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Oberderdinger Töpfer zeigt am Sonntag seine Kunst
„Ich werde Keramik machen, so lange ich lebe“, sagt Herbert Wenzel, Töpfermeister aus Oberderdingen. In diesem Handwerk liegt spürbar die Berufung des in sich ruhenden Künstlers. Bei jedem Satz merkt man die Liebe zu seinem Beruf, mit dem er sich trotz „elterlichem Gegenwind“ seinen Lebenstraum erfüllt hat.

20170309 Oberderdingen Wenzel -DSC_3850 In einer Kunstunterrichtsstunde am Gymnasium kommt Wenzel als Schüler zum ersten Mal mit Ton in Berührung und ist fortan fasziniert. Die Eltern drängen jedoch auf einen „anständigen Beruf, bei dem auch etwas dabei herauskommt“, erzählt er. So lässt sich der Kunstliebhaber überzeugen, ein Studium zum Maschinenbauingenieur zu absolvieren. Dieser Beruf führt ihn dann für zwei Jahre ins afrikanische Tansania, wo er als Entwicklungshelfer tätig ist. Dort vertieft sich die Einstellung, seinen Lebensinhalt nicht auf Materialismus basieren zu lassen, sondern auf dem, was man im Herzen trägt.

20170309 Oberderdingen Wenzel -DSC_3854 Nach der Rückkehr in die Heimat erfüllt er sich seinen Traum und erlernt den Beruf des Töpfers. Hochmotiviert möchte er sich selbst und seinem Umfeld beweisen, dass dieses Handwerk ein ernstzunehmender Beruf ist, in welchem man auch etwas bewegen kann.

In einer kleinen Werkstatt in Sternenfels legt Wenzel im Jahr 1977 den Grundstein seines Erfolgs. Innerhalb von nur drei Jahren boomt sein Geschäft und er stellt einen Auszubildenden und einen Gesellen ein. Die Arbeitsstätte reicht nun nicht mehr aus. So verschlägt es ihn 1988 nach Oberderdingen in die Hintere Gasse. Hier saniert er ein aus dem Jahr 1713 stammendes Haus und lässt sich nieder.

Zu dem Sortiment des Künstlers gehört nun ein vielseitiges Angebot an Geschirr, Vasen, Schalen, Wanduhren, Tischleuchten und vielem mehr. Auch Baukeramik in Form von Kachelöfen oder Bodenbelägen beinhaltet das Programm. Nach einem Motorradunfall im Jahr 2006 und einer dadurch bedingten Zwangspause an der Drehscheibe, beschäftigt sich Herbert Wenzel mit frei gestalteten Kunstobjekten. Frostbeständige Gartenskulpturen erweitern jetzt die Auswahl. Bis über die Landesgrenzen hinaus bekannt sind außerdem die wunderschönen Dachfirstfiguren.

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Der Originalität von Herbert Wenzel sind hierbei keine Grenzen gesetzt. So fühlt er sich durch spezielle Kundenwünsche erst so richtig herausgefordert. Neben Schlafwandlern, Katzen, Hexen und Drachen erfüllt der Künstler auch berufsbezogene Figuren-Wünsche, wie Musikanten, Bierbrauer oder Köche.

Der gebürtige Franke, der für seine einmalige Weinreben-Ascheglasur 1990 sogar mit dem Staatspreis für Kunsthandwerk in Baden-Württemberg ausgezeichnet wird, möchte auch weiterhin Produkte mit eigener Handschrift anbieten, Produkte, bei welchen man auch ein „Stück des Künstlers mit kauft“, sagt Wenzel. Er hofft, dass der Trend zum bewussteren Kaufen auch bei der jungen Generation wieder dahingehend zunimmt, dass man die Entstehungsgeschichte eines Artikels kennt. So schließt er sich am kommenden Wochenende gerne dem bundesweiten Tag der offenen Töpferei an und öffnet die Türen seiner Werkstatt am Samstag und Sonntag jeweils von 10-18 Uhr. 20170309 Oberderdingen Wenzel -DSC_3885

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