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Vorbild Walzbachtal

Landessieger mit „blühenden Verkehrsinseln“

(PM/NadR) Mächtig stolz ist man im Walzbachtaler Rathaus auf einen Preis, den die Gemeinde beim landesweiten Insektenschutz-Wettbewerb „Blühende Verkehrsinseln“ erhielt. Er ziert jetzt den unteren Eingangsbereich beim Bürgerbüro. Grundlage für die Preisvergabe war die Fläche an der Jöhlinger Straße/Ecke Weingartener Straße. Dank heimischer Pflanzen und Pestizidverzicht blüht sie zu einem überlebenswichtigen Buffet und Nistplatz für Insekten und Wildbienen auf.

Ausgezeichnet wurde das Projekt nun mit der „Goldenen Wildbiene“ durch das Verkehrsministerium Baden-Württemberg, das den Wettbewerb veranstaltete. Damit ist Walzbachtal einer von zehn Gewinnern aus insgesamt 1.101 bade-württembergischen Gemeinden.

„Die Hauptgewinner jedoch“, so betonte Bürgermeister Timur Özcan in einer Presseerklärung, „sind die gefährdeten Bienen und Insekten. Ich bin stolz darauf, dass wir in Walzbachtal den Artenschutz für die zukünftigen Generationen sichern“.

Der natürliche Lebensraum für Wildbienen und andere Insekten wird immer knapper. Rund 42 Prozent der heimischen Insektenarten sind in ihrem Bestand extrem reduziert oder vom Aussterben bedroht. Dabei sind sie für unser Ökosystem unersetzlich: Sie bestäuben Blüten,  bekämpfen Schädlinge und tragen zur Fruchtbarkeit der Böden bei. Der Rückgang der Insekten hat auf den Menschen und die Umwelt extrem negative Auswirkungen.

Walzbachtal zeigt mit der insektenfreundlich gestalteten Grünanlage an der Jöhlinger Straße/Ecke Weingartener Straße wie erfolgreicher Artenschutz vor Ort gelingt. Wo vorher ein monotones, mittlerweile sehr in die Jahre gekommenes Rosenbeet  war, sprießen  heute bunte Wildblumen. Das erfreut nicht nur den Betrachter: die neue Blühfläche dient vor allem Insekten als Lebensgrundlage. Wildbienen, Schmetterlinge und Co. finden in den gebietsheimischen Pflanzen wichtigen Nektar und einen Nistplatz. Die farbenprächtige Fläche kommt ohne Pestizide aus und ist in Walzbachtal zum Hingucker für Bewohner und Besucher geworden.

Die Jury des Wettbewerbs, der dieses Jahr bereits zum zweiten Mal stattfindet, setzte sich aus Vertreterinnen und Vertretern des Verkehrsministeriums, des Landesnaturschutzverbandes Baden-Württemberg, des BUND Baden-Württemberg, des NABU Baden-Württemberg und der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen zusammen. Bewertet wurden unter anderem die verwendete Saatgutmischung und die fachliche Expertise des Konzepts.

„Wir freuen uns sehr, dass unsere Arbeit im Sinne des Artenschutzes nun landesweit als Leuchtturm-beispiel gilt. Der Erhalt der biologischen Vielfalt ist eines der drängendsten Themen unserer Zeit, das wir auch vor Ort adressieren möchten. Unser Engagement zeigt, dass jeder etwas beitragen kann. Unser besonderer Dank gilt unseren Kollegen des Bauhofs, die das Konzept erarbeitet und umgesetzt haben“, sagt  Bürgermeister Timur Özcan.

Bauhofleiter Sebastian Engel ergänzt: “Die Auszeichnung bestätigt uns darin, die sukzessive naturnahe Umgestaltung unserer Grünanlagen, die wir seit Jahren verfolgen, konsequent weiter zu betreiben. Neben dem ökologischen Mehrwert sind naturnah gestaltete Grünflächen, wenn sie sich erst einmal etabliert haben, auch wesentlich kostengünstiger zu pflegen, was in Zeiten knapper Kassen ein durch-aus wichtiger Aspekt ist.“

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Kommentare (3)

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    Obelix

    |

    Als Antwort auf: Vorbild Walzbachtal
    Herzlichen Glückwunsch an die Gemeinde für die Umsetzung dieses Projekt und die Auszeichnung. Die Blühstreifen unterstützen dabei, den Rückgang von Insektenpopulationen zu stoppen. Daher sollte die Gemeinde und auch Umweltschutzverbände sowie die Grünenfraktionen im Gemeinderat von Weingarten und Walzbachtal unbedingt nachfolgende Studien der DLR beachten: (https://www.dlr.de/content/de/artikel/news/2019/01/20190326_dlr-studie-zu-wechselwirkungen-von-fluginsekten-und-windparks.html) Die Studie stellt einen Zusammenhang zwischen Insektensterben und Windkraftanlagen her. Auf den Höhen der Rotorblätter verkehren riesige Insektenpoulationen. 1200 Milliarden Insekten sterben jährlich an Rotorblättern. Und diese Zahl wurde nur anhand der Rückstände an den Rotorblättern ermittelt. Die Insekten, die durch den Unterdruck an den Rotorblätter verenden, sind hier noch nicht berücksichtigt. Zurecht können wir stolz sein durch Blühstreifen innerhalb des Ortes Insekten zu retten und zu schützen. Aber ist das nicht schizophren, dass die geplanten Windkraftanlagen diese positive Bilanz in kürzester Zeit wieder zunichte machen. Und das an einem Standort, der nicht für Windräder geeignet ist. Wollen wir das in Kauf nehmen? Ich denke, nein.

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    Stefan

    |

    Als Antwort auf: Vorbild Walzbachtal
    Ich komme mal mit einer anderen Studie:
    „ Eine Studie des DLR aus dem Jahr 2019 besagt, dass pro Jahr ca. 1.200 Tonnen Insektenbiomasse in Deutschland an Windrotoren verloren gehen und die Kohle- Atom- und Agrarchemielobbyisten greifen das Thema begierig auf. Das ist lesenswert und doch gemessen an den Hauptursachen des Insektensterbens tatsächlich nur ein Rand- und Nischenthema. Alleine in deutschen Wäldern fressen Vögel 400.000 Tonnen Insektenbiomasse im Jahr! Das Ganze erinnert an die gelenkte Debatte um zu den jährlich 100.000 bis 200.000 von Windrädern getöteten Vögeln, die verhindern soll, dass über die 18 Millionen Vögel diskutiert wird, die in Deutschland an Glasscheiben sterben. Strom aus Kohlekraftwerken und neuen AKW ist nicht nur gefährlich, sondern auch auch viel teurer als Strom aus Windenergie. Gerade darum bekämpfen die Lobbyisten die erneuerbaren Energien mit gezielt vorgeschobenen Scheinargumenten.“ (siehe http://www.bund-rvso.de/insektensterben-quellen-studien-ursachen.html).
    Ich frage mich zudem, wie viele Insekten wohl an den Kühlergrillen unserer Autos sterben.

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    Lars

    |

    Wann kapieren es die Glaubenskrieger der Windkraftverfechtung endlich: Es geht hier vielen nicht um ein generelles NEIN zur Windkraft, sondern um ein NEIN in diesem speziellen Fall aufgrund der überdimensionalen Gigantomanie von 250m Höhe! Aber kleinere Anlagen recken sich ja nicht ausreichend in den kaum vorhandenen Wind…

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