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Shuttle shuttled schlecht

Anfang August schloss der Wössinger Edeka seine Pforten. Um einen Versorgungsnotstand zu vermeiden, hat sich die Gemeinde Walzbachtal um eine Übergangslösung mit dem Nachfolger REWE bemüht. REWE, die genau gegenüber dem jetzigen Edeka-Standort Mitte nächsten Jahres einen Standort mit Vollversorgung eröffnen will, hat dafür einen sogenannten Shuttle-Service eingerichtet. Kostenlos holt ein Bus jeden Tag zwei Mal an vier Standorten in Wössingen und in Jöhlingen die potentiellen Einkäufer ab und bringt sie in den REWE-Markt nach Weingarten und zwei Stunden später wieder zurück. Nach einem Monat zeigt sich: der Service wird von nur wenigen Wössingern angenommen, in Jöhlingen so gut wie gar nicht. Die schwache Resonanz bestätigt Joachim Dietz, Fahrdienstleister der mit den Busfahrten beauftragen Oberderdinger Firma Wöhrle. In der Regel seien die Busse mit einer Kapazität von 42 Fahrgästen maximal mit zehn Personen besetzt. Manchmal würden sie auch leer nach Weingarten fahren. Dienstags und mittwochs seien die höchsten Frequenzen. Er erwarte wegen der Ferienzeit erst ab Mitte September „vernünftige Zahlen“. Gleichzeitig zeigte sich Dietz skeptisch, dass die Besetzung der Busse jemals über 15 Personen hinausgehen werde. Diese Form des Shuttles sei nicht das, “was wir uns vorgestellt haben“, reagiert Dieter Bühler zurückhaltend auf den REWE-Service. Der Walzbachtaler Seniorenbeiratsvorsitzende hätte sich erheblich mehr Haltestellen an der Wössinger Peripherie gewünscht. Mit Einkäufen schwer bepackte Senioren hätte man damit einen langen Heimweg ersparen können. Obwohl der Niederflurbus genau diesem Personenkreis ein leichtes Einsteigen selbst mit eine Rollator ermögliche, sei er nicht verwundert darüber, dass angesichts der weiten Wege der Service nicht so in Anspruch genommen werde. Er setze weiter auf die Variante mit kleineren Bussen und hofft auf einen Versuch nach dem Ablauf der ersten Probephase. Der würde sich eher lohnen, meint Bühler. Im Augenblick allerdings müsse ganz einfach die von REWE gewählte Form akzeptieren. Hoffnung auf eine schnelle Änderung macht Bürgermeister Karl-Heinz Burgey nicht. Erst nach einer Probezeit von drei Monaten werde im Oktober eine Auswertung und eine eventuelle Anpassung des Angebots stattfinden, informiert der Walzbachtaler Bürgermeister auf Anfrage dieser Zeitung. Es bleibe aber bei der REWE-Zusage, den Shuttle-Service auf jeden Fall so lange aufrecht zu erhalten, bis der neue Markt in Betrieb ist. Für die schwache Resonanz macht der Bürgermeister neben allen anderen widrigen Umständen wie etwa die Ferienzeit auch oppositionelle Kräfte im „Oberdorf“ verantwortlich. Ihm lägen Informationen vor, so bestätigt Burgey, wonach „es in Wössingen Personen/Personengruppen gibt, die auf mögliche Nutzer, insbesondere Senioren, einwirken, damit diese das Angebot nicht nutzen. Die Gemeinde geht diesen Informationen derzeit nicht weiter nach. Wir gehen davon aus, dass die betroffenen Bürgerinnen und Bürger für sich selbst entscheiden können, ob sie das Angebot nutzen wollen oder nicht.“ Nach den Sommerferien wolle die Gemeinde dem entgegen treten mit weiteren Informationen über das Angebot. Änderungen am Shuttle-Takt oder zusätzliche Abfahrtstellen beim Einsatz eines kleineren Busses könne die Gemeindeverwaltung mit REWE frühestens im Oktober diskutieren.

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