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Vorwürfe zurückgewiesen

Flüchtlinge und Hochwasser – zwei Themen der Einwohnerversammlung der Gemeinde Walzbachtal, die für eine hitzige Diskussion gut zu sein schienen. Für die Hitze war aber letztendich eher Petrus zuständig. Angesichts der Temperaturen von weit jenseits der 30 Grad zeigte sich Karl-Heinz Burgey erleichtert darüber, dass immerhin an die 70 Bürger den Weg in die Jahnhalle des TSV Jöhlingen fanden. Ihnen stellte der Bürgermeister zunächst die letzten Zahlen der schon in Walzbachtal wohnenden und bis 2017 erwarteten Flüchtlinge vor und das Konzept, das die Gemeinde für ihre Unterbringung erarbeitet hat. Bis jetzt wohnten 45 Personen in zwei kleinen Gemeinschaftsunterkünften, weitere 32 in der Anschlussunterbringung teils privat, teils in Häusern der Gemeinde. Bis Ende 2017 werden diese Zahlen auf 166 in zwei größeren noch in der Planung befindlichen Gemeinschaftsunterkünften und auf 96 in der Anschlussunterbringung ansteigen. Das habe Konsequenzen für Schulen und Kindergärten mit rund 45 aufzunehmenden Flüchtlingskindern. Wertvolle Unterstützung erhalte die Gemeinde durch die Arbeit der Flüchtlingshilfe Walzbachtal. Kritisch bewertete ein Einwohner des Jöhlinger „Gagenecks“ den Bau des Wohnhauses zur Unterbringung von rund 50 Flüchtlingen in der Anschlussunterbringung beim Jöhlinger Bahnhof. Er stellte die Wirtschaftlichkeit ebenso in Frage wie die Rechtssicherheit. Karl-Heinz Burgey verwies auf das Baurechtsamt im Landratsamt, das beide Fragen positiv beantwortet habe. 20160720 Jöhlingen Einwohnerversammlung 008 a Den Hochwasserereignissen in der Region aber auch auf der B293 in Jöhlingen galt die nächste Aufmerksamkeit. Karl-Heinz Burgey stellte die bereits angeschobenen Planungen in diesem Bereich vor. Die Erarbeitung der allgemeinen Kanalisationsplanung und der Generalentwässerungeplan seien auf dem Weg. Zusammen mit Weingarten strebe Walzbachtal eine gemeinsame „Flussgebietsuntersuchung Walzbach“ an. Eine Gewässerschau mit umfangreicher Bestandsaufnahme sei absolviert. Eine Sicherheitsüberprüfung habe die Notwendigkeit der technischen Verbesserung der Hochwasserrückhaltebecken Seewiesen, Grund, Langental und Brühl ergeben. Der Bürgermeister wies aber auch auf die Eigenverantwortung der Bürger hin. So müssten sich etwa die Bauern um eine wasserrückhaltende Bodenbearbeitung bemühen. Den Hausbesitzern hingegen bleibe die Pflicht, sich selbst gegen Hochwasserereignisse zu schützen etwa durch Rückstauventile.

Den Hausbesitzern bleibt die Pflicht, sich selbst zu schützen

Der zweite Teil des Abends wurde zu einer Tour d` horizon entlang der vielen anderen Themen, die aktuell anstehen. Der Bürgermeister riss dabei die Kinderbetreuung, Seniorenarbeit, den Aufbau des „sozialen Netzes Walzbachtal“, die zum 1000-jährigen Jubiläum entstehende Ortschronik, das Gewerbegebiet „Hafnersgrund“, des Neubau des Rathauses, das „Haus der Gesundheit“ in Jöhlingen und die Nahversorgung an mit dem speziellen Blick auf einen vielfach befürchteten Versorgungsnotstand in Wössingen, nachdem Edeka als einziger Vollsortimenter dort in wenigen Tagen schließt. Karl-Heinz Burgey wies in einer akribisch aufgelisteten Chronik den Vorwurf zurück, der Gemeinderat habe die Bevölkerung nicht ausreichend informiert und nehme ihre Sorgen nicht ernst. Dessen ungeachtet erneuerte Ingeborg Lübke, die im Vorfeld zusammen mit einer Nachbarin Unterschriften mit Vorwürfen an den Gemeinderat gesammelt hatte, genau diese gerade widerlegten Vorwürfe. Da platzte dem Bürgermeister der Kragen. Wieso sich denn die Bürgerin nicht mit ihren Unterschriftenlisten an den jede Zusammenarbeit verweigernden Edeka wende und warum sie nicht ein einziges Mal das Gespräch mit ihm gesucht habe, gab der Karl-Heinz Burgey – ansonsten die Ruhe in Person – emotional aufgewühlt und unter starkem Applaus der Besucher zurück. Solch harte Widerworte schmeckten der Gescholtenen offensichtlich nicht. Postwendend verließ sie mit ihrer Nachbarin im Kielwasser die Versammlung.

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