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Narrentanz am Marktplatz

Brettener Bütt läutet die fünfte Jahreszeit ein
(PM) Tanzröcke schwingen, Bonbons fliegen durch die Luft, die Stadtkapelle spielt einen Tusch, der Oberbürgermeister tritt als Cowboy auf und der Bürgermeister tanzt als Pirat über den Platz: Eindeutig, seit Samstag ist Bretten zum 45. Mal fest in Narrenhand. Mit Trommeln und Trompeten und einem bunten Umzug quer durch die Innenstadt haben die Narren ihre „fünfte Jahreszeit“ lautstark eingeläutet.

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Am Marktplatz angekommen, werden sie von gut 100 Faschingsbegeisterten bereits freudig erwartet. Das Publikum ist in ausgezeichneter Feierlaune und singt Wolfgang Petrys „Wahnsinn“, „Die Hände zum Himmel“ und natürlich das obligatorische „Bredde wau wau“ eifrig mit. Auch Elferratspräsident Bernd Neuschl zeigt sich wie gewohnt in Höchstform: So schlägt er für die Brettener Stadtentwicklung den neuen amerikanischen Präsidenten als Citymanager vor. Rasch entledigt sich Neuschl seiner Jacke, seine „Narrenkapp“ muss einer blonden Langhaarperücke weichen und schon steht ein stilechter Donald Trump inklusive roter Krawatte vor den jubelnden Brettenern. Als dieser kündigt der Faschingspräsident an, „eine Mauer um die Innenstadt“ bauen zu lassen und außerdem den „Krämermarket und das Peter-und-Paul-Festival“ zu streichen. Diese Ansage stößt freilich auf lautstarken Protest bei den Brettenern. Für Heiterkeit sorgt dann jedoch die Order, nur noch das zu kaufen, was in Bretten produziert werde: Sprich: Dunstabzugshauben und Hundefutter.

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Vielleicht ist es ja doch von Vorteil, dass die Narren nicht ganzjährig das Sagen haben: Jedenfalls erteilt Oberbürgermeister Martin Wolff Donald Trump als Citymanager eine klare Absage und führt stattdessen eine bunte Polonaise durchs Publikum. Bürgermeister Michael Nöltner, Präsident Neuschl, Ehrenpräsident Fredy Ersch und zahlreiche Besucher schließen sich gleich an und bekommen so einen kleinen Vorgeschmack auf die Brettener Bütt 2017 am 25. und 26. Februar in der Stadtparkhalle.

Text: Catrin Deterichs / Fotos: Michael Knötig

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Und jetzt noch die Rede Präsident Bernd Neuschl

1250 Jahre – das ist jedem bekannt, gibt es Bretten schon im Kraichgauland. Sowas wird gefeiert, dass es kracht, den Auftakt gab’s in der Silvesternacht. Trotz klirrend eisiger Temperaturen, erwiesen sich die Brettener als Frohnaturen. Der Rathausplatz wurde gestürmt in einem Satz Und trotz Minusgraden sind die Bierflaschen nicht geplatzt. Die kalte Witterung ist also kein Argument, warum die Baustelle auf dem Pfeiferturm pennt. Doch halt – für dieses Jahr hat man endlich angedacht, dass man die Türen für die Öffentlichkeit aufmacht. Da ergeben sich auf für Thomas Rebel ganz neue Perspektiven, will er mal wieder ein Wimmelbild schießen. Das wäre wohl nötig, wenn man sein Mittelalterbild anschaut mit Bedacht, den da gibt’s Satellitenschüsseln auf dem Dach. Folglich haben schon 1504 die Brettener RTL geschaut Und sich deshalb nicht vor die Mauern getraut. „Landsknecht such Frau“ oder „Das Suppentalent“ waren Sendungen, die im Mittelalter jeder kennt. Und Peter Dick im Käfig sitzt und ruft „Oh Graus: Ich bin ein Star – holt mich hier raus!“ Liebes Bretten, du brauchst dich nicht echauffieren, wir als Narren dir herzlich gratulieren. Trotz 1250 Jahren bist du modern – welch Trost Deshalb rufen wir alle: Prost! Auf unsere Stadt ein Jubel – genau, wir rufen laut: Brette wau…

Bütt MDK_2676 Großbritannien hat Goodbye gesagt Und den Schritt aus der EU gewagt. Die Queen, die war not amused, weiß sie doch, dass der Frieden auf der Gemeinschaft fußt. Die Englische Nationalmannschaft hat, das sag ich ungelogen, den Brexit in der Vorrunde der EM vollzogen. Die Deutschen haben in Frankreich tapfer gekämpft, aber den Einzug ins Finale glatt verpennt. Jogi Löw hat sich gekratzt an seinem kleinen Jochen Und danach noch an den Fingern gerochen. Ja, – meine Damen , das sag ich ganz ungeniert, so sieht’s aus, wenn ein Mann im Strafraum sein Revier markiert. Dafür, dass sich Jogi nicht verstellt, sondern „höggschd konzentriert“, sein Gemächt vor Millionen massiert grüßen wir seine Leistungsschau mit einem dreifach donnernden Bredde…

Jan Böhmermann ein anderer Held, der sich in diese Runde gesellt. Er hat es gewagt, Erdogan zu kritisieren Und eine Staatsaffäre zu initiieren.

