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Licht aus II

Reaktionen auf „Licht aus“

Gestern Abend spät erst ist der Artikel „Licht aus“ online gegangen. Die Dunkelheit hat anscheinend niemanden vom Lesen abgehalten. Bis jetzt 10:30 Uhr am nächsten Morgen ist er schon nahezu 600 Mal aufgerufen worden und – überraschenderweise – auch schon vielfältig kommentiert worden. Danke dafür. Jetzt ist allerdings ein so schöner Kommentar eingetroffen, dass ich ihn wegen seiner Qualität aber auch wegen seiner Länge nicht in der Kommentarspalte lassen will.

Schade nur, dass er unter dem Pseudonym „Anonymous“ eingetroffen ist. Wirklich ein Beitrag für den man mit seinem Namen stehen könnte. Ich werde ihn im Folgenden im Wortlaut veröffentlichen, weil so schön!

Vorher noch eine Zwischenbemerkung: Ich hab jetzt schon öfter die Rückmeldung erhalten, dass die sehr langen Kommentare oftmals gar nicht bis zum Schluss gelesen werden. Auch wenn jetzt hier gerade das Gegenteil passiert, möchte ich dennoch einen Appell an die Kommentatoren richten: Geht doch bitte nach dem Motto vor: „In der Kürze liegt die Würze“. So, jetzt aber der Kommentar-Bericht, der in das alte Jöhlingen führt.

Wie Manu bereits sagte haben Nussbaumer und Gerweck in Jöhlingen nicht geschlossen sondern nur den Standort gewechselt, gleiches gilt auch für die Apotheke in Wössingen. Trotzdem ist natürlich schade, wie viele Ladengeschäfte in beiden Ortsteilen leer stehen.
Aber ARO hat es in seinem Kommentar ganz richtig genannt: Jammern, weil eingesessene Geschäfte schließen, aber selbst zum Vollsortimenter gehen und dort einkaufen (weil man ja sowieso dort ist und was besorgen muss) kann mit der Zeit nur zu diesem Ergebnis führen: Diese eingesessenen Geschäfte müssen schließen.

Als vor Jahren die kleine Weinhandlung Kuld aufgegeben wurde klagte ein ehemaliger Kunde mir gegenüber auch: „Ich versteh das gar nicht! Wir haben doch dort immer eingekauft!“ und das stimmte auch: Jedes Jahr kurz vor Weihnachten wurde ein Kiste Wein dort erworben.
Es stimmt zwar, dass „Kleinvieh auch Mist macht“, aber allein von solchem „Kleinvieh“ kann wohl kaum ein Geschäft überleben.

Klar, wenn ich keinen (oder kaum) Wein trinke kann ich nicht regelmäßig welchen kaufen, nur damit dieser Laden überleben kann. Aber das sollte ja auch nur ein Beispiel sein, dass es nicht ausreicht, in solchen Geschäften ab und zu mal einzukaufen (etwa dann, wenn man mal im Discounter was vergessen hat), sondern dass auch diese Läden nur nach wirtschaftlichen und somit gewinnbringenden Richtlinien überleben können.

Im Hinblick auf das „Geschäftesterben“ muss ich aber auch immer dran denken, wie ich „damals“ als Knabe für meinen Opa beim „Kolonialwaren-Kengelbach“ in der Jöhlinger Straße, gegenüber der RaiBa einkaufen sollte: Die obligatorische Bimmel an der Ladentür ertönte, worauf ein großer schlanker Mann, der mich noch heute irgendwie an Theo Lingen erinnerte, durch die Tür hinter der Theke eintrat, mich ansah und fragte: „Gu’n Tag. Was willsch denn, Bua?“
„Fünf 65er Nägel, bitte.“
„Fünf 65, Nägel, ja!“
Worauf die Nägel auf der Theke abgezählt wurden, ich bezahlte die Ware (5 Pfennig?), wurde mit einem freundlichen Gruß verabschiedet und brachte meinem Opa die von ihm bestellte Ware.
Ach ja, das waren noch Zeiten….

