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Qual der Wahl

SPD nominiert Kandidaten für die Bundestagswahl
Für die Nominierung ihrer Kandidaten zur Bundestagswahl im Wahlkreis 272 Karlsruhe Land hat sich die SPD des Landkreises ein neues Format ausgesucht. Zu dessen Beschreibung bediente sich der Kreisvorsitzende Anton Schaaf eines alten Willi-Brandt-Wortes: „Mehr Demokratie wagen“! Drei Vorstellungsrunden sollen der bisher allein entscheidenden Kreisdelegiertenkonferenz vorausgehen. Alle Mitglieder des Kreisverbandes sollen damit die Möglichkeit erhalten, ihre Stimme abzugeben. Den Auftakt machte die SPD mit der Vorstellungsrunde für den sogenannten „Ostblock“ im Brettener Grüner. Am morgigen Donnerstag folgt in der Gaststätte des FV Malsch die letzte Runde.

Ein Format, das so von der Satzung nicht gedeckt ist. Es lebt von der im Vorfeld gegebenen Zusage der beiden Kandidaten, sich dem Votum der Mitglieder zu beugen. Der Unterlegene werde auf eine Kandidatur bei der Kreisdelegiertenkonferenz am 8. Februar verzichten, bei der die formale Nominierung stattfinden wird, so lautet nach Angaben von Anton Schaaf die Absprache.

In den Ring steigen Patrick Diebold und Uwe Presler. Die beiden sorgen dafür – keineswegs eine Selbstverständlichkeit -, dass die Mitglieder überhaupt eine Wahl haben. Zwei sehr junge Kandidaten nach deren Vorstellungsrede Schaaf – selbst lange Jahre im Bundestag – respektvoll bekannte: „Ich glaube nicht, dass ich bei meiner ersten Vorstellungsrede einen so guten Eindruck gemacht habe“.

Dies obwohl der 26-jährige Ettlinger Jungsozialist gleich zu Beginn „eine gewaltige Aufregung“ gestand. Vom Lampenfieber war dann allerdings nicht mehr viel zu bemerken. Souverän nahm sich der Mitarbeiter der Deutschen Rentenversicherung in Karlsruhe seines Spezialthemas an. Er forderte Generationengerechtigkeit. Das sei für ihn als jungen Menschen besonders wichtig. Die Finanzierung der Rente müsse durch eine Volksversicherung auf eine breitere Basis gestellt werden. Für ihn sei das Markenzeichen der SPD nicht nur die soziale Gerechtigkeit, sondern auch die soziale Sicherheit.

Er wie auch später Uwe Presler geißelten privatwirtschaftliche Formen der Rentenversicherung. Sie dienten allein dazu, „dass sich einzelne die Tasche füllen“, meinte der sechsunddreißigjährige Weingartener Ortsvereinsvorsitzende. Genauso entschieden wandte er sich gegen den Einsatz von Leih- und Zeitarbeitern außerhalb von Auftragsspitzen in Unternehmen.

Zwischen den Zeilen musste lesen, wer Unterschiede erkennen wollte in der Verortung der beiden Kandidaten in dem breiten Spektrum der SPD. Erst in der Fragerunde der Mitglieder tat sich ein deutlicher Unterschied auf. Während Presler sehr luftig blieb in seiner Antwort auf die Frage, welcher Koalition (rot-rot-grün oder rot-grün-gelb als Vorgabe) er den Vorzug geben würde, zeigte sich Diebold knallhart. Eine Zusammenarbeit mit einer neoliberalen FDP komme für ihn nicht in Frage. Er strebe eindeutig eine rot-rot-grüne Koalition an.

Ob diese Positionierung den Ausschlag gab für den sich anschließenden Wahlgang, muss offen bleiben. Patrick Diebold lag auf jeden Fall mit 30 Stimmen um einiges vor Uwe Presler (22 Stimmen) und sorgte damit für eine gute Ausgangsposition für die beiden folgenden Wahlgänge, ohne dass andererseits Presler das Gesicht verloren hätte.  

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Kommentare (1)

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    Helmut Lang

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    zum Beitrag „Qual der Wahl

    Nur die größten Träumer glauben noch an rot-rot-grün. Die Wahl Özdemir und Göhring – Eckardt lässt eher auf ein schwarz-grünes Bündnis schließen. Die Grünen ersetzen immer mehr die FDP. Fischer vom Pflastersteinewerfer zum Berater für BMW und ähnliche Unternehmen.
    Und für Alle, die es bereits vergessen oder nie mitbekommen haben: Nachdem Özdemir 2002 in Folge einer Steueraffäre und dem Privatdarlehen eines Lobbyisten zurücktreten musste, war es die transatlantische Lobbyorganisation German Marshall Fund, die Özdemir unter ihre Fittiche nahm und ihm in Washington einen Job gab, durch den er seine hohen Schulden offenbar abbezahlen konnte. Ein derartiges Abhängigkeitsverhältnis hat mehr als ein G´schmäckle.
    Die SPD richtet sich selbst, in dem sie vermutlich einen zum Kandidaten macht, der Hartz IV, den Niedriglohnsektor und alle anderen Schweinereien befürwortet: Sigmar Gabriel.

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