage, sie sei froh, als Mutter selbst nicht mehr über die Wahl des Kindergartens entscheiden zu müssen, habe einen ganz anderen Bezug gehabt. Karin Herlan (SPD) legte Wert darauf, dass Kritik nicht vom Gesamtgemeinderat, sondern von einzelnen vorgebracht worden sei.

Auf der Position der Pressesprecherin gab es in den letzten Jahren eine große Fluktuation. Nachdem Annika Müller, Tochter der stellvertretenden Bürgermeisterin, ihre Ausbildung auf dem Rathaus abgeschlossen hat, wird sie künftig diese Aufgabe betreuen. Die strahlende, frisch gebackene Amtsinhaberin stellte Karl-Heinz Burgey den Gemeinderäten und zahlreichen Besuchern vor.

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