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Mit Musik an entlegene Orte

Rainer Ziegler-Trio gastierte beim Jazzclub Bretten

Schloss man am Dienstagabend im Lammkeller die Augen, so konnte man sich von den Klängen des „Reiner Ziegler Trios“ an entlegene Orte dieser Welt entführen lassen. Bei den „Days Of Wine And Roses“ von Henry Mancini hatte man das Gefühl, in einer angesagten Bar des French Quarters von New Orleans bei einem Sazerac zu sitzen und bei „Corinna“ fühlte man sich unter Sternenhimmel in eine lateinamerikanische Strandbar versetzt. Dieser Song, eine Eigenkomposition von Jens Bunge und einer besonderen Frau gewidmet, ließ durch das gefühlvolle Mundharmonikaspiel des Musikers Sehnsüchte spürbar werden.
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Bunge, hauptberuflich als evangelischer Pfarrer an einer Berufsschule tätig und inzwischen europaweit und fernöstlich eine feste Größe in der Jazz-Musik, unterstützte an diesem Abend mit seiner Mundharmonika Reiner Ziegler am Piano, Torsten Steudinger am Bass und Matthias Klittich am Schlagzeug. Gespielt wurde bei der aktuellen Veranstaltung des Jazzclubs Bretten für die rund 30 Gäste ein ebenso anspruchsvoller wie gelungener Mix aus Eigenkompositionen und Standards. „Stücke, die von New York über Tokio bis Bretten jeder kennt“ so Jens Bunge. Moderner Jazz mit swingenden Elementen und einem Repertoire aus Balladen, Tango, Bolero und Samba. Reiner Ziegler betonte, dass das Programm kammermusikalischen Charakter besäße, die Stücke sowohl in ihrem Rhythmus als auch in der Stimmung stark differenzierten. Traditionell bis impressionistisch seien die Klangstrukturen.

„Elsa“, einst von Earl Zindars für seine Tochter als Wiegenlied komponiert, „Bluesette“, Toots Thielemans Social Security Number und „Sophisticated Lady“ von Duke Ellington gehörten zu den Standards des Abends.

„Rose Is A Rose“, „Morning Song“ und „Goodbye Summerbird“ zu den Eigenkompositionen. Zu letztem Titel wurde er, erzählte Reiner Ziegler, in einem Urlaub am Frühstückstisch inspiriert, als jeden Morgen ein frecher Vogel darauf Platz nahm. Aus anfänglichem Unmut wurde Freude über den täglichen Gast und am Urlaubsende fiel der Abschied schwer. So entstand eine leichte und flotte Melodie, in welcher man am Ende durch Jens Bunges ansteigende Mundharmonikaklänge den gefiederten Freund förmlich davonfliegen sieht.

Text und Fotos: Corinna Stein

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