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Regen, Regen, Tropfen

Flehinger Weiber hopfen beim Faschingsumzug
Schirme zählen in aller Regel nicht zu den begehrtesten Utensilien der Organisatoren von Faschingsumzügen. Bei der gestrigen dreizehnten Auflage des Umzugs der Fünf Schneeballen in Flehingen mussten zumindest die Zuschauer davon reichlich Gebrauch machen. Fast punktgenau mit dem Start des Narrenzugs bei der ehemaligen Süßwarenfabrik Hirsch setzte zunächst leichtes Tröpfeln ein, das sich binnen Minuten zu einem Dauerregen entwickelte.

Der guten Laune tat das aber keinen Ab-bruch. Schließlich gab es am Rande des Zuges immer wieder Stationen mit reichlich Stimmungsaufhellern im Angebot. Die Narren selbst hatten sich in den Umzugswägen mit dem gleichen Stoff munitioniert.

Diese Grundlage war aber keineswegs vonnöten, um gute Laune zu bekommen. Die insgesamt 34 Gruppen – drei weniger als im Vorjahr – hatten sich kräftig ins Zeug gelegt bei den Kostümen und der Ausstattung der Wagen. Dazu dröhnte von vielen Wagen ein mächtiger Sound mit den aktuellen Faschingshits oder harten Technobeats. Da wurde dann schon auch mal mit Pyrotechnik hantiert, die für ein besonderes Glanzlicht unter dem dunklen Regenhimmel sorgte. Akustisch sorgte das Jugendbetreuerteam der Feuerwehr Flehingen für Aufsehen mit einem gewaltigen Nebelhorn, das von ihrem Pira-tenwagen trötete. Direkt dahinter setzten der Frauenstammtisch des FC Flehingen („Wat, scho zu?“) das Schneeballen-Motto sehr plastisch um. Fast fühlte man sich unter ihren Schneeflockenschaumkaskaden an Frau Holle erinnert.

Organisiert vom närrischen Fünferrat machten sich der Zug um 13.13 Uhr auf den Weg von der ehemaligen Süßwarenfabrik Hirsch über die Gochsheimer –, Samuel Friedrich Sauter- und die Bahnbrücker Straße bis hin zum Festplatz bei der Schlossgartenhalle. Gesäumt war die Strecke von mehreren tausend Zuschauern. Sie reagierten begeistert auf die Ideen der Zugteilnehmer, besonders dann wenn sie Konfetti oder Süßigkeiten ins Publikum fliegen ließen, letzteres heiß begehrt bei den Kindern am Zugrand.

Besonderer Andrang herrschte zwischen dem alten Rathaus und dem Schloss. Dort waren unter den Zuschauern am Straßenrand selbstverständlich sehr viele Gäste aus den umliegenden Dörfern. Moderator Gerhard Spehn, der am alten Rathaus vor Beginn des Zuges den Wartenden musikalisch kräftig einheizte, machte Besucher aus Wössingen, Dürrenbüchig, Bauerbach, Knittlingen und mit Bür-germeister Nico Morast auch aus Massenbachhausen aus. Mit Katja Falkenberg eine Gochsheimerin, die den Kraichtaler Umzugs-Entzugserscheinungen in Flehingen trotzte.

Zahlreich vertreten waren natürlich auch die Elferräte, etwa die Brettener Bütt, die Wössinger Mondspritzer oder die Rohrbacher „Wicke Wacker“. Ganz berufsgemäß machte der Oberderdinger Bauhof mit einer Kehrmaschine den Abschluss des Zuges und dem närrischen Treiben ein Ende.

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