Bei der Hitze hilft nur noch untertauchen

Von der Akte zum Bit

Hauptamtsleiter in der Kritik der Kindergartenleitungen

Die wachsende Zahl von Kleinkindern in Walzbachtal hat in den vergangenen Jahren immer wieder für Unwägbarkeiten bei der Kindergartenbedarfsplanung gesorgt. Das Problem will die Gemeindeverwaltung mit der Einführung des als Wortungeheuer daherkommenden Kinderbetreuungsverwaltungsprogramms endgültig lösen.

Es soll gleichzeitig Teil der Digitalisierungsstrategie von Bund und Land sein. Das Online-Zugangsgesetz verpflichtet die Gemeinden, bereits 2022 über 500 Behördendienstleistungen online zur Verfügung zu stellen. Eine dieser Dienstleistungen soll den Kinderbetreuungseinrichtungen gelten, berichtete Hauptamtsleiter Gerd Eberle dem Gemeinderat.

Schon seit geraumer Zeit arbeite er am Umstieg von der aktengestützten Verwaltung der Kinderbetreuung auf die durch ein EDV Programm. Alle sechs Walzbachtaler Kinderhäuser und die Horte würden dadurch die Gelegenheit erhalten, Anmeldungen über die Homepage der Gemeinde zu empfangen. Die Eltern ihrerseits hätten die Möglichkeit, sich online über Module zu informieren und diese schließlich auch buchen zu können. Die bisher so problematische, parallele Anmeldung eines Kindes in mehreren Kindergärten würde dadurch wegfallen. Das mehrsprachige, mit vielen Online- Elternhilfen versehene Portal würde darüber hinaus zum Abbau von Sprachbarrieren beitragen. Die Kosten würden für die Einführung 24.000 Euro und für die jährliche Betreuung 4000 Euro betragen.

Das Programm würde die Arbeit der Gemeindeverwaltung sehr erleichtern. Es würde aber auch für die Kindergartenleitungen unkompliziertere Anmeldungen mit sich bringen. Doch gerade von dort erhielt der Hauptamtsleiter Gegenwind. „Keine Leitung ist mitgegangen, als ich angerufen habe“, musste er den Gemeinderäten berichten.

Tino Villano bewertete für die CDU-Fraktion die Einführung des Programms zunächst noch als „absolut notwendig“. Die zentrale Vergabe der Plätze würde zur Transparenz beitragen und die Kindergartenleitungen entlasten. Erste kritische Stimmen kamen von Levin Huthwelker (Grüne) und Lukas Akkan (SPD). Beide wunderten sich, dass es keine Absprache mit den Kindergartenleiterinnen gegeben habe. Lukas Akkan fand es „erschreckend, dass die Sorgen und Ängste der Kindergartenleitungen nicht aufgegriffen wurden.“

Auf Vorschlag von Silke Meyer (SPD) unterbrach Bürgermeister Timur Özcan (SPD) die Sitzung, um der Leiterin des Wössinger „Moby Dick“ Sabine Gemmel-Krauß die Möglichkeit für eine Stellungnahme zu geben. Sie wies zunächst die Eingangsbehauptung von Gerd Eberle zurück, dass es keine Platzprobleme gebe. Genau das Gegenteil sei der Fall. Sie kenne keine Kita, die Plätze frei habe. Verletzt fühle sie sich von dem Vergleich, Kinder wie bei Amazon-Bestellungen in Auftrag zu geben. So schnell wie vom Hauptamtsleiter gewünscht, könne das Kinderbetreuungsverwaltungsprogramm nicht umgesetzt werden, meinte sie und bat darum, noch mal mit allen Leiterinnen ins Gespräch zu gehen.

Er sei zeitlich sehr unter Druck gestanden, räumte daraufhin der Hautamtsleiter ein. Er entschuldigte sich und bedauerte, dass er die Kindergartenleiterinnen nicht stärker einbezogen habe. In die Bresche sprang für ihn Kämmerer Uwe Ribstein. Der Datenbestand in der Verwaltung sei miserabel. Mit den bisherigen Abläufen könne man keine fundierte Bedarfsplanung machen. Timur Özcan schlug danach sogar vor, die Entscheidung auf eine Sitzung im nächsten Jahr zu vertagen. Den Vorschlag zog er nach einer erneuten Intervention von Silke Meyer zurück. Ihr Plädoyer, unter dem Vorbehalt der Abstimmung mit den Kindergartenleitungen Zustimmung zur Einführung des Programms zu erteilen, erhielt nur noch zwei Gegenstimmen aus den Reihen der Grünen.

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