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Walzbachtal zu autofixiert

Eltern streiten für Schulwegsicherheit

Zum Schuljahresbeginn sind die gelben Warnhinweise der Deutschen Verkehrswacht an den Ortseingängen („Brems Dich! Schule hat begonnen.“) unübersehbar. Mit der Einschulung beginnt für die Kinder eine neue Lebens-Etappe, auf der sie im wahrsten Sinn des Wortes neue Wege gehen, die eine gehörige Portion Gefahren beinhalten.

Deshalb machen sich Eltern intensiv Gedanken, wie sie die Gefahren minimieren können.

Als zu gefährlich beispielsweise schätzte vor Jahren Martina Prinz den ehemals offiziell als Schulweg ausgewiesenen Bereich in der Wössinger Steiner Straße ein. An einer Stelle, kurz vor der Kreuzung mit der Schlossstraße, verengte sich der Gehweg auf gerade mal 40 Zentimeter. Nach hartnäckigem Bohren wurde auf ihre Initiative hin ein parallel verlaufender, kleiner Weg ausgebaut. Viele Eltern aus dem Hauweg, deren Kinder zur Grundschule oder zur Stadtbahn müssen, sind heute noch dankbar, dass diese Sicherheitslücke geschlossen wurde.

Dazu zählt Levin Huthwelker. Für den grünen Gemeinderat ist eines der größten Probleme die auf den Gehwegen parkenden Autos. Sohn Yannik ergänzt das mit dem Hinweis auf eine Baustelle an der Kreuzung von Wössinger Straße und Bruchsaler Straße. Ein Gerüst zwinge alle Schüler aus dem Oberdorf auf die Straße auszuweichen. „Kinder sollten sich doch aber im Dorf noch alleine bewegen können“, grollt Yannik Huthwelker der Situation.

Ähnlich problematisch sieht es nach Ansicht von Dorothee Tomczyk rund um den Jöhlinger Kirchplatz aus. Sie bedauert vor allen Dingen die vielen „Elterntaxis“, die zu Schulbeginn und -ende den Kirchplatz verstopfen. „Kinder brauchen doch Bewegung. Die packen doch die Strecke von zu Hause bis zur Schule allein“, sagt die Aktivistin, die auch die in Walzbachtal regelmäßig stattfindende Fahrraddemo Critical Mass organisiert.

Gestern Nachmittag hatte sie zu einer kleinen Aktion auf den Schulhof eingeladen, um auch dagegen zu protestieren, dass der Schulhof schon tagsüber zum Parken missbraucht werde, wie sie beobachtet hat. Von parkenden und losfahrenden Autos gehe nicht nur auf dem Kirchplatz Gefahr aus.

Enttäuscht über diese Situation ist auch Sarah Ottenstätter und formuliert handfestes Unverständnis. Aus der Karlsruher Weststadt nach Jöhlingen gezogen hatte sie erwartet, dass es auf dem Dorf ungefährlicher sei. Das Gegenteil sei der Fall, meint sie und greift zu radikalen Formulierungen. Sie verstehe nicht, „dass Autos das Recht haben gefährlich sein zu dürfen“ und bedauert, „dass der öffentliche Raum in Walzbachtal sehr viel autofixierter ist“. Das Dorf müsse viel attraktiver werden, um als Fußgänger gefahrlos unterwegs zu sein, sagt sie und hofft auf Initiativen und das Mobilitätskonzept des neuen Bürgermeisters.

Die gleiche Aktion findet übrigens am heutigen Mittwochnachmittag zwischen 15 und 17 Uhr noch einmal statt. Damit nicht genug, wird die Gruppe am Samstagvormittag ab 8 Uhr vor der Bäckerei Nussbaumer Aufstellung nehmen. Unter dem Titel „Warum brauchen die Brötchen Autos?“ wollen die Umwelt-Aktiven Danke sagen an die Nicht-Auto-Fahrer, die als Fahrradfahrer oder Fußgänger zur Bäckerei kommen. Um 12 Uhr schließt sich am Samstag eine kleinere Aktion vor der Jöhlinger Schule an: „Klimaschutz statt Elterntaxi“ heißt ihr Motto.

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Kommentare (14)

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    DoroT

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    Als Antwort auf: Walzbachtal zu autofixiert
    Am Sanstag Mittag gibt es keine Aktion, das stimmt nicht ganz so. Mittags stehe ich unter dem Woche, wenn der Jöhlinger Kirchplatz rund um den Brunnen mit Kreuz zugeparkt ist, mit einem Plakat: „Klimaschutz statt Elterntaxi“
    Unsere Kindern brauchen einen gesunden Planten als Lebensgrundlage. Das bedeutet, wenn möglich das Auto besonders auf Kurzstrecken stehen zu lassen.

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      Waidelich Arnd

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      @Dorothee Tomczyk
      Die Information war per mail so gegeben worden. Ich korrigiere das aber gern hier in der Kommentarfunktion.