Angela Merkel hat sich nicht hinter ihren Bürger gestellt, sondern ins gleiche Rohr, wie Erdogan gebellt. Hat Erdogan nichts Besseres zu tun, als Deutsche Satiresendungen im TV zu gucken? Und danach auf unsere Recht der Meinungsfreiheit zu spucken? Unsere Sendungen darf er nicht schauen, dass sag ich herfür, denn er zahlt keine GEZ-Gebühr! Derweil Türken in Deutschland sich für Erdogans Politik engagieren, sorry, das ist so, wie wenn Freilandhühner für Legebatterien demonstrieren. Auch wenn Böhmermanns Gedicht hat Gefühle verletzt Noch lang kein Grund, dass Merkel unsere Rechte verpetzt! Weil an unseren Grenzen die Wachen keine Einreiser kontrollieren Müssen Polizisten stattdessen um unsere Weihnachtsmärkte patrouillieren. Berlin hat es als erstes getroffen Wir können nur auf Frieden hoffen.

Der rückt aber in weite Ferne gar, wenn man blickt nach Amerika. Heut Morgen hat mich ein Amerikaner angerufen, ganz gequält, er jammerte: „Oh my God, ick habe mich verwählt!“ In den USA regiert nicht James Bond, sondern ein reicher Typ, der ist blond. Donald Trump: America first – well done, Fliegt künftig mit der Hair Force One. Nach seiner Einführung als Herrschergeschlecht, ging er auf’s Klo und vollzog sein erstes Amtsgeschäft. Mexiko hat nun Glück auf Dauer, werden sie vor Trump geschützt von einer Mauer.

Die Wissenschaft hat uns eine neue Maßeinheit geschenkt: 1 Kilo Trump ist die Masse, wenn ein Vakuum im Quadrat laut denkt. Mr. Präsident: Sprechdurchfall oder Verbal-Diarrhö Treiben die Aktienkurse nicht in die Höh‘. Wenn Donald Trump das mächtigste Land der Welt regiert, dann können wir ihm auf Augenhöhe nur den Arsch versohlen, wenn unser nächster Bundeskanzler heißt: Dieter Bohlen.

Bretten sucht doch einen Citymanager, so die VBU, ich habe eine Lösung parat im Nu: Falls es Donald im Weißen Haus nicht schafft zu regieren, kann man ihn doch in Bretten als Citymanager engagieren. Seine Rede wäre – das ist klar – Für eine egoistische Stadtenwtiwcklung wunderbar:

Ladies and Gentlemen, liebe Närrinen und Narralesen: Ich habe Worte. Andere haben auch Worte. Ich habe bessere Worte. Und dann habe ich noch Worte, die wo noch viel besserer sind als viele andere Worte… Und dann kenne ich noch Worte, die wo andere gar nicht kennen… Bretten ist ein großartige Stadt. Und die Innenstadt muss wieder großartig werden. Wir werden um de Fußgängerzone eine Mauer bauen, dass alle müssen einkaufen in die Stadt. Es wird geben eine Einreiseverbot für Händler, die nicht aus Bretten sind. Keine Krämermarkt mehr und keine Peter and Paul Festival in the Summer. Nur Produkte, die in Bretten hergestellt werden, dürfen auch in Bretten verkauft werden. Dann es gibt nur Dunstabzugshauben und Hundefutter. Aber das ist es, was Bretten stark gemacht hat. Überzeugen sie sich von der Lustigkeit der Stadt, wenn Sie kommen die die Brettener But. Die Brettener But ist die beste Event für Pappnasen und Pappnäsinen in der komplete United States of Kraichgau. Scheiß auf Kalrsruhe, Scheiß auf Pforzsheim, ick sage: Bretten First.

Ich bin nun am Ende, seid alle bedankt! Tanzt, trinkt Sekt, aber dass mir keiner schwankt! Ein hoch auf die Fasnacht, ein hoch auf diese Schau: Lasst uns gemeinsam bellen: Bredde…

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