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S4 durchgängig zweispurig?

Kreistag vergibt Planungsleistungen an die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft

(PM) Auf der Stadtbahnstrecke S4 zwischen Karlsruhe und Heilbronn, die werktags mit über 16.000 Fahrgästen (vor Corona) sehr stark frequentiert ist, sollen weitere Teilstrecken zweigleisig ausgebaut werden. Der Landkreis Karlsruhe hatte die Albtal Verkehrsgesellschaft (AVG) im Mai 2019 mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt. Ziel ist die Aufstockung auf vier Züge pro Stunde. Zukünftig sollen ein Eilzug und drei Stadtbahnen (im 20 Minuten Takt) auf der S4 verkehren. Die Ergebnisse der Studie wurden dem Kreistag in seiner jüngsten Sitzung am 12. November in Bretten vorgestellt.

Die Studie kommt zum Schluss, den Bau weiterer zweigleisiger Abschnitte zusammen mit einer grundlegenden Sanierung der zum Teil sehr alten Schieneninfrastruktur und dem barrierefreien Umbau der Haltestellen abzuwickeln. Für den Ausbau ist es hilfreich, dass bereits beim Bau der Strecke ab dem Jahr 1992 ein zweigleisiger Betrieb vorgesehen war und so weitestgehend durchgängig Platz für zwei Gleise vorhanden ist. „Mit dem Beginn des zweigleisigen Ausbaus rechnen wir realistisch ab 2025. Voraussetzung ist eine gesicherte Finanzierung unter Anderem mit Fördermitteln aus dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz und die Durchführung der notwendigen Planfeststellungsverfahren ohne nennenswerte Verzögerungen. Der gesamte zweigleisige Ausbau wird voraussichtlich unter Vollsperrung durchgeführt, die bis zu einem Jahr dauern kann. Wir werden uns darüber frühzeitig mit dem Netzbetrieb und dem Land Baden-Württemberg sowie der Nahverkehrsgesellschaft NVBW abstimmen“, führte Landrat Dr. Christoph Schnaudigel aus. Bereits ab dem Jahr 2021 werden einzelne Haltepunkte an der Strecke barrierefrei umgebaut, beispielsweise die Haltepunkte Bretten-Schulzentrum, Bauerbach und Zaisenhausen. Dadurch werden bauliche Synergieeffekte im Zusammenhang mit stattfindenden Sanierungsarbeiten genutzt. Ab 2022 soll die Migration der Signaltechnik in den Bahnhöfen Sulzfeld und Eppingen erfolgen und die Deutsche Bahn plant den barrierefreien Umbau des Bahnhofs Bretten voraussichtlich 2023.

Die Baukosten für den zweigleisigen Ausbau werden auf rund 58 Mio EUR beziffert, zuzüglich Planungs-, Verwaltungs- und Baunebenkosten in Höhe von 20% der Baukosten sowie 4% der Baukosten für Prüfkosten und Gebühren. Nach aktuellem Stand ist die Maßnahme gemäß Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz förderfähig. Der Bund wird die zuwendungsfähigen Baukosten voraussichtlich zu 75 % und das Land zu 12,5 % fördern. Darüber hinaus sind 10 % der zuwendungsfähigen Baukosten als Planungskostenpauschale ebenfalls förderfähig.

Der Kreistag des Landkreises Karlsruhe stimmte den Ergebnissen der Machbarkeitsstudie zu und beauftragte die AVG mit der weiteren Planung.

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Kommentare (6)

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    wesinga

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    Als Antwort auf: S4 durchgängig zweispurig?
    Licht am Ende des (eingleisigen) Tunnels ?

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    Lars

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    Das Licht am Ende des Tunnels könnte auch ein entgegenkommender Zug sein….

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      wesinga

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      Meine Skepsis am endlich beginnenden sinnvollen Ausbau des Schienennetzes treffend formuliert. 🙂
      Nichtmal die Autoscooter fahren mit Batterie.;-) Der Plan ist, dass wir keinen haben.

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    Michael Burgey

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    So sehr ich den Ausbau begrüße, ein Jahr SEV ist in meinen Augen ein großes Fahrgastvertreibungsprogramm.
    Durch den neuen RE (welcher den Eilzug ersetzt) schafft man sich wieder neue betriebliche Zwangspunkte, die man beim Ausbau nicht auflöst. Im Bahnhof Grötzingen müssen alle RE über Gleis 3 durch den Bahnhof. Heißt es fährt nicht nur die S5 im Weg herum, sondern alles. Ebenso bleibt der Bereich Oberausstr eingleisig. Ein Ausbau wäre im Bf Grötzingen allerdings auch sehr aufwendig. Völlig unverständlich ist für mich aber die Situation in Jöhlingen West. Hier muss der RE bei Verspätung des Gegenzugs aus Karlsruhe am Signal vor dem Bahnsteig warten -> kein Durchrutschweg. Würde man die Weiche 200m gen Tunnel verschieben hätte sich das Problem erledigt.

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      Anonymous

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      Als Antwort auf: S4 durchgängig zweispurig? Als Antwort auf: Michael Burgey
      UM 200 m verschieben wäre relativ einfach möglich, aber nicht nötig. Wenn man den vorhandenen Abstand AUF (über) 200 m erhöhen würde, würde das ja reichen, um den Kunstgriff mit schweizer Berechnungsformeln (die nicht für deutsche Standard-Vollbahnfahrzeuge anwendbar sind) überflüssig zu machen. Und das hätte noch einen Vorteil: das Signal, an dem der RE momentan stehen bleiben muss, steht vor dem Bahnübergang. Und solange der RE nicht drübergefahren ist, bleiben die Schranken unten. Soll nachher keiner sagen, wenigstens ich hätte es nicht vorher gesagt ;-).

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