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Beiträge mit Tag ‘Personen’

Bretten,Personen,Schule,Walzbachtal

Gute Fee

Seit seit zehn Jahren engagiert sich Renate Siegel ehrenamtlich im Brettener Hohberghaus. Sie leitete die Jugendlichen der Tagesgruppe 10 künstlerisch an. Unter anderem hat sie mit ihnen Schmuck, Blumenskulpturen und Gemälde gestaltet. In Kooperation mit der Hochschule Pforzheim begleitete Renate Siegel ein Modeprojekt.

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Gunda Fahrion – die schönste aller Schäferinnen

16.01.2012 23:32 von Arnd Waidelich Ein Artikel aus unsererm Archiv Schäferin Gunda Fahrion Gunda Fahrion ist Schäferin. Im Winter eine harte Arbeit. Selbst wenn der erste scharfe Frost Raureif auf die Gräser legt, ist sie draußen bei ihren Schafen. Nun ist das für einen Schäfer ja nichts Außergewöhnliches. Außergewöhnlich ist nur die Frau, die ihre Schafe derzeit rund um Jöhlingen hütet. Fast glaubt man, ein Model habe direkt vom Laufsteg in die Schäferweide verirrt. In der Tat „bin ich schon gefragt worden, ob ich modeln wollte, aber das ist nichts für mich!“ ist sie sich ihrer Schönheit wohl bewusst. Unter dem breitkrempigen Hut hat sie die schwarzen Haare zu einem adretten Zopf geflochten, lugen grüne Augen kat-zenhaft hervor. Ein Diamantstecker im Nasenflügel, ein zartes Make Up betont die harmonischen Gesichtszüge. „Ich bin eitel!“ gesteht sie mit einem Lächeln. Für ihr Aussehen tut sie eini-ges. Morgens beginnt ihr Tag schon vor fünf Uhr mit festen Ritualen. Laufen mit den Hunden, Rückengymnastik und dann ein gründliches Make Up. Abends ist der Tag allerdings schon um 9 Uhr für sie zu Ende. In der elterlichen Landwirtschaft groß geworden, war ihr schon als kleines Mädchen klar: „Ich wollte immer etwas mit Tieren zu tun haben.“ Auf Wunsch der Mama absolvierte sie zwar zunächst noch eine Lehre als Köchin, holte später mittlere Reife und Abitur nach. Erst nach verschiedenen Jobs als Trainerin im Fitnessstudio oder als Erntehelferin begann die 32-Jährige ihre Ausbildung zur Schäferin in Futterkamp bei Kiel. Sechs Jahre hütet die 32-jährige jetzt schon Schafe. Zunächst als Springerin und Lohnschäferin, hat mal im Wohnwagen, mal im Bauwagen gehaust. Sesshaft ist sie nie geworden. Geht auch gar nicht. Damit die Herden auf den Weiden genügend Futter finden, müssen die Tiere oft große Entfernungen zurücklegen. Sie führt ein nomadenhaftes Leben. Als Eremit fühlt sie sich trotzdem nicht. „Ich habe mir das ausgesucht, damit ich meine Ruhe habe. Ich bin nicht einsam“, sagt sie, denn Kontakte fehlen ihr nicht: „Es kommen immer wie-der Leute vorbei, die mit mir ein Schwätzchen halten wollen.“ Eine große Rolle spielen für sie Ivan, Jule und Silas. Die drei altdeutschen Hütehunde seien für sie „wichtiger als das Schaf. Meine Stimmung hängt davon ab, wie die Hunde arbeiten“. Die sind auch ihre Versicherung. Bei so einer Frau allein draußen in der Flur könnte schon mal einer auf dumme Gedanken kommen. Aber die Hunde passen auf. So schön die Frau, bleibt ihre Arbeit doch hart. „Im Moor mit Gummistiefeln im halbgefrorenen Wasser, da sind die Finger steif am Abend, da kannst du nicht mehr den Mantel aufknöpfen“, erinnert sie sich an die Weiden in Norddeutschland. „Andere Schäfer setzen sich bei dem Wetter ins Auto. So was mache ich nicht. Das ist für mich nicht Schafe hüten, sondern nur hoffen, dass die Schafe nicht weglaufen.“ So widrige Bedingungen findet sie im Kraichgau nicht vor. Seit 12 Wochen versucht sie, von Untergrombach aus selbst eine eigene Herde aufzubauen. Etwas über 60 Tiere sind es mittlerweile geworden. Gunda Fahrion hofft, dass ihre kleine Herde bald auf die 400 bis 450 zugeht. Zusammen mit den Lämmern sei das die Grenze, ab der man von der Schafzucht leben kann. Derzeit ist sie noch auf eine Nebenbeschäftigung angewiesen. Doch sie ist genügsam: „Ich brauche nicht viel Geld. Ich mache keinen Urlaub und habe kein Wochenende“. Nicht dass sie sich darüber beklagen würde. Im Gegenteil. Wäre sie nicht bei ihren Schafen, „da hätte ich ein schlechtes Gewissen.“

