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VBU und die Gesundheit

Brettener Unternehmer diskutieren ärztliche Versorgungslage
(PM / NadR) Nach den Prognosen des Landes wird sich die Einwohnerzahl der Stadt, des gesamten Mittelbereichs und in den unmittelbar benachbarten Kommunen des Enzkreises weiter deutlich steigern. Mittelfristig wird in Bretten die Einwohnerzahl auf 35.000 und im gesamten Versorgungsbereich auf über 110.000 ansteigen. Parallel dazu muss auch die medizinische Infrastruktur bedarfsgerecht ergänzt werden. Sorgen bereitet, dass jüngere Ärztinnen und Ärzte sich immer weniger bereit zeigen, Praxen zu übernehmen oder bedarfsgerecht neu zu eröffnen.

Dieses Themas will sich die Vereinigung der Brettener Unternehmer (VBU) am 22. Februar um 19.30 Uhr im Bürgersaal des Alten Rathauses annehmen. Die VBU/BI wird dabei über die aktuelle Situation im Mittelbereich und Mittelzentrum Bretten informieren und mit interessierten Bürgern öffentlich diskutieren. Mitwirken werden niedergelassene Ärzte. Angefragt sind auch die Landtagsabgeordneten im Wahlkreis Bretten und die Regionale Kliniken Holding (RKH).



Zur Versorgungslage sagt die VBU:
Nach einer Stellungnahme des Ministeriums für Soziales und Integration, auf Anfrage des Abgeordneten Joachim Kößler, sei auch unter Berücksichtigung des prognostizierten Bevölkerungswachstums die vertragsärztliche Versorgung in Bretten und Umfeld mit 102,8 % sichergestelt und die erforderliche Anzahl an Hausärzten im Soll. Gleichzeitig gäbe es nach dem Bedarfsplan 2016 eine deutliche Überversorgung bei Fachärzten im Landkreis (Augenärzte 131,3, Chirurgen 163,6, HNO-Ärzte 134,5, Kinderärzte 161,2, Orthopäden 135,1, oder Hautärzte 127,9 Prozent) Der bestehende Versorgungsgrad für Gynäkologen, Radiologen usw. ist mir bisher noch nicht bekannt.

Ebenfalls unbekannt ist der konkrete Versorgungsgrad für den Mittelbereich und das Mittelzentrum Bretten. Das und dass die Facharztdichte nach Mitteilung des Sozialministeriums nicht für das Gebiet des Landtagswahl-Wahlkreises Bretten und damit auch nicht für den Mittelbereich Bretten, sondern nur landkreisweit ermittelbar sei, ist für VBU/BI weder nachvollziehbar noch akzeptabel. VBU und BI fordern und erwarten deshalb, dass Überkapazitäten in Ballungsbereichen in den eher ländlich strukturierten Gebieten zu keinen Zulassungsbeschränkungen führen dürfen. Im Mittelbereich Bretten muss die wohnortnahe, hausärztliche Versorgung in den ausreichend großen Kommunen und im Mittelzentrum Bretten zusätzlich die erforderlichen Facharztangebote erhalten und entsprechend dem Bevölkerungswachstum ergänzbar bleiben.

VBU/BI berufen sich dabei ausdrücklich auf den Landesentwicklungsplan mit dem in den Oberzentren, Mittel- und Unterzentren die für die Bevölkerung erforderliche Infrastruktur bedarfsgerecht sichergestellt werden soll. Der im Juli 2016 vom Landesausschuss der Ärzte und Krankenkassen beschlossene Bedarfsplan und die damit begründeten Zulassungsbeschränkungen steht für uns dazu eindeutig im Widerspruch. Vorrangig muss es um eine bedarfsgerechte medizinische Versorgung der Bevölkerung in und um Bretten gehen. Kostenaspekte dürfen das nicht in Frage stellen.

Schon seit einiger Zeit sind die bestehenden ambulanten Praxen „überlaufen“. Patienten klagen über zu lange Wartezeiten und Ärzte aller Fachrichtungen über eine deutliche Überlastung. Altersbedingt wurden Praxen ohne Nachfolge geschlossen. Weitere niedergelassene Ärzte sind an der Altersgrenze, oder haben sie z.T. schon deutlich überschritten. Es besteht deshalb auch unter Berücksichtigung des immer höheren Anteils älter werdender Menschen und der individuell veränderten Einstellung zur Ausübung des Ärzteberufs ein hoher Handlungsdruck. Praxisübernahmen und ergänzende neue Praxen müssen möglich gemacht werden. Dabei müssen planerische Überlegungen in der Innenstadt und bei der Rechbergklinik aufeinander abgestimmt werden.

Neben der Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung ist für die VBU/BI die schnelle Realisierung des geplanten Fachärztehauses beim Neubau der Rechbergklinik vorrangig. Die Klinik ist zusammen mit der Klinik in Bruchsal Teil des Gemeinsamen Plankrankenhauses. Die Bettenzahl wurde mit dem Neubau auf 120 reduziert. Mit dem an den Neubau der Rechbergklinik anzudockenden Fachärztehaus werden Synergien nutzbar, die die Wirtschaftlichkeit beidseitig verbessern und den Klinikstandort stärken werden. Das darf an landkreisweit bestehenden Zulassungsbeschränkungen nicht scheitern.

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