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Sprantal hochwasserfrei

Gewässerschau der Stadt Bretten am Hungergraben
So wörtlich hätte Petrus das Thema Gewässerschau am Mittwoch nicht nehmen müssen. Monika Rausch-Förster, die an diesem Tag die Fäden in der Hand hatte, und ein stattlicher Trupp an Fachleuten hatte die Aufmerksamkeit eigentlich ausschließlich auf die Gewässer der zweiten Ordnung richten wollen. Doch schon beim Start kurz vor dem Nussbaumer Ortsrand am Einfluss eines Regenrückhaltebeckens in den Hungergraben musste die Runde, mit rustikalen Stiefeln gegen das Feucht von unten gewappnet, auch mit reichlich Wasser von oben und den Regenschirmen kämpfen.

Entsprochen hatte die Gruppe einer relativ neuen, 2014 in Kraft getretenen gesetzlichen Verpflichtung, mindestens alle fünf Jahre eine Schau aller Gewässer und wasserführenden Gräben vorzunehmen. Das sind in Bretten immerhin 80 Kilometer. Zunächst habe man sich auf die engmaschige Kontrolle der Abschnitte konzentriert, die bei Hochwasserereignissen Probleme bereitet hatten. Dies sei in den vergangenen Jahren abgearbeitet worden, informierte Monika Rausch-Förster. Deshalb habe man sich jetzt den Abschnitt von der Nussbaumer Grenze bis in Höhe des Baubetriebshofs vornehmen können.

  Überrascht zeigte sich Rausch-Förster, dass sie eine stattliche Anzahl von Gästen begrüßen konnte. Neben Brigitte Oberkauchner und Kerstin Koschorke, die im Landratsamt für den Zustand der oberirdischen Gewässer zuständig sind, waren dies die Experten vom Abwasserzweckverband Susanne Strauß und Henry Waldhauer, Baubetriebshofleiter Peter Thom und Konrad Beisel und Landwirt und Anlieger Rudolf Müller. Mit dem ersten Sprantal ansteuernden Linienbus gesellte sich wenig später der regenschirmbewaffnete Vorsitzende der BUND Ortsgruppe Bretten Gerhard Dittes dazu.

Ein Rätsel tat sich gleich am Anfang der Tour auf. Der Hungergraben, der in der Regel seinem Namen alle Ehre macht und auch an diesem Tag kein Wasser führte, erhält immer wieder eine ordentliche Schüttung aus einem kurz hinter dem Nussbaumer Ortsrand gelegenen Regenrückhaltebecken. Dieser Einlauf wurde vor fünf Jahren mit riesigen Kalksteinblöcken gesichert und das ist notwendig. Denn „wenn er Wasser führt, dann aber ordentlich“, meinte Rausch-Förster. Da seien sogar vereinzelt riesige Kalksteinblöcke weggeschwemmt worden.

Der Sprantaler Ortsetter selbst sei von solchen Ereignissen bisher verschont geblieben. Schwierigkeiten hatte es in der Vergangenheit lediglich in einem flachen Teilstück vor einem Einlaufrechen am Ortsrand gegeben. Otto Schnäble, dort Gartenbesitzer und mühsam am Krückstock sich vor Ort quälend, führte heftige Klage, dass ihm das Hochwasser nahezu jedes Jahr der Früchte seiner Arbeit beraube und er bisher noch keine Hilfe erhalten habe. Eine Klage, um die Monika Rausch-Förster im Vorfeld schon wusste, sie aber trotzdem ebenso in ihr Diktaphon wie eine Reihe anderer Aufgaben aufnahm in eine abzuarbeitende Liste.

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