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Wald hat Probleme

Förster sieht Mammutaufgabe durch Trockenschäden

Dem Wald geht es schlecht. Das ist in Walzbachtal nicht anders. Das bestätigten Förster Christian Wachter und Landratsamt Trainee Michelle Mac Utcheon vor dem Walzbachtaler Gemeinderat. Eine Katastrophenformulierung jagte die nächste

bei ihrer Vorstellung des Bewirtschaftungsplans für das Jahr 2020. „Ich habe mich noch nie so schwer getan mit diesem Bericht,“ deutete Wachter gleich zu Beginn unheilverheißend eine desastöse Bilanz an.

Der Grund: die Trockenheit der vergangenen Jahre, die besonders den Fichten aber auch dem Kernbestand des Walzbachtaler Walds, den Buchen, heftig zusetzt. In den Südrandlagen, auf Kuppen und an Waldrändern habe die Buche massive Probleme. Die schütteren Kronen zeigten deutlich den Stress, dem die Bäume ausgesetzt sind. Viele davon seien nicht mehr zu retten. Der starke Einschlag führe andererseits dazu, dass der Holzpreis zusammenbreche. Ganz Europa werde von Mengen  von billigem Holz überschwemmt, die fast nicht begreifbar seien. Selbst um den Preis des Buchenholzes, des wichtigsten Standbeins, sei es nicht gut bestellt. In Walzbachtal rechne er mit einer Schadensmenge von 500 Festmetern für die Buche, was sich aber noch erhöhen könne.

„Ich tue mich im Moment brutal schwer mit der Arbeit draußen“, zeigte sich der Förster fast resigniert, „obwohl ich im Prinzip ein positiver Mensch bin“. Eine große Hilfe seien die bundesweit anlaufenden Hilfsmaßnahmen nicht. „Ein Waldgipfel jagt den nächsten, aber keiner weiß, wo es hingeht“, bewertete er diese Bemühungen eher zurückhaltend. Eine richtige Antwort auf Jutta Belstlers (CDU) Nachfrage, wann denn die Gelder aus dem Aufforstungsprogramm von Julia Klöckner  fließen, hatte auch Michelle Mac Utcheon nicht. Es gebe keine eindeutige Meinung in dieser Sache, fasste die Trainee des Forstamts Karlsruhe die Diskussion zusammen. „Eine richtige Lösung hat niemand parat. Die Vergabe der Zuschüsse ist noch nicht klar“, zeigte sie sich ratlos. Mehr als die allgemeine Information, dass der öffentliche Wald unterstützt werden soll, habe sie auch nicht.

Wo so viel Schatten hatte Christian Wachter wenigstens ein klein wenig Licht parat. Das schüttere Dach der kranken Buchen wirke sich durch den stärkeren Lichteinfall positiv auf die Kulturen aus, die den Nachwuchs für die Naturverjüngung bringen sollen.

Michelle Mac Utcheon schließlich wandte sich der Frage zu, „die alle interessiert“, nämlich die, ob die Situation eine Folge des Klimawandels sei. Diese Frage bejahte sie. Die Niederschlagsmengen der letzten Jahre lägen bei steigenden Temperaturen viel zu niedrig. Die Buche leide enorm unter den Hitzetagen, die im Juni noch die Rekordwerte aus dem Jahr 2018 übertroffen hätten. „Wir hätten nicht gedacht, dass die Buche so schnell reagiert auf diese Verhältnisse“, meinte sie. Mit den Niederschlägen im September habe man sich wenigstens ansatzweise wieder dem langjährigen Mittel angenähert. Aber selbst die eigentlich stabile Tanne habe jetzt Probleme mit dem Borkenkäfer. Die Hiebe hätten sich verdreifacht gegenüber 2018.

Christian Wachter zeigte sich aber überzeugt, „dass die Buche unser Hauptbaum bleiben wird“. Auf kleinen Flächen werde man aber auf die Suche nach Alternativen gehen. Als Heilsbringer würden die Mischwälder betrachtet und gerade für die habe Walzbachtal „ein Superfundament aufgrund der guten Vorarbeit meiner Vorgänger“, lobte Wachter. Insgesamt sehe er sich „vor einer Mammutaufgabe, der wir uns aber gern stellen“ für die er einstimmig das Vertrauen des Gemeinderats erhielt.

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