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„Immer noch mein Traumberuf“

22.10.2011 10:42 von Arnd Waidelich Kritische Anmerkungen zu den Rahmenbedingungen der Alltagsarbeit der Polizeiarbeit Bruchsal ist menschenleer. In der Nacht von Samstag auf Sonntag scheint die Innenstadt um Mitternacht wie ausgestorben. Ganz vereinzelt trabt verloren eine Gruppe Jugendlicher mit einer Riesenflasche Cola über die Friedrichstraße. Ihre Bewegungen werden in dieser Nacht mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt. „Wenn da mal nur Cola drin ist“, misstraut Polizeihauptmeister Klaus Henke, der mit Polizeimeisteranwärter Nicolas Reinartz in dieser Nacht Streife fährt, dem Inhalt. Die beiden sind von ganz oben angewiesen, die Augen offen zu halten. 10.000 Euro Schaden haben nächtliche Brandstifter in den letzten Wochen mit dem Entzünden von Mülltonnen angerichtet. Ein Sachschaden also, der sich in Grenzen hält. Kein Grund indessen für die Bruchsaler Polizei die Hände in den Schoß zu legen. „Die Bevölkerung ist stark beunruhigt“, berichtet Dienstgruppenleiter Peter Hubbuch. Das macht auch vor der Politik nicht Halt. Aus dem Rathaus sei die Erwartung geäußert worden, „dass wir etwas tun.“ Henke und Reinartz sind Teil dieser Bemühungen. Klaus Henke ist ein „alter Hase“ in seinem Revier. Seit mehreren Jahrzehnten schon durchstreift er in den Nächten des Wochenendes die Bruchsaler Innenstadt. Er kennt die Brennpunkte wie seine eigene Hosentasche. „Es sind immer die gleichen Stellen, an denen es in den Nächten von Freitag auf Samstag und Samstag und Sonntag Probleme gibt“, grinst er und meint damit die „sündige Meile“ Bruchsals: Den FKK-, einen Swinger-Club, die Discotheken „A5“ und „Unity“ etwa, wo Autos aus der ganzen Bundesrepublik vorfahren. Ob Glücksspiel, Erotik oder Disco – „Bruchsal hat alles!“ grinste Henke. Und es hat die Probleme „Wo du eine Diskothek hast, da hast du Rauschgift und Körperverletzungen“, weiß der Polizeihauptmeister aus seinen Erfahrungen. Gegen Ende der Nacht gehe es oft heiß her, sagt er, morgens gegen fünf, „wenn sich die Jungs um die Mädchen prügeln“. In dieser Nacht hingegen schieben sie zunächst eine ruhige Kugel. Es geht auch mal nach Forst, dann durch die Fußgängerzone. Vor der Sparkasse stoppt Klaus Henke den Wagen. Im Schalterraum der Bank lungern ein paar Jugendliche herum. Ein bekanntes Bild für den erfahrenen Polizisten. „Um zwölf rum schließt der Bahnhof. Wer beim Warten auf die Bahn nicht frieren will, der kommt hierher“, zeigt er Verständnis für die Jugendlichen. Kurz die Ausweise kontrolliert und schon geht es weiter. Ein paar Meter weiter lässt er plötzlich die Seitenscheibe herunter. „Hey, muss das sein?“ beordert er – vollkommen ruhig bleibend – ein älteres Pärchen her, das mit einem Krückstock einen Oleanderbusch am Straßenrand traktiert hatte und sich jetzt mit einigen Blüten im Knopfloch davon machen will. Ein milder Verweis, das wars dann aber auch schon. Er berichtet von der Kontrolle eines Spielplatzes in der Bruchsaler Südstadt. Mit faustgroßen Steinen seien sie dort schon beworfen worden. „Südstadt eben“, meint er ein wenig verbittert. Da helfe auch nicht die Aktion „Sicheres Bruchsal“, die sein Chef ins Leben gerufen habe. Zusätzliche Polizeipräsenz solle dafür sorgen, dass die Jugendlichen den Problembereichen fern bleiben. „Aber wo sollen sie denn hin? Die sind aus Bruchsal, die können sich doch nicht in Luft auflösen!“, schüttelt er den Kopf. „Wir bekämpfen das Symptom und nicht die Ursachen. Wir bräuchten mehr Streetworker und städtische Angebote“, meint der Polizist, der als Forster Gemeinderat ein politisches Wörtchen mitreden kann. Es sind diese Dinge und die Rahmenbedingen, so sagt er, die ihn belasten. „Wir hatten heute Morgen schon Dienst von 6.30 Uhr bis 12.30 Uhr, dann ein bisschen schlafen und um 18 Uhr geht es schon weiter mit der Nachtschicht. Das geht an die Substanz.“ Ohne Pause. Zum Essen und Trinken, den Gang zur Toilette müssen sie ins Revier fahren. Zweifel an seinem Beruf aber kommt bei den beiden nicht auf. en bei ihm nich tauf. „Das ist immer noch mein absoluter Traumberuf. Vielfältig, abwechslungsreich und man hat mit vielen Leuten zu tun“, sagt Jan Nicolas Reinartz. „Die Polizei, dein Freund und Helfer“ – der fast schon abgedroschen klingende Slogan – „Das ist immer noch mein Motto“, bestätigt Klaus Henke. „So gehe ich mit den Bürgern um. Sie sollen zufrieden sein, wenn sie mit mir zu tun gehabt haben.“

