Header

Stimmung auf Null

Beim Partyservice brechen die Aufträge weg

Wenn Diana Westermann über ihren Partyservice spricht, dann kommt ein Strahlen in ihre Augen. „Kochen, das ist für mich pure Leidenschaft“, sagt die ländliche Hauswirtschafterin. Dass sie ihre Arbeit auch als Berufung bezeichnet, macht es ihr doppelt schwer, sich mit ihrer derzeitigen Situation abzufinden. Wie bei allen Kollegen hat auch bei ihr der Corona-Lockdown alles auf Null heruntergefahren. Ihr Partyservice existiert im Moment praktisch nicht mehr.

Das schafft nicht nur wirtschaftliche Probleme. Dass die Erfüllung, mit der sie ihren Beruf betreibt, auf Eis gelegt ist, das hat psychische Konsequenzen. Normalerweise haue sie so schnell nichts um, meint die Neibsheimerin, ergänzt aber: „In den letzten vier Wochen habe ich mich schon dabei ertappt, wenn ich in die leere Küche gehe oder in den leeren Terminkalender gucke, dass meine Stimmung auf Null sinkt“. Manchmal wache sie morgens mit dem Gedanken auf, sie erlebe im Moment nur einen bösen Alptraum, der mit dem Aufwachen vorbei ist und „dass es wieder so ist, wie es einmal war.“

Hofft in ihrer derzeit kalten Küche auf Lockerungen wenigstens vor Weihnachten.

Ganz abgesehen davon, dass die monatlichen Kosten weiterlaufen, bedauere sie „meine tollen Aushilfen, die ich nach Hause schicken und ihnen sagen musste: ich habe keine Arbeit mehr für euch.“ Dies aus einer Situation heraus, in der es richtig gut lief für den Partyservice Westermann. Große Events mit mehreren hundert Gästen in Schloss Bauschlott oder auf dem Schwarzerdhof seien ebenso weggebrochen wie die großen Hochzeiten mit tollen Brautpaaren, die schon eineinhalb Jahre vorher gebucht hatten. Die Solidarität der Kunden freut sie ganz besonders. „Die war immer da. Man hat gemerkt wie wichtig wir den Kunden sind das zu spüren war toll“, sagt sie.

Der zweite Lockdown trifft sie noch härter als der erste. Während des ersten sei sie noch guten Mutes und voller Energie gewesen. Schon am 20. März – einen Tag nach dem Herunterfahren – hätte sie gemeinsam mit ihrem Mann einen Hofverkauf mit Burgern organisiert. „Wir waren die ersten. Wir wollten irgendwie weitermachen. Dazu fehlt mir im Moment aber noch die Kraft“, blickt Diana Westermann sorgenvoll in die Zukunft. Dies umso mehr, als ein Zwischenhoch nach den Lockerungen im August und September für etwas Optimismus gesorgt hatte, der mit dem zweiten Lockdown in die Tiefe gerissen wurde. „Ich kämpfe darum, dass die Leidenschaft wieder zurückkehrt“, sag sie und hofft auf ein klein wenig Licht am Ende des Tunnels an Weihnachten. Für den Heiligen Abend und Silvester plant sie ein Vier-Gänge-Menü zum Abholen.

Nicht anders geht es den Kollegen. Beim Oberderdinger Partyservice Klotz ist der Umsatz ebenfalls total weggebrochen. „Es darf ja niemand mehr Partys feiern“, bedauert dort die Chefin. Der normale Verkauf in ihrer Metzgerei laufe allerdings weiter. Diesen Verkauf hat auch Axel Zickwolf in der Brettener Weißhoferstraße nie vernachlässigt wie er sagt. Er sei immer zweigleisig gefahren und profitiere jetzt davon. Bei den Außer-Haus-Lieferungen seien einzig Firmenaufträge übrig geblieben, wo 70 Personen über Tranchen von jeweils 15 Personen in einem großen Aufenthaltsraum beliefert werden können.

Trackback von deiner Website.

Kommentieren

Home Footer Links