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Tempo 30 hilft

Walzbachtaler Gemeinderat verabschiedet Lärmaktionsplan
Dem Zwischenbericht zum Lärmaktionsplan stimmte der Walzbachtaler Gemeinderat einstimmig zu und beschloss die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden. Vorgestellt wurde der Bericht von Martin Reichert. Er setzt den Beschluss des Gemeinderats zur Erstellung eines Lärmaktionsplans aus dem Jahr 2016 um. Er sei Teil eines „Riesenprojekts der Europäischen Union“ aus dem Jahr 2002, meinte der Mitarbeiter der Karlsruher Modus Consult. Ziel sei es, dass „alle Menschen in Ruhe und Frieden leben können“.

Walzbachtal sei in das Projekt allerdings erst in seiner zweiten Stufe hineingerutscht, die Straßen mit einem Verkehrsaufkommen über 8000 Fahrzeugen erfasst. Zunächst mussten konkrete Daten über die Belastung erhoben werden. Die lägen mittlerweile vor. Anschließend sollen unter der Beteiligung der Bürger Maßnahmen gegen diese Belastungen erarbeitet werden.

Entscheidendes Kriterium sei die Überschreitung der Lärmschwelle von 70 Dezibel am Tag und 60 Dezibel in der Nacht. Dann könne von einer Gesundheitsgefährdung gesprochen werden. Reichert unterschied deutlich zwischen den Ortsteilen Wössingen und Jöhlingen. Wössingen sei ohne Bundesstraße und mit vielen Tempo-30-Zonen erheblich besser dran. Einzig auf der „Buckelpiste auf der Wössinger Straße“ bereiteten die klappernden LKWs Probleme. In Jöhlingen hingegen gebe es entlang der Jöhlinger Straße viele Brennpunkte, bei denen die Schwelle zur Gesundheitsgefährdung überschritten werde.

Als Mittel der Wahl sah der Schallgutachter eine langgestreckte Tempo-30-Zone. Die Schilder dafür seien schnell aufgestellt und die Tempominderung mache sich sofort messbar bemerkbar. Bei Gefahr im Verzug könne man Tempo 30 sogar anordnen. Damit würden fast alle Jöhlinger Brennpunkte entschärft. Nur im Bereich des ehemaligen Badischen Hofs würde selbst das keine ausreichende Lärmminderung ergeben.

Reichert wies nicht nur für die dort Betroffenen darauf hin, dass aus dem Lärmsanierungsprogramm des Bundes Mittel zur Verfügung stünden. Anwohner könnten Zuschüsse für den Einbau von Schallschutzfenstern beantragen. In vier Wochen werde der Plan zur Einsicht für die Bevölkerung ausgelegt. Eine Info-Veranstalter für die Bürger ist am 10. Mai im Jöhlinger Martinussaal vorgesehne.

Michael Paul (CDU) wertete den Bericht überwiegend positiv. „Etwas zurückzucken vom Tempo 30“ lasse ihn allerdings die Befürchtung, dass damit die Dringlichkeit derB293-Umgehung herabgestuft werden könnte. Auch für die Radwege bringe die Planung Unsicherheiten. Noch kritischer sah seine Fraktionskollegin Jutta Belster die Tempo 30. Wer schnell zur Arbeit müsse, für den sei es „Hardcore“, wenn er über die langgezogene Jöhlinger Straße mit Tempo 30 schleichen müsse. Bei Silke Meyer (SPD) machte sie sich mit diesen Bedenken nicht beliebt. Ihr war das „Gut der Gesundheit ist viel wichtiger in der Güterabwägung“ als das schnelle Vorankommen.

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Kommentare (11)

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    Madro

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    Zum Beitrag „Tempo 30 hilft

    Bitte auch Maßnahme für Ortsausgang beim Schäfer / Penny / DM…..
    Die Motorräder die da direkt nach dem Ortsschild (und manchmal auch davor) „aufdrehen“ sind echt lästig….

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      kritischer Beobachter

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      zum Beitrag „Tempo 30 hilft
      Frau Belster und den schnell zur Arbeit müssenden „harten Kerne“ sei gesagt, dass sie pro 100 Meter 30-er Zone dann eben maximal 4,8 Sekunden früher daheim losfahren sollten. Am besten die Strecke abmessen und ausrechnen, wann man früher losfahren muss! Ist aber nur ein theoretischer Wert, denn die jetztige reale Durchschnittsgeschwindigkeit liegt ja nicht bei 50 km/h, sondern darunter. Meist gehört einem die Straße nicht allein, sondern Abbieger, Radfahrer, Traktoren, Kinder, parkende Autos usw. lassen eben nur eine verringerte Geschwindigkeit zu.. Deshalb dürfte der Zeitverlust also deutlich geringer werden.

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    Kirchplatz

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    Das alle 15 Minuten stattfindende, und zur vollen Stunde heftige nächtliche Gedengel der Turmuhr am Kirchplatz, wird natürlich ignoriert.

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      Lars

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      zum Beitrag „https://nadr.de/tempo-30-hilft/

      Diese Geläute ist nicht mehr zeitgemäß. Ebenfalls das tägliche, minütliche Morgenläuten um 06.00 Uhr. Hier würde es von deutlich mehr Nächstenliebe zeugen, den Menschen ihren Schlaf zu gönnen als nach überholter Tradition mit lauten Geläute die Menschen zu wecken und daran zu erinnern, „Gottes“ Tagwerk zu beginnen. Vorsichtig formuliert. … Provokant formuliert ist es nichts weiter als Ruhestörung.

