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Schutz und Sicherheit

BLV eröffnet neue Wohngruppe für Mädchen und junge Frauen in Not
(PM) Manchmal brauchen Kinder und Jugendliche schnell einen sicheren Platz, wo sie zur Ruhe kommen, akute Krisen bewältigen und professionelle pädagogische Unterstützung finden können. Bei Notfällen und Gewalt in der Familie, aber auch bei Wohnungslosigkeit oder wenn sie als unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Deutschland ankommen. Eine Wohngruppe für Inobhutnahme (ION) ist ein solcher Schutzraum. Am Donnerstag, 4. Mai 2017, feierte der Badische Landesverein für Innere Mission (BLV) die Eröffnung seiner zweiten Wohngruppe dieser Art. Inklusive eines „Notfallbetts“ können dort bis zu neun Mädchen und junge Frauen zwischen 12 und 18 Jahren unterkommen.

Bärbl Mielich, Staatssekretärin im Ministerium für Soziales und Integration und Mitglied des Landtags Baden-Württemberg (Grüne) sowie die Landtagsabgeordneten Andrea Schwarz (Grüne) und Joachim Kößler (CDU)

Bärbl Mielich, Staatssekretärin im Ministerium für Soziales und Integration und Mitglied des Landtags Baden-Württemberg (Grüne) sowie die Landtagsabgeordneten Andrea Schwarz (Grüne) und Joachim Kößler (CDU)

Bärbl Mielich, Staatssekretärin im Ministerium für Soziales und Integration und Mitglied des Landtags Baden-Württemberg (Grüne) sowie die Landtagsabgeordneten Andrea Schwarz (Grüne) und Joachim Kößler (CDU) nahmen an der Feierstunde zur Eröffnung der neuen Wohngruppe, die im Brettener Stadtzentrum liegt, teil. Auch Bürgermeister Michael Nöltner (CDU) war gekommen. Christine Jung-Weyand, Vorstand des Badischen Landesvereins, begrüßte die Ehrengäste aus der Politik ebenso wie die Vertretungen der Jugendämter des Landkreises Karlsruhe, des Enzkreises und der Stadt Pforzheim sowie alle weiteren Anwesenden. Sie verwies auf die große Schutzbedürftigkeit der in Obhut genommenen Mädchen und jungen Frauen und auf die damit einhergehende große Verantwortung. Über die in der ION aufgenommenen Geflüchteten sagte sie: „Die jungen Mädchen und Frauen waren lebensbedrohlichen Gefahren ausgesetzt, mussten traumatische Situationen erleiden. Ihnen ist besondere Aufmerksamkeit, Hilfe und Unterstützung zu gewähren. Der Badische Landesverein nimmt sich dieser relevanten Aufgabe gerne an.“ Jung-Weyand verwies auf die guten Perspektiven, die das Hohberghaus im Anschluss biete, beispielsweise in Form von Regelwohngruppen. Denn in der Wohngruppe für Inobhutnahme bleiben die Aufgenommenen meist nur einige Tage oder Wochen, bis sie zurück in die Familien können. Oder bis, in enger Zusammenarbeit mit dem zuständigen Jugendamt, eine sogenannte Folgemaßnahme gefunden ist. „Wir bieten damit sowohl Schutz in akuten Notsituationen als auch mittel- und längerfristige Perspektiven“, resümierte Jung-Weyand.

Staatssekretärin Mielich lobte in ihrem Grußwort die Eröffnung der weiteren Wohngruppe ausschließlich für Mädchen in Bretten. Sie bezeichnete die Kombination aus dem Angebot der Inobhutnahme für Mädchen und den zahlreichen anderen Angeboten im Hohberghaus als „ziemlich einzigartig in Baden-Württemberg.“ Sie versicherte außerdem, sich auf Landesebene weiterhin dafür einzusetzen, dass die Jugendhilfe für die unbegleitet minderjährigen Ausländerinnen (UmAs) zuständig bleibt, denn „Kinder und Jugendliche brauchen besonderen Schutz.“

Alfred Gscheidle ist Einrichtungsleiter des Hohberghauses, der Jugendhilfeeinrichtung des BLV. Er erklärte, dass viele sogenannte Systemsprengerinnen in Obhut genommen werden. Er sagte: „Die jungen Frauen lassen kaum Bindungen zu, halten sich oft nicht an Vereinbarungen und Regeln und verschwinden häufig. Hier sind gut ausgebildete pädagogische Fachkräfte mit hoher Belastbarkeit gefragt.“ Er bedankte sich daher bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren außergewöhnlichen Einsatz. Auch den Jugendämtern sprach er seinen Dank aus für die vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Die Bewohnerinnen trugen auch selbst zur Eröffnungsfeier bei, sie hatten ein keines Quiz für die Gäste vorbereitet. Remus Pepene, Bereichsleiter stationäre Jugendhilfe im Hohberghaus, und Wendy Boscher, Erzieherin in der ION, führten Interessierte durch die großzügigen Räumlichkeiten der Wohngruppe und beantworteten zahlreiche Fragen zum Leben dort. Die Gäste erfuhren so, dass zusammen gekocht wird und dass gemeinsame Aktivitäten für das Selbstbewusstsein der Mädchen zentral sind. Im Moment leben bereits sechs Bewohnerinnen in der Wohngruppe. Einige von ihnen erlaubten den Gästen sogar einen kurzen Blick in ihr Zimmer. Dank ging an Jeremy Amend, der die Veranstaltung mit klassischer Cello-Musik begleitete und an die engagierten Vermieter der Räumlichkeiten. Diese erzählten, dass sie einst selbst in der Wohnung lebten, die zukünftig Schutzraum für Not- und Eilaufnahmen sowie für Geflüchtete bieten wird.

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