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Pferdesegnung

Alter Brauch wird in Bauerbach gepflegt
„Der Draht nach oben funktioniert,“ scherzte Oberbürgermeister Martin Wolff gut gelaunt in seiner Ansprache zum Jubiläum der Pferdeprozession in Bauerbach. Der Himmel meinte es gut und segnete die Veranstaltung mit Sonne und angenehmen Temperaturen für die rund 150 Pferde und ihre Reiter. Seit 35 Jahren schon trifft man sich am letzten Sonntag im Juni zur Pferdesegnung. „Dieser Brauch stammt aus früheren Zeiten, in denen es in katholischen Ortschaften im Kraichgau Sitte war, vor der Erntezeit Pferde und Fuhrwerke segnen zu lassen. Die Existenz und der wirtschaftliche Rückhalt bäuerlicher Familien waren früher untrennbar mit dem Pferd verbunden“, weiß Bernd Dickemann, Initiator, zu berichten.

Gott habe dem Menschen das Pferd als Helfer zur Seite gestellt. Manchem Bauer soll das Wohl der Pferde über dem Wohlergehen seiner Mägde und Knechte gestanden haben. In diesem Sinn sei auch der überlieferte Spruch zu verstehen: „Weiber sterben, kein Verderben, Gaul verrecken, das bringt Schrecken.“ Zu damaligen Zeiten bekam man eher eine Ehefrau als ein gutes Pferd, berichtete Dickemann weiter. Den Brauch der Pferdesegnung hat die katholische Pfarrgemeinde St. Peter in Bauerbach, verbunden mit dem Kirchenpatrozinium, im Jahr 1982 wiederaufleben lassen. Eine Pferdesegnung drückt für Familie Dickemann einerseits die Freude und die Fürsorge mit Pferden aus und spiegelt andererseits das Bedürfnis wieder, Gott in einer Weise nahe zu sein, die in unserer Zeit sehr selten und etwas Besonderes geworden ist.

Die Pferdesegnung begann wie in jedem Jahr mit einem Gottesdienst in der Dorfkirche St. Peter. Im Anschluss daran nahmen die Reiter mit ihren Pferden vor der Kirche Aufstellung und zogen von dort am historischen Rathaus und dem Speyerer Amtshaus vorbei zur Mehrzweckhalle. Prächtig hergerichtete Kutschen und Gespanne, sowie Pferde unterschiedlicher Größe und Rassen gab es zu bestaunen. Vom kleinen Pony bis zum schweren Kaltblüter war alles vertreten. Viele Reiterinnen, Reiter und Kutschenfahrer waren standesgemäß gekleidet und sehr schön anzuschauen. In diesem Jahr war als absolute Besonderheit sogar eine Postkutsche mit vertreten. Sie war am Tag zuvor schon bei der Jubiläumsfeier „1250 Jahre Diedelsheim“ im Postweg ein Hingucker. Am Sportgelände segnete Pfarrer Wolfgang Schreiber dann die Pferde, Gespanne und auch die Menschen und besprengte sie mit geweihtem Wasser. Bernd Dickemann erläuterte die Pferderassen, die Anspannarten und die Kutschen und Chaisen. Dazu erklangen Parforcehörner der Bläserfreunde St. Eustachius Menzingen vor der schönen Waldkulisse.

Die Feier mündete in einem zünftigen Fest mit dem Musik- und Gesangverein in und vor der Mehrzweckhalle. Beim Angebot von Rindsrouladen, Schnitzeln und Käsespätzle konnte man den Sonntagsbraten zuhause getrost ausfallen lassen. [ngg_images source=“galleries“ container_ids=“68″ sortorder=“948,943,944,945,946,947,942,949″ display_type=“photocrati-nextgen_basic_thumbnails“ override_thumbnail_settings=“1″ thumbnail_width=“480″ thumbnail_height=“320″ thumbnail_crop=“1″ images_per_page=“28″ number_of_columns=“4″ ajax_pagination=“0″ show_all_in_lightbox=“0″ use_imagebrowser_effect=“0″ show_slideshow_link=“1″ slideshow_link_text=“[Zeige eine Slideshow]“ template=“/html/wordpress/wp-content/plugins/nextgen-gallery/products/photocrati_nextgen/modules/ngglegacy/view/gallery.php“ order_by=“sortorder“ order_direction=“ASC“ returns=“included“ maximum_entity_count=“500″]

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