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Schattenwurf problematisch

EnBW stellte Windkraftanlage im Walzbachtaler Gemeinderat vor / Weingartener Straße in Jöhlingen betroffen

Auf dem Heuberg zwischen Weingarten und Jöhlingen soll eine Windkraftanlage entstehen. Der Standort befindet sich komplett auf Weingartener Gemarkung. Entscheiden über diesen Standort wird deshalb ausschließlich der Weingarten der Gemeinderat. Auf Wunsch der Walzbachtaler Kollegen informierte die EnbW jetzt auch im Walzbachtaler Rat ausführlich über das Projekt.

Dass es nicht unumstritten ist, machte schon in der anfänglichen Fragestunde Ex-Gemeinderat Jürgen Pfund mit einigen Fragen deutlich, die später auch von den Gemeinderäten aufgegriffen wurden. Dazu zählte selbstverständlich die Windhöffigkeit, der Schattenwurf der 247 m hohen Windräder, Lärmbelästigungen und der Eingriff in die Natur, besonders den Wald.

Matthias Trenkel, Projektbeauftragter der EnBW, machte schon eingangs deutlich, dass das Projekt noch mindestens zwei Jahre in Anspruch nehmen werde. Das Planungsrecht liege aber mittlerweile schon bei der EnBW. Zum Thema Windhöffigkeit konnte Trenker noch keine eigenen Messungen vorlegen. Die werden erst in diesem Herbst stattfinden und bis in eine Höhe von 220 m reichen. Seine Erwartungen gehen von einer Windhöffigkeit von 6,1 Meter pro Sekunde aus. Ob das allerdings ausreiche, hänge auch vom Anlagentyp ab. Pro Anlage erwarte er einen Stromertrag von 5,6  Megawatt, für den ganzen Park mit fünf Anlagen von 28 Megawatt. Die Schallbelästigung verglich er mit der einer Waschmaschine. Im Jöhlinger Ortsrand sei mit einem Lärmpegel zu rechnen, der vergleichbar sei mit der einer Bibliothek.

Jöhlingen sei anders als Weingarten vom Schattenwurf betroffen. Während die nach Westen ansteigende Topographie Weingarten schütze, entstehe mit einem Schwerpunkt in der Weingartener Straße 108 ein kritischer Punkt. Für genau solche Hotspots gebe es aber genaue gesetzliche Vorgaben. Pro Tag dürfte der Schattenwurf des bewegten Rotors maximal 30 Minuten, pro Jahr maximal acht Stunden dauern. Würden diese Werte überschritten, so schalte die betroffene Anlage automatisch ab. Bei besonders vielen sonnenreichen Tagen könnte das bedeuten, dass die Anlage schon Ende Mai bis in den August hinein abschaltet. Fotosimulationen über die Sicht auf die Anlagen waren in den Präsentationen zu sehen, die für die Besucher bereit lagen.

Schmackhaft will die EnBW die Anlage durch Beteiligung an den Erträgen machen, die ausschließlich Walzbachtalern und Weingartenern vorbehalten bleiben. Die Beteiligung solle 3 bis 3,2 Prozent Gewinn bringen. Die EnbW sei mittlerweile dabei, Pachtverträge mit Grundstückseigentümern abzuschließen, wozu hauptsächlich die Gemeinde Weingarten gehöre.

CDU Fraktionssprecherin Jutta Belstler fand mit dem Vorwärmerturm des Wössinger Zementwerks einen treffenden Vergleich. Die Windkraftanlagen seien zweieinhalb mal so hoch. Die Anregung statt auf Windkraft auf Photovoltaik zu setzen, wies Trenkel zurück. Um einen gleichen Ertrag zu erzielen, müsse man eine riesige PV-Fläche in Anspruch nehmen.

Er wies auch darauf hin, dass mit der vorgeschlagenen Beschränkung auf Windkraftanlagen im Norden Deutschlands milliardenschwere, schwer durchzusetzende Stromtrassen vonnöten wären, die vom Stromkunden bezahlt werden müssten, während vor Ort die EnbW diese Kosten übernehme. Im Gegensatz zur Photovoltaik blieben die Flächen unter den Windkraftanlagen außerdem weiter bewirtschaftbar. Der Transport der riesigen Flügel sei mittlerweile durch neue Transport-Methoden auch in engen Zufahrtsstraßen möglich.

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Kommentare (2)

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    Carsten

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    Als Antwort auf: Schattenwurf problematisch
    Eine sehr gute Sache da immer mehr Menschen mehr Strom brauchen eine super Sache. Danke für die Energie

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