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Narren im Wahlkampfmodus

Jöhlinger Kreizkepf bedienten sich am neuen Walzbachtaler Bürgermeister

In Walzbachtal war im Juli Wahlkampf. Die Spätfolgen bestimmten über weite Strecken die Prunksitzung des TSV Jöhlingen. Ein Bürgermeister mit türkischen Wurzeln, das ließen sich die Jöhlinger Narren als Thema nicht entgehen. Am Anfang freundlich begrüßt von Elferratspräsident Reiner Hofheinz vor einer überfüllten Jöhlinger Jahnhalle dürfte Timur Özcans Freude noch uneingeschränkt gewesen sein.

Später allerdings hatte der neue Walzbachtaler Bürgermeister an der einen oder anderen Stelle ganz schön zu schlucken. Das galt selbstverständlich auch für den Höhepunkt des Abends, der gleichzeitig auch Höhepunkt in der Reihe der Özcan-Frotzeleien war. Alexander Mergl, Elferratspräsident des ominösen und nirgends verbürgten Wöschbacher Dackelclubs, kleidete seine Büttenrede in eine veritable Publikumsbeschimpfung. Zielscheibe waren durchweg die Jöhlinger, mal auch die Wössinger. Die Gescholtenen trugen ihr Schicksal mit Fassung und Humor und reagierten am Ende mit überbordendem Applaus.

Fotos in der Galerie: Corinna Stein und Arnd Waidelich

Er sei entsetzt, so stichelte Mergl beispielsweise, dass mit Özcan ein türkischer Gastarbeiter im Wössinger Rathaus Einzug gehalten habe. Bei Dönerläden sowohl in Wössingen als auch in Jöhlinger dürfe er sich in seiner neuen Heimat sofort heimisch fühlen und das Ortsbild mit dem Bau eines Minaretts auf dem Jöhlinger Feuerwehrhaus komplettieren. Nicht verschont wurden bei der Gelegenheit die unterlegenen Konkurrenten (siehe dazu am besten die betreffenden Ausschnitte, die sich der geneigte Leser am Ende im Wortlaut zu Gemüte führen kann). Ein tobendes Publikum und eine gewaltige sechsstufige Kreizkopfrakete war Dank für diese begeisternde Büttenrede.

Schon „Luise Struller“ hatte Özcan als erste Aktive® aufs Korn genommen. In der ihm auf den Leib geschneiderten, femininen Paraderolle scheute auch dieses Mal Dennis Schmiglewski nicht vor lasziven Bewegungen und Bemerkungen zurück, etwa der, dass ihr angesichts des jugendlichen Alters und der Größe des neuen Bürgermeisters „,die Muttermilch einschießt“.

Selbst Sophia Hofheinz, ein weiteres jugendliches Gesicht, hatte als Gesangstalent eine Spitze in diese Richtung parat und empörte sich als Greta Thunberg-Verschnitt zunächst mal: „How dare you! Mich nicht mit Sekt zu begrüßen“. Dann stichelte sie aber auch zu etlichen lokalpatriotischen Themen, ehe sie als Sprecherin die Kontrolle über den Elferrat übernahm. Papa Reiner nämlich hatte sich als Elferratspräsident verdünnisiert und in die „Beatboys“ eingereiht. Die legten nach dreijähriger Pause mal wieder einen fulminanten Auftritt hin. Dieses Mal kamen sie als Winzer und zweckentfremdeten so ziemlich jedes Werkzeug, mit dem man normalerweise aus Trauben Wein macht. Sie jedoch produzierten mit Bütten, Weinkisten oder Flaschen Rhythmen, die das Publikum erneut zum Toben brachte.

