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Taten statt Worte

Der Ruiter Ortsvorsteher Aaron Treut zieht Konsequenzen aus Hochwasservorfällen
Es ist so eine Sache mit diesem Winter. Die einen freuen sich über die milden Temperaturen, den anderen ist er nicht kalt genug. Zur letzteren Spezies gehört Aaron Treut. Der Ruiter Ortsvorsteher wartete seit dem Herbst auf knackige Kälte, die den Boden rund um die Salzach hätte erstarren lassen sollen. Ideale Voraussetzungen wären das gewesen für eine Aktion, die er seinen Ruitern nach dem Hochwasser am 1. Juni 2013 versprochen hatte. Den Bäumen und den Hölzern sollte es an den Kragen gehen, die bei einem nächsten Hochwasser als Hindernis im Abfluss dieselben katastrophalen Folgen nach sich ziehen könnten wie im letzten Jahr. „Es muss ganz einfach verhindert werden, dass sich noch einmal ein solcher Rückstau bilden kann“, sagt Treut.

Jetzt kurz vor Ende der Frist am 1. März, in der man der Natur noch ungestraft in die Zügel greifen kann, sah er ein, dass er in den sauren Apfel beißen und im schlammigen Untergrund zur Tat schreiten müsse. Seit gestern rückt er mit einem vierköpfigen Trupp von Bernd Ehrenfeuchter den Bäumen an der Salzach mit der Motorsäge zu Leibe. Pappeln und Erlen, die vorher gekennzeichnet wurden werden zuerst mal gefällt, später im Monat entfernt und weiter verarbeitet.

Der Ortsvorsteher sieht sich als einer, der dem vielen Reden nach dem Hochwasser endlich Taten folgen lässt. Die Zeit der Bachbegehungen und Ratschläge sei vorüber. Ruit wolle andere Zeichen setzen. Er wolle als Ortsvorsteher „das mir Menschenmögliche tun, um meine Bürger zu schützen“.

Dazu zählt er nicht nur den Gehölzrückschnitt. Dazu zählt er auch Reparaturen in der innerörtlichen Verdolung, die Beseitigung von Fließhindernissen oder das schlichte Umsetzen von am Bachlauf lagenderndem Brennholz. Die Ruiter würden sich damit endlich der Pflegerückstände entlang des Bachs annehmen, derer sich seit 15 Jahren niemand angenommen habe. Heftige Kritik hat er parat für Monika Rausch-Förster, die sich im Rathaus eher als Verhinderin denn als Partner in dem Bemühen sieht, einen effektiven Hochwasserschutz auf den Weg zu bringen. Sie räume dem Naturschutz einen viel zu hohen Stellenwert ein. Für ihn jedoch gelte das Prinzip: „Menschenschutz geht vor Naturschutz!“. Der Hochwasserschutz sollte eine ganz andere Priorität genießen.

Den Vorwurf des Aktionismus wil er sich nicht gefallen lassen. Es seien moderate Maßnahmen, die sogar mit Oberbürgermeister Martin Wolff und Baubetriebshofchef Konrad Beisel abgesprochen seien. Das kurzfristige Handeln müsse allerdings, darüber sei er sich bewusst, in das Gesamtkonzept eingebettet werden, das von dem Hügelsheimer Ingenieurbüro Wald& Corbe ausgearbeitet wurde.

Schließlich verstehe er sich nicht nur als Ortsvorsteher von Ruit. Als Ortsverbandsvorsitzender der CDU sehe er sich auch in der Verantwortung gegenüber der Kernstadt und den anderen Stadtteilen. Zwischen dem Oberlauf der Salzach bei Kleinvillars und Bretten gebe es in der Talaue eine riesige Retentionsfläche, die ungenutzt da liege und andererseits neben der Kernstadt auch für Rinklingen und Diedelsheim von unschätzbarem Wert sein könnte. Diese Möglichkeit sollte man nutzen.

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