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Moby Dick Land unter

Unendliche Reparaturgeschichte in Wössinger Kindergarten

Das ist der „worst case“ für Hausbesitzer: Wasserschaden. Unter einem ganz besonderen Exemplar dieser Spezies leidet der Wössinger Kindergarten „Moby Dick“. Über zehn Jahre hinweg zieht sich mittlerweile die Leidensgeschichte der Wasserschäden durch undichte Sanitär- und Heizungsleitungen.

Da kam es auch schon mal vor, dass der Walzbachtaler Gemeinderat aus seiner ehemaligen Sitzungsstätte Wössinger Hof aus- und in den Jöhlinger Martinussaal umziehen musste, um Raum zu schaffen als Ausweichquartier.

Binnen Stunden beispielsweise mussten am 6. März 2017 Notlösungen geschaffen werden. Das zweite Moby-Dick-Obergeschoß wurde zum Ausweichquartier umgebaut. Beim letzten Vorfall im Frühjahr 2017 rechnete die Gemeindeverwaltung damit, dass der Schaden in längstens zwei Monaten behoben werden könne. Im November 2019 sind die Arbeiten immer noch nicht abgeschlossen.

Nachdem die Ursache eines Wasserverlusts im Heizungssystem zunächst nicht geortet werden konnte, sickerte über Wochen Feuchtigkeit in den Estrich des Erdgeschosses. Die Folgen waren fatal. Feuchtigkeit stieg sogar die Wände hoch. Besonders den Krippenkindern konnte man nicht zumuten, bei eventueller Schimmelbildung dort weiter ihre Tage zu verbringen. Sanitäre Anlagen und der Wickelbereich konnten nicht mehr benutzt werden.

Facility- Manager Thomas Deuscher zeigte der Kindergartenleiterin Sabine Gemmel-Krauß die Leckstelle

Die Länge der Reparaturarbeiten sorgt für manche Missstimmung bei den Eltern. Doch die Beseitigung der Ursachen scheint ein äußerst schwieriges Unterfangen. Sanitär und Heizungsleitungen sind gleichermaßen betroffen. Da beide im Estrich und in den Wandbereichen fest installiert worden waren, mussten komplett neue Leitungstrassen geplant und installiert werden, so die Auskunft der Gemeindeverwaltung. Die neuen Leitungen werden der Not gehorchend in Kunststoffkanälen unter der Decke installiert.

Während der Ausführung der Arbeiten hätten sich obendrein defekte Entwässerungsleitungen in den Sanitärbereichen ergeben. Diese mussten zusätzlich erneuert werden. Das hatte umfangreiche Fliesen und Trockenbauarbeiten zur Folge. „Eine Alternative zur Durchführung der Maßnahme besteht auch unserer Sicht nicht“, bedauert Bürgermeister Timur Özcan auf Nachfrage. Die Heizungsarbeiten sollen in den nächsten beiden Wochen fertig gestellt werden. Randarbeiten sollen noch bis Dezember andauern. 

Die Sanitärleitungen und ein Teil der Heizung konnten bereits wieder in Betrieb genommen werden. Die Maßnahme wurde im Haushalt 2019 mit 150.000 Euro eingeplant und umgesetzt. Eine Firma könne nicht belangt werden, da auf die Bestandsleitungen keine Gewährleistung mehr vorliegt. Nach VOB beträgt sie nur 4 Jahre. Moby Dick ist aber wesentlich älter. Eine Versicherung wird den Schaden nicht übernehmen, da es sich um eine Modernisierung handelt, informiert Ortsbaumeister Björn Heimann.

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