Maß und Mitte

Gondelsheimer Haushalt trotz Corona im Plus

Am Faschingsdienstag haben die Gondelsheimer normalerweise nicht Gemeinderat im Kopf. Corona macht selbst das anders. Auch wenn er zum ersten Mal während seiner Amtszeit für die Haushaltsrede ans Rednerpult trete,

wolle er dennoch keine Büttenrede halten, scherzte Markus Rupp angesichts des exotischen Termins. Gefolgt aber unmittelbar darauf von der Feststellung, dass im vergangenen Jahr trotz Corona für Gondelsheim nicht alles schlecht gewesen sei.

„Wir haben sehr viel Positives hinbekommen“, meinte der Bürgermeister und verwies beispielhaft auf das Feuerwehrhaus, den Kindergarten am Saalbach und die Lärmschutzmauer entlang der B35, von der viele Gondelsheimer profitierten. Bei der Gewerbesteuer hätten Bund und Land die Gemeinde nicht allein gelassen. Der Finanzhaushalt schließe ohne jegliche Kreditaufnahme mit einem Plus von 57000 Euro ab. Den Haushalt 202i würde er mit dem Etikett Punktlandung versehen, zumal im Ergebnishaushalt ein Gesamtergebnis von 383.930 Euro erzielt werde. Der Haushalt von Maß und Mitte werde in einer Haushaltsklausur am 5. März vom Gemeinderat noch einmal durchdekliniert und in der Sitzung am 30. März verabschiedet.

Klimaschutz Natur und Umwelt seien einer der Schwerpunkte, den er sich für das kommende Jahr gesetzt habe. Gondelsheim sei da schon weit, und stecke in diesem Bereich nicht mehr in den Kinderschuhen. Beispielhaft nannte er die Landwirte, die sich freiwillig an dem Blühstreifenprogramm der Gemeinde beteiligen. Für 2021 strebe er ein Energieaudit für alle kommunalen Gebäude an. Das Programm „4000 Bäume für 4000 Gondelsheimer“, zähle dazu.

An dem Punkt rieb sich allerdings später der Vorsitzende der Grünen Fraktion. Ihm seien „die Tränen gekommen“, so formulierte Roland Fella angesichts einer Baumfällaktion im Gondelsheimer Ortsetter. Ihm blute das Herz auch in der Erwartung, dass so etwas in Gondelsheim noch öfter stattfinden werde. Christian Feldmann (SPD) mochte das so nicht stehen lassen und maß eine gewisse Verantwortung dafür den Grünen selbst zu, die im vergangenen Jahr nicht bereit gewesen seien einer Baumschutzverordnung zuzustimmen.

Bildung und Kinderbetreuung nannte Rupp als zweiten Schwerpunkt und verwies auf die Kindergärten Schneckenhaus und Saalbach und die Kraichgauschule. Für das Aushängeschild der Gemeinde solle das Schulamt aber endlich einen neuen Schulleiter bestellen. In diesem Bereich dürfen die Kindergarteneltern mit Entlastung rechnen. Der Gemeinderat stimmte zu, die Entgelte zu erlassen. „Wir können ja nur etwas einfordern, für das wir eine Leistung erbracht haben,“ meinte Rupp. Das Land trage davon 80 Prozent der Kosten.

Die Digitalisierung benannte der Bürgermeister als den dritten Schwerpunkt. Die Corona-Krise habe hier allerdings den Spiegel vorgehalten. In der Gemeinschaftsschule habe es mit den Servern nicht gut geklappt, räumte er ein. In einem vierten Schwerpunkt beschrieb er die Gemeindeentwicklung und Wohnqualität.

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