Täglich 800

Impfen in Heidelsheim und Sulzfeld nimmt Fahrt auf / Mobile Impfteams impfen erstmals in Gemeinden / „Pilotprojekt“ in Zaisenhausen

(PM). Mit Beginn der Impfkampagne am 22. Januar waren die an den Zentralen- und Kreisimpfzentren stationierten mobilen Teams (MIT) unterwegs, um den Bewohnern in den Pflegeheimen ein Impfangebot zu machen. Nachdem alle stationären Pflegeeinrichtungen im Landkreis Karlsruhe mit der Erstimpfung versorgt sind und bis Mitte März auch die Zweitimpfungen verabreicht sein werden, können die mobilen Teams in den Gemeinden eingesetzt, um vor Ort Personen über 80 Jahren der Priorität 1 ein Impfangebot zu machen. Premiere war am 1. März die Gemeinde Zaisenhausen.

„Wohnortnahes Impfen ist für ältere Menschen, die nicht mehr so mobil sind ein ganz wichtiges Angebot“ betonte Landrat Dr. Christoph Schnaudigel der sich zusammen mit Bürgermeisterin Cathrin Wöhrle vor Ort selbst vom Anlauf des Projekts überzeugte. Er machte deutlich, dass damit ein wichtiges Anliegen vieler älterer Menschen  aufgegriffen und umgesetzt wird. „Die mobilem Impfteams helfen Hindernisse beim Impfen abzubauen“, so der Landrat. Die Interessierten älteren Bürgerinnen und Bürger werden direkt von den Gemeinden angeschrieben und müssten sich nicht mehr um die teilweise aufwändige Terminsuche kümmern. Zudem ist das Angebot wohnortnah, die Fahrt in die Impfzentren entfällt.

Er dankte der Bürgermeisterin, dass sich Zaisenhausen sofort als Pilotgemeinde gemeldet hatte; zusammen mit dem Landratsamt Karlsruhe wurden die Vorbereitungen getroffen. Mit der Pilot-Impfaktion wurden wertvolle praktische Erkenntnisse und Erfahrungen gewonnen, die nun auf die anderen Gemeinden übertragen werden können. „Die Städte und Gemeinden im Landkreis Karlsruhe können dadurch in organisatorischer und logistischer Hinsicht profitieren“, sagte der Landrat.

„Als wir den Bedarf abgefragt haben, war eine große Freude und Dankbarkeit bei den Menschen zu spüren“ berichtete Bürgermeisterin Cathrin Wöhrle. Fast die Hälfte der rund 100 Impfberechtigten über 80 Jahre hatten bereits zuvor einen Termin in einem der Impfzentren vereinbart. Mit der Aktion des mobilen Impfteams und 35 verabreichten Impfungen konnte diese Zahl nun auf fast 90 Prozent erhöht werden. Um die Impfaktion schnell und reibungslos durchführen zu können hatte die Gemeindeverwaltung Impfmappen angelegt, das Feuerwehrgerätehaus wurde an diesem Vormittag zu einem Impfzentrum umfunktioniert, mit Registrierungs- und Wartebereich, einem Praxisraum und einem Raum für die Nachbeobachtung – ganz ähnlich wie in den „großen“ Kreisimpfzentren. Die gute Vorarbeit hatte Erfolg: in weniger als 10 Minuten war jeder Impfvorgang erledigt.

„Das ist eine tolle Botschaft, dass so viele Zaisenhausener über 80 Jahren nun eine Erstimpfung erhalten bzw. ihren Termin vereinbart haben“ freute sich Landrat Dr. Christoph Schnaudigel. Für das Landkreisgebiet stehen neben den Mobilen Teams der vom Landratsamt betriebenen Kreisimpfzentren in Bruchsal-Heidelsheim und Sulzfeld auch mobile Teams der Zentralen Impfzentren Heidelberg (für den nördlichen Landkreis) und Karlsruhe (für den südlichen Landkreis insgesamt sechs mobile Teams zur Verfügung. Er appelliert an die Gemeinden, von diesem Angebot rege Gebrauch zu machen.

Der Landrat berichtete weiter, dass seit 1. März in den Kreisimpfzentren in Heidelsheim und Sulzfeld die Impfungen mit dem Impfstoff Astra-Zeneca angelaufen sind. Sämtliche zur Verfügung stehende Termine sind derzeit ausgebucht. Dies sei ein Beleg, dass die Kunde, dass dieser Impfstoff nur verhalten angenommen werde bzw. sogar ein „Ladenhüter“ sei, im Landkreis Karlsruhe nicht zutreffe. Da von diesem Impfstoff nun größere Mengen geliefert werden, werden in den beiden Impfzentren täglich zusammen rund 800 neue Termine angeboten. Er appelliert daher an alle derzeit Impfberechtigten, vom Impfangebot Gebrauch zu machen.