Wie das Ohr bedienten sie allerdings auch das Auge. In der zweiten Kategorie war das Faschingsballett des TSV mit etlichen Tänzen unterwegs, mal als Gardetanz zum Auftakt oder mit motivischen Schautänzen als „Avengers“. In deren Reihen hatte sich erneut mit Dennis Schmiglewski ein männliches Element eingeschlichen. Erst recht galt das für die Volleyballer. Ihre Schwarzlichtshow hatten sie dem Wilden Westen gewidmet. Das Publikum kam einmütig zu der Auffassung: „Das war Spitze!“

Viel zu sehen und zu hören gab es auch bei den TSV Handballern, die unter der Moderation von Thorsten Braun die Bühne rockten und mit teilweise artistischen Übungen die Zuschauer erstaunten. Fast noch mehr taten dies die Elferräte, die unter der Leitung von Obersänger Stefan Keller das Publikum in einer Schunkelrunde mächtig in Wallung brachten. Komplettiert wurde die Prunksitzung von Carmen Bechtold. Normalerweise als Eisbrecherin unterwegs glänzte sie dieses Mal etwas später in ihrer gewohnten Rolle als eine kalauernde Putzfee.

Und sind wir mal ehrlich, ohne zu hetzen,
wie könnte man einen Wössinger in den Bürgermeisterstuhl setzen.

Ausschnitte aus der Büttenrede von Alexander Mergl im Wortlaut

In diesem Jahr zog es alle im Umkreis in den Bann

denn die Wahlen zum Bürgermeister standen an.

Wobei einige der Kandidaten,

wohl hofften in dem Amt auf die Rente zu warten,

durften auch die Alete-Milchvisagen

endlich mal raus aus den Garagen.

Doch zeichnete sich sehr schnell ab,

dass der Gemüsegeschenkeweber wenig Chancen hat.

Er war ja ein Schulkamerad von mir,

ich werds nie vergessen,

im Landschulheim hat er als Pfadfinder,

 Regewürmer gefressen.

Und sind wir mal ehrlich, ohne zu hetzen,

wie könnte man ein Wössinger in den Bürgermeisterstuhl setzen.

Da müsste man froh sein, ohne zu übertreiben,

wenn der korrekt sein Namen könnt schreiben.

Und so wurde es ganz schnell knapp,

zwischen dem Paul und dem Mannheimer Grab.

Aus dem Pfinztal beobachtete man mit Entzücken

den Kampf zwischen altem kahlem Silberrücken

und dem kleinen Eintagsküken.

Die Stimmen waren schon vorher gezählt,

es ist ja klar, dass kein Wössinger nen Jöhlingen wählt

und auch die Jöhlinger sind nicht dumm,

das gleiche gilt auch andersrum.

Deshalb fielen die Stimmen prompt,

auf den, der mit dem weitesten Anfahrtsweg kommt.

Michael Paul hat darauf Dienstbeflissen

auf die Heimattreue sogleich geschissen

Es zieht in nun weg gen Osten ans Meer

und kommt in die geliebte Heimat wohl nemme her.

Vom Rathaus nun der neue Leiter,

ist ein türkischer Gastarbeiter,

der in Walzbachtal nun fing an,

weil Mannheim ihn gut entbehren kann.

Er herrscht nun über die Personen

die das Walzbachtaler Land bewohnen.

Kulturell konnte er bereits in Heimatsgefühlen baden

immerhin hat jeder Ort nen Dönerladen

und vielleicht macht er das Ortsbild komplett

und stellt aufs Feuerwehrhaus noch ein Minarett.

Jetzt warten wir mal ab, und lasse ihn machen

wie man hört, vergeht ihm jetzt schon das Lachen.

Irgendwas wir er schon können und hat sicher au Talent

und dann findet die Vetterleswirtschaft unter ihm mal ein End.

Hoffentlich erkennt er Wöschbachs politischen wert

das er endlich mal die Straße da rüber teert.

Zunächst prüfte er kurzerhand

den Walzbachtaler Schuldenstand.

1600€ Schulden pro Kopf

außerdem kein Geld im Topf.

So betrachtet er nun mitleidsvoll

was er hier nun regieren soll.

Vielleicht kann man ja ein paar Wössinger als Spargelstecher vermieten

oder für 1600€ als Leibeigener in Ebay anbieten.

Ich möchte mich ja nicht zu weit aus dem Fenster lehnen

ich kanns mir leisten und würd einen nehmen.

Vielleicht sind die Schulden dann bald vergessen

und im Kindergarten gibts wieder was gescheites zu essen.

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