Psychologische Beratung goes digital

Beratungsstelle der Diakonie Bretten/Bruchsal mit online-Angebot

In Zeiten der Pandemie hat sich vielfach auch die Arbeitswelt verändert: Arbeit goes Homeoffice. Das gilt auch für die Diakonie und ihre vielfältigen Beratungsmöglichkeiten.

Die bereits in der ersten Corona-Phase im Homeoffice arbeitenden Berater haben sich nicht zuletzt deshalb einem Projekt der Landesarbeitsgemeinschaft für Erziehungsberatungsstellen in Baden-Württemberg angeschlossen. „Beradig“ heißt es und wird in zwölf psychologischen Beratungsstellen in Baden angeboten. Die Diakonie-Geschäftsstellen in Bruchsal und Bretten nehmen daran teil.

Das was bisher dort Aug in Aug besprochen wurde, das kann in Bretten und Bruchsal seit Anfang März zusätzlich zu einem bisher schon möglichen datenrechtskonformen Mail-Verkehr über eine datensichere Video und Chatfunktion erledigt werden. Die Beratung sei kostenfrei, unterliege der Schweigepflicht und alle Nachrichten bleiben absolut intern, betont der Administrator des Systems Michael Diem. Es sei lediglich ein internettaugliches Endgerät mit Kamera notwendig. Die Klienten hätten „die absolute Macht über ihre Daten“. Sobald sie ihren zu Beginn der Beratung eingerichteten Account löschen, „ist alles weg“, versichert Diem in einem Pressegespräch.

„Die Klienten haben die absolute Macht über ihre Daten“

Michael Diem Beradig-Administrator und Mitarbeiter der Psychologischen Beratungsstelle der Diakonie Bretten.

In die Beratungsplattform setzt die Diakonie große Erwartungen. Eine neue Zielgruppe könne man damit erreichen, hofft Mina Schäfer von der psychologischen Beratungsstelle in Bruchsal. Für Klienten, die unter sozialen Ängsten leiden, oder schambehaftete Themen ansprechen wollen, könne man mit Beradig ein erheblich niedrigschwelligeres Angebot machen. Das gleiche gelte für mobilitätseingeschränkte Personen, die mit diesem Portal leichter das Beratungsangebot wahrnehmen können.

Potential aus der analogen Vor-Beradig-Zeit ist genügend vorhanden. Im Jahr 2019 hat das fünfköpfige Brettener Team 413 Beratungen durchgeführt, in Bruchsal waren es 495. Schon im letzten Jahr habe man bei vielen Beratungen auf das Telefon gewechselt, berichtet die Fachbereichsleiterin Birgit Eisenhuth-Meister.

Hilfesuchende können sich jetzt auf der für die Psychologische Beratungsstelle in Bretten und Bruchsal eingerichteten BeraDig-Webseite (www.diakonie-laka.de) registrieren und eine Beratungsanfrage stellen. Die wird an einen Berater der Diakonie weitergeleitet. Im weiteren Beratungsverlauf kann über das Portal ein Termin vergeben werden für eine Onlineberatung in Form von Chats, E-Mail- oder Videoberatung oder es kann bei Bedarf auf Telefon- oder Präsenzberatung umgestiegen werden.

Das professionelle Beratungsteam mit den Fachrichtungen Heilpädagogik, Sozialpädagogik, Sozialarbeit und Psychologie hofft nun darauf, einen stattlichen Teil dieser Beratungen über das Beradig-System absolvieren zu können. Anlässe für eine Beratung können Erziehungsfragen, familiäre Konflikte, Entwicklungsverzögerungen und Verhaltensauffälligkeiten von Kindern sein. Am Ende des Projekts werde überprüft, ob es fortgesetzt und im Idealfall gar für andere Beratungsdienste geeignet sein könne, sagt die Fachbereichsleiterin Birgit Eisenhuth-Meister.

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