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Walzbachtaler Gemeinderatssplitter

An den Freigeistern schieden sich die Geister
Atheismus in einem Walzbachtaler Kindergarten? Jawohl, meinte der christlich-demokratische Fraktionsvorsitzende Michael Paul gestern Abend bei den Beratungen über den Namen des neuen Kindergartens, der in der alten Jöhlinger Schule eingerichtet werden soll. Für die Interpretation des vorgeschlagenen Namens „Freigeister“ hatte er Ursachenforschung bis hin zu Lessing und anderen Philosophen betrieben und war zu dem Schluss gekommen: Dahinter stecke nicht nur der Ansatz zum Atheismus, sondern auch (wie beispielsweise in den Waldorfschulen vermittelt) für mangelndes Engagement im Ehrenamt bei Feuerwehr und DRK. Dem widersprach zwar später Michael Futterer. Aber „das Schlucken“ über den doch recht ungewöhnlichen Namen war nicht nur bei der CDU so ausgeprägt, dass sich der Bürgermeister wie auch die designierte Leiterin des neuen Kindergartens trotz leidenschaftlichen Argumentierens für den Namen ganz kräftig daran verschluckten. Nur drei Kollegen wollten Karl-Heinz Burgey bei der Abstimmung folgen. Dreizehn waren dagegen und FDP-Mann Werner Schön enthielt sich. Die Namenssuche soll in der nächsten Sitzung mit einem etwas weniger kontroversen Namen (Jutta Belstler schlug spontan die „Schatzkiste“ vor) abgeschlossen werden.

Mit dem Verkauf des Wössinger Bahnhofs wollen sich die Grünen nicht abfinden. Schon bei der Haushaltsberatung hatte Andrea Zipf einen Antrag dazu angekündigt. Der kam gestern. Die Gemeinde solle die Kontrolle über eine zukünftige Nutzung behalten, wiederholte die Fraktionsvorsitzende. Karl-Heinz Burgey hob aber mahnend den Finger. Bei der bloßen Antragstellung dürften es die Grünen nicht belassen. Sie müssten auch etwas über das Konzept und die Finanzierung sagen.

Ganz schön Auftrieb herrschte bei den ersten Tagesordnungspunkten auf der Verwaltungsbank. Stühlerücken, um Platz zu machen für die Experten. Das galt für die Vorstellung der Umfrageergebnisse durch den Seniorenbeirat. Das galt noch mehr, als Fachleute zum gärtnergepflegten Friedhof so zahlreich waren, dass selbst der Bürgermeister seinen Platz räumen und von der Seite au smoderieren musste.

Die Gemeinderatsdichte auf den Walzbachtaler Friedhöfen war in den letzten Tagen enorm. Zuerst berichtete Michael Paul von seinem Kontrollbesuch, bei dem er den Ausbau der gärtnergepflegten Anlage in Jöhlingen in Augenschein nehmen wollte. Andrea Zipf war wie noch manch anderer in gleicher Sache auf dem Wössinger Friedhof unterwegs. Auch FDP-Mann Roland Schneider.

Letzterer sah die Gefahr, dass zwischen den einzelnen Urnengrabfeldern ein Trampelpfad entstehen werde. Deshalb plädierte er für die Anlage eines kleinen Verbindungswegs. Er kennt sich mit dem Entstehen von Trampelpfaden aus und outete sich als Trampelpfadbenutzer: “Ich gehe da von mir aus“! Was Karl-Heiz Burgey sichtlich amüsierte: „Er ist wenigstens ehrlich“.

Wenn Regina Wenka zu dienstlichen Zwecken in den Wössinger Hof eilt, ist sie jedes Mal für einen Scherz gut. So auch gestern. Anfangs in den weit entfernten Zuschauerreihen sitzend wurde sie vom Chef darauf angesprochen, dass sie ihre Brille richte. „Wer sitzt denn rechts vom Chef?“ habe sie wissen wollen „Als ich die Brille aufgesetzt habe, hat sich das geklärt“, grinste sie. Des Ratsels Lösung: Rechts vom Chef gähnte ein leerer Stuhl.

Einem Besucher ging es mit dem Ausbau des Breitbands in Wössingen nicht schnell genug. Wann es denn nach dem Bitschengässle weitergehe mit dem schnellen Internet, wollte er wissen. Karl-Heinz Burgey hatte wenig Tröstliches parat. So schnell geht es nicht weiter. Für weitere Abschnitte gebe es keine Beschlüsse. Der Gemeinderat werde sich aber damit noch beschäftigen.

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