Herbst auf dem Jöhlinger Kirchplatz

Schritt in die digitale Zukunft

Großer Bahnhof an den beruflichen Schulen Bretten (BSB): Lernfabrik 4.0. eingeweiht
(PM) Zur Einweihung der Lernfabrik 4.0. waren neben der Staatssekretärin vom Wirtschaftsministerium, Katrin Schütz (CDU), Dr. Landrat Christoph Schnaudigel und den Landtagsabgeordneten Joachim Kössler (CDU) und Andrea Schwarz (Grüne) zahlreiche Kommunalpolitiker und Firmenvertreter in das neue Lernlabor der BSB gekommen, um die Lernfabrik 4.0. einzuweihen. Da der der ursprüngliche Antrag auf eine zweistufige Lernfabrik beim Förderaufruf des Landes 2015 wegen der großen Resonanz nicht berücksichtigt werden konnte, haben Landkreis und Schule selbst die Initiative ergriffen. Stand der Technik ist, dass Menschen, Produktionsanlagen und Produkte miteinander kommunizieren. Dies wird durch die Vernetzung der Kommunikationstechnik mit der industriellen Produktion nötig, was die Industrie 4.0. erst ermöglicht.
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Ein besonderes Merkmal des Brettener Konzeptes ist der RetroFit-Gedanke. Will heißen: Bestandsmaschinen werden in das Projekt integriert. Die Maschinen wurden mit intelligenten Sensoren ausgestattet, die den Zustand laufend überwachen. So wird lange vor einem Ausfall erkennbar, wenn Lager ausgeschlagen sind oder Werkzeuge ersetzt werden müssen. Damit wird das abstrakte Konzept von Industrie 4.0. für Auszubildende fassbar gemacht. Landrat Christoph Schnaudigel freute sich als Schulträger, dass die BSB zahlreiche Förderer aus der Wirtschaft für dieses zukunftsweisende Projekt gefunden hat, schließlich halte die Digitalisierung auch Einzug in der beruflichen Bildung. Er dankte den anwesenden Kreisräten, dass der Kreisrat auch ohne Landesförderung die notwendige Investitionssumme von 250.000 Euro bewilligt habe. Zudem seien von der Wirtschaft weitere 50.000 Euro an Unterstützung gekommen. Schnaudigel wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die BSB auch an das Glasfasernetz angeschlossen werden würden, entsprechende Förderanträge habe er dem Innenministerium vorlegt.
Bürgermeister Michael Nöltner (CDU) freute sich ausdrücklich über die Inbetriebnahme und sei „mit viel Herzblut“ zu Einweihung gekommen. „Es ist äußerst positiv zu bewerten, dass die Wirtschaft die Sinnhaftigkeit und Notwendigkeit von Industrie 4.0 erkannt hat.“
Staatssekretärin Katrin Schütz hob die Bedeutung von Industrie 4.0 auch für die mittelständischen Unternehmen hervor: „Die Digitalisierung wird alle Segmente unserer Wirtschaft betreffen, egal ob die Automobilproduktion im Premiumsegment oder den Mittelstand zur Prozessoptimierung.“ Hochflexible, wie intelligente Produktionen würden eine Abkehr von der klassischen Serienproduktion nötig machen, so Schütz weiter.
Bevor Schüler die digitalisierte Anlage demonstrierten, gratulierte Thomas Baumeister, Geschäftsführer der Bosch-Siemens-Hausgeräte Bretten, stellvertretend für alle Firmen, die das Projekt unterstützt hatten. „Wettbewerb beginnt weder in den Fabrikhallen oder in den ´Forschungslaboren, sondern in den Klassenzimmern“, so Baumeister.
Schulleiterin Barbara Sellin, die das Projekt mit ihren Kollegen initiiert und vorangetrieben hatte, unterstrich die „praxisnahe Ausbildung an Schule und die enge Zusammenarbeit mit den Betrieben in der Region.“ Mit der Lernfabrik 4.0. sei eine grundlegende Voraussetzung dafür geschaffen worden. Die Landtagsabgeordneten und die Staatssekretärin bekamen indes vom Landrat Hausaufgaben mit nach Stuttgart: Für den notwendigen Ausbau des Projektes hoffe man künftig auf Fördermittel der neuen Landesregierung.
Text und Fotos: Bernd Neuschl

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