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        Patrick Meizinger

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        zum Beitrag „Tempo 30 hilft“ wartet auf deine Freigabe

        Genau, und wenn es katholische Tradition wäre, viertelstündlich einen Starenschreck in die Luft zu jagen, dann wäre dies wohl auch ein kulturelles Gewohnheitsrecht. Klar mit einer richtigen Dosis Meßwein ist vieles zu ertragen.

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          Anonymous

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          Der Viertelschlag ist kein sakrales Läuten, somit nicht geschützt durch das Recht der freien Religionsausübung, das Morgentliche 6UhrLäuten vermutlich schon.
          Für das Zeitläuten gilt die immisionsschutzrechtliche Beurteilung in Anwendung der TA Lärm. Dort sind die Lärmgrenzwerte festgeschrieben. Je nach baurechtlicher Einstufung der Gebietsart (Wohngebiet, Gewerbegebiet, Mischgebiet etc.) gelten unterschiedliche Grenzwerte. Ob diese eingehalten werden, lässt sich so einfach nicht beurteilen. Auch die Grenzwerte tagsüber sind natürlich einzuhalten.
          Vermutlich liegt ein Mischgebiet vor, wobei es in der Nähe der Kirche auch allg. Wohngebiete in den Bebauungsplänen ausgewiesen gibt.
          Eine Anfrage an die Gemeinde könnte vielleicht etwas anstoßen.
          Von echter Nächtstenliebe würde es zeugen, wenn zwischen 22-06 uhr auf das Zeitläuten freiwillig verzichtet werden würde. Twechniosch notwendig ist es jedenfalls nicht mehr, die Bevölkerung hat andere Möglichkeiten, sich über die Uhrzeit zu informieren.

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    Anonymous

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    zum Beitrag „Tempo 30 hilft

    Man sollte sich doch auch mal Gedanken um die bestehenden 30 er Zonen machen in denen jeder zweite meint es wäre eine 50 plus Zone

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      Lars

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      Zum Beitrag „Tempo 30 hilft

      Es zeugt von absoluter Hirrnlosigkeit vieler Autofahre, die außerhalb geschlosserner Ortschaften als Verkehrshindenis mit 70 – 80 Km/H unterwegs sind, und dann in den Ortschaften nur leicht abzubremsen und mit 60 weiterzufahren. Vorzugsweise praktiziert von Fahrzaeuge eines Stuttgarter Autobauers und Kleinwagen niedrigerem Kostenniveaus. Und dieses ständig zu langsam fahren führt auch dazu, das man nach ewigem hinterherzocken dann vielleicht mal aus Genervtheit etwas zuviel Gas gibt.

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    Finkenhäusle

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    zum Beitrag „Tempo 30 hilft

    Dann bitte auch den Ortausgang Wössingen in Richtung Königsbach begutachten, beurteilen und bewerten! Hier liegt meine Erachtens eine ganz massive Gesundheitsgefährdung vor, da hier die Grenzwerte öfters überschritten werden. Hier drehen nicht nur die Motorräder vor und nach dem Ortsschild auf , sondern auch sehr viele Autos. Ich lade hiermit Herrn Martin Reichert sehr gerne ein, sich hierüber persönlich ein Urteil machen und bilden zu können.

    Anmerkung der Redaktion:
    Tja, jetzt müsste Herr Reichert bloß noch wissen, wer ihn wann einlädt.

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    Senf dazu

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    Ach ja, dieser Lärm.
    Die rasenden Autos. Die Kirchenglocken. Der Nachbarshund der sich 30 Minuten am Stück über einen vorbeilaufenden Fußgänger bellend ärgert. Die Rasenmäher die am Samstag von acht bis acht brummen. Die spielenden, fröhlichen Kinder auf dem Spielplatz. Der Jugendliche der seine Anlage bis zum Limit aufdreht. Der Bohrhammer des Häuslerestaurierers. Das Draufgehämmere des möchtegern Schlagzeugstars,… nicht zu vergessen die Vögel, die tatsächlich schon vor den Kirchenglocken zwitschern!
    Mir ist es hier zu laut. Ich halt das nicht mehr aus. Ich zieh in die Stadt.
    Dort ist der Grundlärmpegel so hoch, dass man die Ursache gar nicht definieren kann. 🙂
    Da stinkt es auch nicht nach Gülle und Blütenpollen legen sich nicht so sehr auf den Schränken ab.
    Aber zurück zum Thema: 30er Zone. Ich finde 30 bei Spielplätzen, Schulen, Kigas, Seniorenheimen usw. absolut richtig. Aber sonst kann ich mich nicht damit anfreunden. 40 km/h finde ich hingegen okay. Das wäre ein Kompromiss zwischen der lärmbelästigten Bewohner und den gehetzten Autofahrern.
    Die 4,8 Sekunden helfen mir unheimlich, wenn es darum geht noch VOR dem LKW auf die Bundesstraße zu kommen.

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    Lars

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    Es gibt gesetzliche Regelungen, die auch von der Kirche einzuhalten sind. Ein nächtlicher Viertelschlag wurde nicht umsonst schon oft untersagt. Aber die Kirche bewegt sich ja in so vielen Dingen an den Bedürfnissen der Menschen vorbei, was ja auch die Austritte belegen. Herrn oder Frau „Senf dazu“: Ich möchte nicht wissen, was für eine Protestwelle aufbranden würde, würde ein Muezzin für eine Moschee mehrmals täglich zum Gebet rufen würde.
    Etwas weniger Polemik wäre hier sicherlich angeraten, es geht um eine dauerhafte nächtliche Ruhestörung.

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