Bildtext: Ein Mobiles Impfteam hat erstmals außerhalb eines Pflegeheimes geimpft. Landrat D. Christoph Schnaudigel (rechts) und Bürgermeisterin Cathrin Wöhrle (2.v.r.) überzeugten sich vom Anlaufen der Aktion im Zaisenhausener Feuerwehrhaus.

Bildtext: Bürgermeisterin Cathrin Wöhrle zeigt die von der Gemeinde Zaisenhausen erstellte Impfmappe, die für den zügigen Ablauf der Aktion sorgte.

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Kommentare (12)

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    Harald Kann

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    Als Antwort auf: Täglich 800
    Ich kann es nicht mehr hören. Seit einem Jahr dreht sich alles nur noch um die alten Menschen. Die Zukunft wird aber von den jüngeren Generationen gestaltet. Und warum müssen die Alten alle geimpft werden? Die haben doch nur noch einen geringen Anteil am gesellschaftlichen Leben.
    Es wäre doch besser die jüngeren Menschen zu impfen, dann kann das gesellschaftliche Leben wieder starten, es wird Umsatz gemacht und es kommt wieder Geld in die Kassen. Denn eins ist klar. Diejenigen, welche mit ihren Erträgen überhaupt das Vermögen erwirtschaftet haben, um den ganzen Wahnsinn zu finanzieren, stehen jetzt vor dem Bankrott.

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      Waidelich Arnd

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      Als Antwort auf: Täglich 800 Als Antwort auf: Harald Kann
      Ich hab ein wenig geschluckt über diesem Kommentar und mit mir ringen müssen, ihn freizuschalten. Doch es gibt nicht wenige, die so denken. Damit hat auch dieser Kommentar seine Berechtigung auf NadR.

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      Thomas

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      @ harald Kann
      oje,oje, da sieht man mal wieder wie naiv und blauäugig Sie denken. „jeder DRITTE Konsum-Euro wird von 60plus ausgegeben.gesamt 315 Mrd. Euro“ Tendenz steigend !!!
      Denken Sie mal darüber nach WER die meisten jungen Ehepaare, Familien etc, unterstützt, wer die teueren Autos kauft, wer Häuser gebaut und weiter vererbt, wer mehr Sparguthaben hat…WER die Unternehmen aufgebaut hat..
      Und vor allem denken Sie mal darüber nach, WER schon mal so eine Äußerung gemacht hat und was dabei rausgekommen ist..so vor ca 85 Jahren

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        Harald Kann

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        Hallo Thomas,
        mein Kommentar bezieht sich auf den Artikel ‚Täglich 800‘. Da geht es um Menschen über 80 Jahren der Priorität 1. Ich gebe Dir recht was den Konsum von 60+ angeht. Ich gehöre da auch schon dazu.
        Aber die Generation Ü80 – dazu gehört zum Beispiel meine Mutter – macht nicht mehr so viel.
        Ich würde lieben gerne wieder rausgehen und mein Geld ausgeben, darf aber nicht.

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          S.Fabry

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          Als Antwort auf: Täglich 800 Als Antwort auf: Harald Kann
          Ojeoje, wenn ich die Kommentare lese … Bin selbst nahe an die 73. Aber nie und nimmer würde ich erwarten, dass wegen mir eine ganze Wirtschaft, mit Verschuldungen über Generationen, an die Wand gefahren wird, nur um dass ich vielleicht etwas länger leben kann. Die meisten der Coronatoten stammen aus den Pflegeheimen, d.h. deren Geld fließt nicht mehr wirklich unterstützend in die ‚Wirtschaft‘. Klingt sehr, sehr hart, ich weiß, ist aber so – auch wenn so mancher dabei schlucken muss. Soviel zum ’schlucken muss‘ Thema.
          Ältere, zu denen ich mich auch zähle, warum können die sich nicht selbst schützen? Warum muss, z.B. wegen mir, die Jugend mit Ausgehverbot ‚bestraft‘ werden? Das sind ganz wenige Jahre, die nie mehr nachgeholt werden können. Kitas geschlossen werden, deren Wert, deren Einfluss auf die Entwicklung der Kinder gar nicht hoch genug eingeschätzt wird, Kinder/Schüler im Homelearning – wehe die Eltern können dem nicht folgen und ihre Kinder nicht unterstützen – die ganze Wirtschaft lahmgelegt wird. Oder anders gefragt, was steckt wirklich dahinter? Das ist die Frage aller Fragen, zumindest für mich, wenn ich mir die Zahlen anschaue:
          Zahlen bundesweit.
          Als Grundlage der Berechnung dienen die Daten des RKI, DESTATIS und JHU CSSE. Siehe Quellenangabe
          https://www.absolute-zahlen.com/#Quellenangabe

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        Anonymous

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        Als Antwort auf: Täglich 800 Als Antwort auf: Thomas
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      Jöhlingerin