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    Harald Kann

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    Als Antwort auf: Walzbachtal zu autofixiert
    Vor 26 Jahren sind auch wir von Karlsruhe hierhergekommen. Schon damals sind hier alle für ein paar Meter mit dem Auto gefahren. Ob zum Bäcker (200m), zum Kindergarten oder Schule (400m). Es waren oft die alt Eingesessenen, die das halt schon immer so machten, weil sie es nicht besser wussten. Wir, die aus der Stadt gekommen sind, hatten das Glück mal über den Tellerrand zu schauen und wissen, dass es auch anders geht.
    Oft wurden wir verwundert angeschaut, wenn wir unsere Kinder zu Fuß vom Kindergarten abgeholt hatten oder mit den Fahrrädern zur S-Bahn gefahren sind.
    Und heute ist es noch viel schlimmer. Natürlich fährt man mit der S-Bahn, das ist ja gut für die Umwelt. Aber zur Haltestelle braucht man dann doch wieder ein Auto für gerade mal 500m. Das erlebe ich täglich. Auch zum Fitness-Studio fährt man gern mit dem Auto, damit man dort dann auf dem Laufband seine überschüssigen Pfunde loswerden kann. Da kann ich mir nur an den Kopf fassen.

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      Muddie

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      Lieber Herr Kann,
      ich finde Ihren Kommentar im ersten Absatz völlig unangemessen. Warum behaupten Sie, dass gerade die „Alteingesessenen“ ihre Wege mit dem PKW zurück legen? Sie wüssten es nicht besser? Haben Sie sich jemals Gedanken gemacht, weshalb dieses Klientel mit dem PKW die Enkel oder Kinder zur Kita bringt oder die Einkäufe nicht mehr zu Fuß erledigt werden können? Korrekt, Mutti bzw. Tochter ist bei der Arbeit….
      Ich selbst bin auch eine von Ihnen bezeichnete „Alteingesessene“, die ihren Kindern, und den Nachbarskindern übrigens auch, mit einer befreundeten anderen Mutti,tatsächlich bei gebracht hat, wie eine Hauptverkehrsstraße zu Fuß zu überqueren ist und ich finde Ihren ersten Absatz des Textes nicht unbedingt fair….Haben Sie sich jemals Gedanken gemacht, ob womöglich ein Opa seine Enkel ( da er selbst körperlich eingeschränkt ist) als „Alteingesessener“ kurz am Kirchplatz „abliefert“? Ich kenne einige, die das auch heute noch tun, während Mutti arbeiten muss, auch „Alteingesessene“…, einfach mal darüber nachdenken…

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    Wössinger

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    Als Antwort auf: Walzbachtal zu autofixiert
    Die Baustelle ist ja nur befristet. Man kann im bachweg parallel zur Hauptstraße nahezu gefahrlos von der Schloßstraße bis zur Kirchstraße gelangen. Im Punkt Elterntaxi gebe ich allen recht. Kinder können in beiden Ortsteilen zur Schule/Kindergarten laufen.

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      Lars

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      Als Antwort auf: Walzbachtal zu autofixiert
      Als Antwort auf: Wössinger“Kinder können in beiden Ortsteilen zur Schule/Kindergarten laufen.“ Genau, ein 3-jähriges Kind kann selbständig alleine in den KiGa gehen.
      Schon mal auf den Gedanken gekommen, dass es pure zeitliche Notwendigkeit zur Wahrnehmung der dem Arbeitgeben geschuldeten Arbeitszeiten ist? Oh ja, stimmt, was für Rabeneltern sind wir doch, dass wir beide arbeiten gehen und nicht die Mutter gemäß antiquiertem Rollenbild zu Hause am Herd bleibt…

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        Harald Kann

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        Als Antwort auf: Walzbachtal zu autofixiert Als Antwort auf: Lars
        Das ist nur eine Frage der Bequemlichkeit. Das mit dem Kindergarten hat bei uns schließlich auch funktioniert. Wie oben schon geschrieben ging das ohne Auto. Man muss sich halt richtig organisieren. Ist nicht immer einfach, aber es geht.
        Und nein, die Mutter stand nicht am Herd!

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          Wössinger

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          Als Antwort auf: Walzbachtal zu autofixiert Als Antwort auf: Harald Kann
          Ja ist mir Bekannt. Ich habe auch Kinder und wir arbeiten auch beide. Dass ein 3 jähriges Kind alleine in den Kindergarten gehen kann hab ich NICHT geschrieben. Klar muss man da mit. Wir haben unser Kind gelegentlich gefahren. Aber die Regel war es nicht. Und nein ihr seid bestimmt keine Rabeneltern wenn ihr beide arbeiten geht.

