Schulnote für den Bürgermeister?

Bürgerinitiative gegen Windkraft mit harter Kritik am Walzbachtaler Bürgermeister

Die Gegner der Windkraftanlage auf dem Weingartener Heuberg lassen nicht locker. Zum wiederholten Mal traten sie zur Fragestunde des Walzbachtaler Gemeinderats an. Im Visier stand dieses Mal Bürgermeister Timur Özcan. Die Erwartungshaltung an ihn war und ist groß. Zu groß als dass er sie erfüllen könnte.

Özcan habe sich in den vergangenen Monaten weder am Infostand der Bürgerinitiative in Weingarten, noch in Jöhlingen, noch in Wössingen sehen lassen. Ebenso nicht bei der Begehung der Bürgerinitiative am geplanten Standort vor Ort auf dem Heuberg. „Zeit hat man nicht, man muss sie sich nehmen“, lautete der Vorwurf eines der beiden Vertreter.

Als gewählter Vertreter der Bürger müsse es für einen Bürgermeister verpflichtend sein, sich aus erster Hand zu informieren und auch die Stimmung der Bevölkerung auszuloten. Der Bürgermeister habe darüber hinaus keinerlei Ergebnisse der von ihm angekündigten Gespräche mit dem Landratsamt und Bürgermeister Bänziger bekanntgegeben. Er habe sich auch nicht eindeutig zum Projekt in der Öffentlichkeit positioniert. Wohl habe er sich skeptisch zur geplanten Höhe der Anlage geäußert, habe bisher aber eine niedrigere Anlage nicht ausgeschlossen. Er lehne „also auch nicht den Bau von Windkraftanlagen an unwirtschaftlichen Standorten generell ab“.

Eine aktive Positionierung wie sie beispielsweise die Walzbachtaler CDU vorgenommen habe, sei „absolut überfällig“. Der Bürgermeister verkenne den Ernst der Lage und die massiven Auswirkungen auf das Leben in Walzbachtal.

Eine Schulnote wollte sich Timur Özcan nicht geben wie dies der BI-Vertreter gefordert hatte. Diese Frage lasse sich nicht in ein, zwei Sätzen beantworten. Er wiederholte die früher schon während der Fragestunden geäußerte Position, dass es einer gründlichen Beratung bedürfen und der Analyse des Urteils des Verwaltungsgerichtshofs Mannheim. Das aber liege noch nicht vor. Schon mehrfach habe er darauf hingewiesen, dass er die Höhe inakzeptabel finde, er sehr wohl aber den Ausbau regenerativer Energien befürworte.

Ein zweiter BI-Vertreter forderte das Erstellen eines unabhängigen Gutachtens zu den Aspekten von Natur und Umweltschutz. Im Moment sei die Zeit dieses Gutachten in Auftrag zu geben. Die Bürgerinitiative wünsche sich die Beteiligung der Gemeinde an einem solchen 30.000 Euro teuren Gutachten oder die Unterstützung einer Spendenaktion für diesen Zweck.

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Kommentare (1)

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    S.Fabry

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    Danke Herr Waidelich für diesen Artikel. Stimme dem voll zu. Ey, wo bleibt denn eine Antwort oder irgendwelche Stellungnahme unseres Herrn Bürgermeisters?
    Irgendwie, meine Wahrnehmung, ’schwimmt‘ er bei Entscheidungen bzgl. unseres Wohls, unserem Leben in Walzbachtal. Ein mehrheitlich von Bürgern gewählter Bürgermeister. Enttäuschend – für mich. Er wird doch hoffentlich nicht diese/unsere Wahl als Sprungbrett in die Politik genutzt haben wollen?

    Und dennoch, muß man ihm lassen, im Kreis von Kindern und Jugendlichen macht er sich (fotogen) ausgesprochen gut. Aber bitte doch auch an deren Zukunft, dieser/unserer Kinder denken!

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