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      Sorry, war froh, dass ich gesessen bin, als ich den Kommentar gelesen habe. Also am Besten den Ü-70 oder Ü-80 jährigen das Leben absprechen, wäre wohl dann das einfachste und günstigste. Meine Eltern sind über 70zig und nehmen sehr wohl noch sehr aktiv am Leben teil. Und nur zur Infomation, selbst die Pflegeheimbewohner nehmen noch am Leben teil, soweit sie diese noch können, genau so wie Menschen mit Behinderungen. Glauben sie diese würden nicht mal gerne einen Ausflug machen oder ein Konzert besuchen, zudem sie die ganze Situation, aufgrund ihrer Erkrankungen meist nicht wirklich richtig verstehen. Also wäre dann in Ihren Augen wohl besser, junge und gesunde Menschen zuerst zu impfen und Risikopatienten, dann ans Ende zu setzten. Denke manchmal echt, der Virus ist nicht das schlimmste, die Einstellung der Menschheit ist als viel schlimmer, echt traurig. Und zum Thema Geld, ja finds auch sehr traurig, dass viele Geschäfte wirtschaftlich sehr darunter leiden, aber im gesamten gesehen ist die Krise keine Minus Rechnung, denn das was den „kleinen“ fehlt, haben die grossen wie z.B. Amazon, Facebook und Co. verdient. Sie können ja weiter einkaufen, geht ja alles online, von Lebensmittel, Kleidern und Konzertkarten, also kommt doch Geld in die Kassen. Vielleicht mal ein guter Zeitpunkt, das eigene Ego denken ab zu legen und ab und anmal über den eigenen Tellerand rausschauen, wäre als hilfreich. Sorry meine Meinung 🙂

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    Lars

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    Viel bedenklicher finde ich, das wir (unsere Politiker und deren Entscheidungen) bei sicherlich richtiger Priorisierung so unendlich langsam sind und die unter 60er nicht schon dran sind, weil trotz Impfung der alten sie nun an der Reihe wären. Beim Impfstoff bestellen, bei einer praxisnahen Terminvergabe mit funktionierendem Nachrückersystem, dass nicht Mio. Impfdosen in den Kühlschränken legen bleiben und auch wieder beim Bestellen von Tests wurde viel Zeit verschenkt, vorsichtig formuliert.
    Aber BTT, das ist wieder Bundespolitik. Ich hoffe nur, das das Tempo anzieht, denn wenn wir weiter so impfen, dauert das noch bis 2023..

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    WDB

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    Als Antwort auf: Täglich 800
    Lieber Arnd
    Bei deinen Veröffenlichungsskrupel gehe ich gerne mit. Das hätte ich jedoch nicht veröffentlicht. So wird in subtiler Weise die Gesellschaft weiter gespalten. Dies tun in unserem Lande schon genug Andere. Da kommt mir ein wenig zu viel Konsum vor. Mammon vor Mensch – welch eine Haltung! Ich wünsche dem Herrn nicht, dass ihm seine Meinung eines Tages auf die Füße fällt.

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    Nachbar

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    Lieber WDB,
    da gebe ich ihnen vollkommen recht. Solche sozialdarwinistischen Geronto-Euthanasie-Phantasien finde ich auch unpassend. Die Aussage von Herrn Kann heißt genau das, wenn man die Gruppe mit der höchsten Sterblichkeit an der Krankheit nicht als erstes impft: „Lasst die Alten halt sterben.“

    Und genau deshalb hat sich der Ethikrat anders entschieden.

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    Anonyma

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    Ich kann diese Einstellung von diesem Herrn Kann kaum mehr ertragen…ich lebe mit meinen Eltern in deren Haus, 81 und bald 78jährig. Unser Opa hat die erste Impfung, das beruhigt mich, dass es weiter geht…. ich frage mich seit mehreren Monaten und für mich unmöglichen Kommentaren, was ein Herr Kann denn in Walzbachtal hält? Hat er günstig Baugrund erworben? Will er „aussortieren“? Also, bei viel Respekt, irgendwann weiß man als Walzbachtaler, auf wen man Rücksicht nehmen muss aus verschiedenen Gründen, das macht uns aus, aber die Einstellung dieses Herrn Kann setzt sich hoffentlich hier nicht durch….

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    Raimund Würtz

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    Als Antwort auf: Täglich 800
    Lebenslicht
    Manche Geschichten erzählen, dass sich der Boandlkramer vor dem letzten Sensenschwung zu einem kurzen Dialog beim Vorbestimmten meldet. Erstaunt und wehklagend meinen Einige, es sei noch nicht an der Zeit und man könnte verhandeln. Zuerst die Alten – tönt es im imperativen Duktus, jetzt in Corona Zeiten. Sinnierend relativiert der Tod das Alter und verweist auf einen weiteren Faktor der Zeitbestimmung. Der Vorbestimmte hält das für blödes Geschwätz und erdreistet sich, den Tod der Dummheit zu bezichtigen. Genau diese, so der Tod, ist es, die der Zeit angerechnet wird. Kaum gesagt, erlosch dann auch die Funzel.

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