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            Lars

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            Dann bitte ich mal um Erklärung, wie das organisatorisch gehen soll, ohne um 05.00 Uhr morgens aus dem Bett zu müssen:
            KiGa Mo-Do 07.00 -16.30 Uhr, freitags bis 14.00 Uhr.
            Beide Eltern vollzeit berufstätig. Ohne weiteres familiäres Netzwerk im Umkreis von 500km. Jetzt sollen wir auch noch ca. je 30 Minutuen morgen und abends zusätzlich einplanen? Da haben wir die Zeit lieber zuhause mit dem Nachwuchs zu Verfügung.
            Keine Frage, wenn es sich angeboten hat, gehen wir auch zu Fuß, und die ganzen Grundschuleltern sollten sich wirklich die Frage stellen, ob das Kind nicht bereits fähig ist, den Schulweg alleinen zu bewältigen. Da ist es dann auch mal für einen Zeitraum nötig, zu Fuß mitzugehen. Aber im Regelablauf ist dafür schlichtweg keine Zeit. Mit Bequemlichkeit hat das nichts zu tun…

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    Ehemaliger

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    Als Antwort auf: Walzbachtal zu autofixiert Als Antwort auf: Wössinger
    Als ehemaliger Walzbachtaler, der jetzt in einer Großstadt lebt, wundere ich mich bei jedem Besuch in der alten Heimat, was hier – auf dem Land – beim Parken alles erlaubt zu sein scheint. Vor allem, mit welcher Selbstverständlichkeit hier die Bürgersteige halb oder ganz zugeparkt werden. Vergisst dann ein Anwohner noch, seine Hecke zu schneiden, ist für Fußgänger, geschweige denn für eine Frau mit Kinderwagen, kein Durchkommen mehr. Erlaubt ist sowas natürlich nicht, aber dem örtlichen Polizeiposten oder dem Ordnungsamt scheint das Ganze egal zu sein. Strafzettel, abschleppen – Fehlanzeige. Vielleicht nimmt sich ja der neue Bürgermeister der Sache an und gibt den Fußgängern ihre Bürgersteige zurück.

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    S.M., Jöhlingen

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    Zu Autofixiert: Ich muss mit dem Auto zur Arbeit nach Königsbach. Wie ja allen in Walzbachtal bekannt ist, gibt es keine direkte Verbindung mit der Bahn oder Bus. Selbst wenn ich die Zeit hätte, meine Kinder zur Schule und Kita zu bringen müsste ich anschliessend ja doch die gleiche Strecke mit dem Auto fahren. Nützt unserer Umwelt also auch nicht.Mit der Bahn wäre es zumindest auf dem Rückweg ein hoffnungsloses Unterfangen. Zu Zeiten an denen ich nicht arbeiten muss laufen wir selbstverständlich. Es liegt also nicht an den 5 Minuten Fussweg.

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    Angela Novelli

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    Als Antwort auf: Walzbachtal zu autofixiert
    Der offiziell versicherte Fußweg von uns zur Schule ist die Weingartener Straße. Solange auf dieser Straße in Wildwestmanier geparkt wird, teilweise so, das Kinder über die Straße ausweichen müssen, kann ich jeden verstehen, der sein Kind sicherheitshalber zur Schule bringt. Selbst der Schulbus hat oft Probleme durch dieses Nadelöhr zu kommen und muss manchmal sogar auf den Gehweg ausweichen!
    Hier besteht dringend Handlungsbedarf! Der Fuhrpark steht auf der Straße, die Hinterhöfe sind alle leer…

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      Radfahrer

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      Als Antwort auf: Walzbachtal zu autofixiert Als Antwort auf: Angela Novelli
      Das ist nicht nur in der Weingartener Str. so. Wenn jemand ein neues Auto kauft ist das meistens breiter und länger wie das Alte. Da die Straßen selbst nicht breiter werden, geht das dann halt zu Lasten der anderen. Man parkt etwas weiter auf den Gehweg oder wenn der Gehweg breit genug ist, gleich ganz drauf. In der Weingartener Str. gibt es sogar einen privaten Parkplatz auf dem Gehweg. Auch das quer einparken (gegenüber Lamm) bzw. das in den Laden fahren (Sparkasse, Döner, usw) wird nicht geahndet. Die, die nur mit dem Auto unterwegs sind sehen die Probleme wahrscheinlich gar nicht.

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    DoroT

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    Und immer noch ist es das Gleiche: Sobald das Tor zum Schulhof offen ist, wird dieser zum Parken genutzt! Warum wird das Tor vor 17 Uhr geöffnet? Und warum gibt es in Jöhlingen oder Wössingen überhaupt noch Autoschilder, wenn diese ignoriert werden und sich niemand um die Einhaltung der Verkehrsregeln kümmert?
    Nein: Der Schulhof ist immer noch kein Parkplatz! Und das Thema der zugeparkten Gehwege: In den Städten wird so etwas jetzt richtig teuer, warum hier nicht?

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