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Ein Hobby – gut für die Seele

16.09.2011 12:20 von Arnd Waidelich Josef Schmitteckert – Korbflechter aus Diedelsheim Ein strahlender Weidenkünstler Josef Schmitteckert: „Korbflechter sind ausgeglichene Menschen.“ Einen Korb vom Geliebten zu bekommen, das hat schon manches Frauenzimmer umgehauen. Wenn jedoch Josef Schmitteckert seine Körbe der holden Weiblichkeit zuteilt, dann kommt Freude auf. Des Diedelsheimers Körbe nämlich sind aus Weide und hochbegehrt, weil nicht nur vielfach verwendbar, sondern darüber hinaus auch noch hoch dekorativ. Er übt ein Handwerk aus, das selten geworden ist in Deutschland. Von Profis wird es kaum noch betrieben. So ist es auch bei Josef Schmitteckert. Werklehrer an der Diedelsheimer Pestalozzischule ist seine eigentliche Profession. Doch mittlerweile hat für ihn das Körbeflechten einen Rang jenseits des Hobbies erhalten. Er macht das keineswegs nur mehr aus Spaß oder zur persönlichen Befriedigung. „Ich habe ein Gewerbe angemeldet und mache das nebenberuflich“, sagt er. Fasziniert hat ihn das Körbeflechten erstmals während eines Besuches der Landesgartenschau 2004 in Kehl. „Auf der Straßburger Seite habe ich damals Dinge gesehen, die haben mich umgehauen. Das war richtige Weidenkunst. Da stand für mich fest: Ich muss auch so was machen“, erinnert er sich an die Anfänge. Das neue Hobby war gut für seine Seele. „Korbflechter sind ausgeglichene Menschen. Das macht zufrieden“, lächelt er, während er mit flinken Fingern einen geschmeidigen Weidenzweig um die etwas stabileren Äste eines strahlenförmigen Grundgestells flicht. „Wenn er hektisch ist, dann geht er an einen Korb und schon wird er ruhiger“, bestätigt Lebensgefährtin Renate Pinhard lächelnd. Ein ruhiger Lebensgefährte war ihr etwas wert. Als sich die ersten Versuche als unbefriedigend herausstellten, schenkte sie ihm einen Kurs bei Hans-Peter Sturm in Dormitz bei Erlangen. Er gilt als der „Papst“ der Weidenflechterei. Doch für Korbflechter gibt es nicht nur einen Papst. Es gibt auch eine Hauptstadt. Wenn in Lichtenfels „Korbermarkt“ ist, trifft sich die europäische Korbflechterszene. Dort lernte er bei Klaus Seyfang erneut neue Techniken kennen. Inzwischen gilt er bei den Fachleuten in der Region selbst als einer, bei dem man Rat holen kann. „Er ist ein Naturtalent“, meint ein Kollege, der ihm beim Peter—und-Paul-Fest über die Schulter schaut. Was er dort fast spielerisch unten am Seedamm präsentierte, das ist gar nicht so einfach. Um die Weiden herumzuwinden, braucht es Kraft in den Fingern, andererseits aber auch ganz viel Fingerspitzengefühl. Runde um Runde wuchsen dort vor den Augen der Zuschauer in rasantem Tempo die Körbe in die Höhe. Die Seitenflächen eines Korbes flach zu bekommen, gelingt nicht jedem. Ihm schon. „Dabei hat sich am Rezept für einen guten Korb im Laufe der Jahrhunderte nichts verändert. Auf die Weide kommt es an“, verrät er. Dafür nimmt er nur die Beste. Die ist aus der Pfalz. Eine halbe Tonne davon hat er auf Lager, aus Neupotz von einem Bauern, der sieben Hektar von den biegsamen Gerten anbaut. Um weitere Kunstwerke aus dem, Hause Schmitteckert muss den Abnehmern also nicht bange sein. Wers etwas genauer in Augenscein nehmen will: Am 23. Oktober ist Josef Schmitteckert beim Kunstgewerbemarkt in der Hessenkelter in Kürnbach.

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Hermann Wagner – ein Wössinger Urgestein

