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Nicht verstecken

Walzbachtaler Initiative Demenz rät zum offenen Umgang mit der Krankheit
Die Zahl der Hochbetagten in Deutschland wird immer größer. Hohes Alter ist nicht immer lustig. Mit dem Alter kommen die Krankheiten. Eine der Schwerwiegendsten: Demenz. Nach Angaben der deutschen Alzheimer-Gesellschaft ist bereits ein Prozent der 60-Jährigen davon betroffen. Die Rate steigt mit zunehmendem Alter steil an. Sie verdoppelt sich alle fünf Jahre. Rund 40 Prozent der über 90 Jährigen sind nach dieser Statistik dement.

Ein Phänomen, das nicht nur die Betroffenen und ihre Angehörigen berührt. Eine ganze Welle von Initiativen ist in der Bundesrepublik entstanden, die sich um die Kranken und den Umgang mit ihnen mühen. In Walzbachtal griff der Förderverein für caritativ-diakonische Dienste das Projekt „Demenzfreundliche Gemeinde“ der Robert-Bosch-Stiftung auf. In Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung entstand Ende 2012 die Initiative „Demenzfreundliches Walzbachtal“. Unter der Leitung der Ärztin und Psychotherapeutin Elisabeth Daikeler bemühen sich Koordinatorin Claudia Rommel, Sozialarbeiterin Beate Platz, Bürgertreff-Leiterin Ingrid Bouveret und Notar Jürgen Strube um Aufklärung und Hilfe.

Claudia Rommel, Elisabeth Daikeler, Jürgen Strube, Ingrid Bouveret, Beate Platz

Claudia Rommel, Elisabeth Daikeler, Jürgen Strube, Ingrid Bouveret, Beate Platz



Das Quintett hat mit 229 Teilnehmern gut besuchte Erste-Hilfe-Kurse für Demente und Qualifizierungskurse für deren Betreuer organisiert. Weitere Filmveranstaltungen, Vorträge und themenbezogene Kurse besuchten rund 300 Personen. Eingebunden in diese Veranstaltungen werden jeweils die Sozialstation Walzbachtal, das Seniorenzentrum Losenberg, der Seniorenbeirat, der Christliche Krankenpflegeverein Wössingen, Ärzte und die Kirchengemeinden.

„Es muss nicht ein Aufopfern sein, mit den Betroffenen umzugehen“



Alle fünf Protagonisten der Initiative „Demenzfreundliches Walzbachtal“ haben wenn auch nicht in der eigenen Familie so doch in der engeren Verwandtschaft, Bekanntschaft oder Nachbarschaft direkte Erfahrungen mit der Krankheit gesammelt. Das war für die Motivation und Ansporn für das starke Engagement. Daraus resultiert einer der ersten und grundlegendsten Ratschläge für den Umgang mit der Krankheit: „Nicht verstecken. Offen damit umgehen“, heißt das Rezept für Elisabeth Daikeler. Und: Man solle weniger auf die Defizite der Kranken achten, sondern eher darauf, was sie noch können.

Dann erweise sich: „Es muss nicht ein Aufopfern sein, mit den Betroffenen umzugehen“, ergänzt Beate Platz. Man solle auf die ersten Anzeichen der Krankheit und auch später mit einer wertschätzenden Haltung reagieren, wie sie im Alltag ohnehin angebracht sei. Dieser offene Umgang mit der Krankheit sei nicht unbemerkt geblieben. „Wir sorgen dafür, dass das Gesprächsthema wird im Dorf!“ hat Elisabeth Daikeler beobachet.

Daran will die Initiative weiter arbeiten. Sie will mit einem neuen Konzept an das Thema herangehen. In eher kurz gehaltenen Vorträgen hochkarätiger Referenten sollen theoretische Kenntnisse vermittelt werden, nach denen viel Zeit bleibt, um persönliche Probleme vorzubringen und dafür aber auch Rat zu erhalten. Ziel ist Wissen über die Krankheit Demenz zu vermitteln, Anregungen für den Umgang mit den betroffenen Menschen zu geben und die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch zu bieten. Die erste Veranstaltung dieser Themenreihe findet am Dienstag, den 14.02.2017 um 19:30 Uhr im Bürgertreff Jöhlingen statt und steht unter dem Motto: „Demenz – eine Krankheit mit vielerlei Symptomen“. Referent ist Dr. Jakob Fäßler, Facharzt für Neurologie und Geriatrie und Leiter des Geriatrischen Schwerpunkts in der Rechbergklinik Bretten.

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