„Mir wird es bestimmt nicht langweilig!“
Ende dieser Woche schließt Spielwaren-Wagner in der Wössinger Rappenstraße seine Pforten für immer. Damit endet eine Ära, ohne die für viele Wössinger ihr Dorf gar nicht vorstellbar war. Doch nicht nur eine geschäftliche Wössinger Institution geht von Deck. Mit Seniorchef Hermann Wagner verlässt ein Wössinger Urgestein die Brücke des Einzelhandels. Generationen von Wössingern haben zunächst in der Kelterstraße, später in der Rappenstraße sich mit Lebensmitteln, Getränken und später Spielwaren versorgt. Immer unorthodox und flexibel. Unvergessen und für heutige Zeiten unvorstellbar, dass sich Kinder, die übermütig ihr Feuerwerk frühzeitig verpulvert hatten, in der Silvesternacht kurz vor Mitternacht frisch munitionieren konnten. Es ist kein Zufall, dass das Geschäft sich zuletzt immer mehr auf den Getränkehandel konzentrierte. Dort hat es seine Wurzeln. Gegründet im Jahr 1948 vom wagemutigen Onkel Richard Wagner hat Hermann Wagner die Zeit noch miterlebt, als dieser Onkel im Hinterhof in der Kelterstraße (die Wössinger sagen dazu „Kelterwies“) selbst Sprudel machte im mit einer eigenen Abfüllanlage. „Ich habe als junger Bub halt meinem Onkel geholfen. Da bin ich irgendwie reingerutscht“, erinnert sich Hermann Wagner. Später legte er dazu die Grundlagen mit einer Lehre als Kaufmann. Finanziell war er weniger gut auf die Geschäftsübernahme im Jahr 1964 vorbereitet. „Mit 46,20 Mark habe ich angefangen“, schmunzelt er heute noch über den finanzschwachen Start: „Selbstverständlich habe ich sofort ein Darlehen aufnehmen müssen.“ Am Anfang als Edeka, „aber dann haben wir uns auf Schreibwaren und Spielwaren spezialisiert, als mit dem Primo im Lebensmittelsegment ein großer Konkurrent kam.“ Bis dahin ging man in den 60er und 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts ganz selbstverständlich zum „Kandä-Hoina“ in die „Kelterwies“ zum Einkaufen. Dieser Wössinger Slang hat seine historischen Wurzeln. „Mein Ururgroßvater Heinrich Wagner, der hatte früher die Gaststätte zur `Kanne`“, klärt Hermann Wagner auf. Dort wo heute auf dem Pausenhof der Grundschule die Kinder spielen, da stand die „Kanne“. Deren Scheune ist als Pausenhalle deren letztes Relikt. Im Wössinger-Deutsch ist die „Kanne“ ganz einfach die „Kandä“. Weil es damals so viele Wagner in Wössingen gab, wurde aus dem damaligen Heinrich Wagner der „Kandä-Hoina“, um ihn zu unterscheiden von dem „Rösles Hoina“ oder dem „Wegles Hoina“. Der Name blieb über Generationen, ja fast Jahrhunderte hinweg im „Familienbesitz“. „Das ist für mich kein Schimpfwort“, zeigt sich Hermann Wagner stolz auf diese sprachliche Tradition. Dreißig Jahre bis 1994 blieb er dem Standort in der „Kelterwies“ treu. 1971 wagte er die Erweiterung mit der Eröffnung einer Filiale in Königsbach und 1994, da florierte es noch bei Wagner, den Umzug und die Vergrößerung in die Rappenstraße. Sechzehn Stunden jeden Tag habe er damals hingeklotzt. Dazu kam sein starkes Engagement beim Roten Kreuz nicht nur als Ortsvereins-, sondern auch als Unterkreisvorsitzender. Das blieb nicht ohne gesundheitliche Folgen. Mit 29 hatte er schon den ersten Herzinfarkt. Nicht nur dass zwei weitere folgten, kamen zwei Hirnschläge hinzu. Wo andere längst die Flinte ins Korn geworfen hätten, da gibt ein Hermann Wagner noch lange nicht auf. „Du darfst dich von so was nicht unterkriegen lassen“, zeigt er auch nach einer schweren Herzoperation immer noch täglich Flagge. Seinen Humor hat er nie verloren. Fast niemand kam in den nahezu 40 Jahren aus seinem Laden, ohne dass er irgendeine flapsige Bemerkung gehört hätte oder mit einem Witz bedacht worden wäre. Eines der letzten Wössinger Originale ist immer noch legendär in dieser Beziehung. Jetzt ist er offiziell im Ruhestand. Oder besser „Unruhestand“. Denn wenn man mit ihm redet, dann muss man auf viele Unterbrechungen gefasst sein. Mal will der was von ihm, mal jene. Dann klingelt das Telefon und noch einmal das Telefon – Hermann Wagner ist immer noch ein viel gefragter Mann. Wie will er denn ohne die Umtriebigkeit auskommen? „Ach, mir wird es bestimmt nicht langweilig, sagt er. Ich muss sicher immer wieder bei meinem Sohn in Jöhlingen aushelfen“, sagt er und deutlich ist dann doch ein bisschen Wehmut herauszuhören. „Ich habe das aufgebaut, aber der Markt hat sich anders entwickelt. Örtliche Geschäfte können nicht mehr überleben. Aldi, Lidl und Co mischen alles auf“, zieht er ein bittere Quintessenz.

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