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Kommentare (5)

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    Eselsohr

    |

    Als Antwort auf: Licht aus II
    Herzlichen Dank für die sehr guten Beiträge zum Thema Einzelhandel. Als Betreiber des kleinen Traditionsgeschäftes Eselsohr möchten wir dazu gerne ein paar Worte schreiben. In der Tat ist es so, dass im Zuge der gegenwärtigen Situation der Einzelhandel schwer geprügelt ist. Durch Strassensperrungen, Parkplatzmangel, innerörtliche Baustellen, kämpft jeder Einzelhändler um das Überleben bzw. sucht nach Alternativen. Wir vom Schreibwarengeschäft Eselsohr möchten uns an dieser Stelle ganz herzlich bei unseren treuen Kunden bedanken, welche trotz sehr schwierigen verkehrstechnischen Verhältnissen den Weg zu uns finden. Dazu zählen auch Kunden aus den umliegenden Ortschaften, welche ebenso längere Verkehrswege, längere Wegzeiten und Unwegbarkeiten auf sich nehmen um uns weiterhin zu unterstützen.
    Wir möchten anmerken, dass wir nach wie vor sicher sind, dass wir mit Ihrer Unterstützung diese Durststrecke durchstehen. Leicht wird dies nicht aber wir sind zuversichtlich. Seit 10 Jahren führen wir nun unser Geschäft und konnten dank Ihnen allen unser Geschäft aufbauen. Gerade jetzt ist es aus unserer Sicht äusserst wichtig, den kompletten Einzehandel zu unterstützen um in absehbarer Zeit nicht einen leeren Ortskern vorzufinden. Wir hoffen sehr dass auch die Komunalpolitik in Zukunft Ihren Beitrag dazu leistet um das örtliche Gewerbe zu unterstützen. Vergangenheit sollte Vergangenheit bleiben und wir als Bürgerinnen und Bürger sollten uns an der Zukunft orientieren.
    An dieser Stelle unseren ausdrücklichen Dank an Sie alle, dass sie Ihren Beitrag leisten um unser Walzbachtal attraktiv zu machen.
    Silvia und Volker Mündörfer

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    ARO

    |

    Als Antwort auf: Licht aus II
    Ich bin mir nicht sicher, ob die Verkehrsproblematik tatsächlich das größte Problem des Einzelhandels im Moment ist. Man kann entsprechende Rahmenbedingungen eher bedingt beeinflussen. Wäre es nicht sinnvoll, eine echte Institution für den Handel zu installieren? Stichwort Attraktivität steigern! Vielleicht ist tatsächlich eine gemeinsame Initiative im Sinne der potenziellen Kundschaft die nahrliegendste Form der Veränderung. Wenn hier von allen Betroffenen Bereitschaft zu gemeinsamen Strategien vorhanden wäre, könnte man sicher was bewegen.

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    Eselsohr

    |

    Als Antwort auf: Licht aus II
    Danke Aro für den Beitrag. Ich denke die Summe aller Ereignisse und Gegebenheiten macht die Situation sehr schwierig. Der Ansatz zu einer Institution ist ein sehr guter Ansatz welcher durch die Gründung der IGGW und des Gewerbevereins auch schon angestoßen wurde. Leider musste sich aus unterschiedlichsten Gründen die Interessensgemeinschaft nach einigen guten und erfolgreichen Aktivitäten wieder auflösen. Ich bin absolut Ihrer Meinung, dass eine Gemeinschaft stärker auftreten kann als jeder einzelne. Es existiert noch immer der Gewerbeverein in Walzbachtal welcher schon über viele Jahre Bestand hat. Nach unserer Bürgermeisterwahl denke ich wird es zu diesem Thema weitere Aktivitäten geben. Ich finde es einfach nur gut wenn sich die Gesellschaft mit Ideen und Anregungen an diesen Diskussionen beteiligt um für alle Beteiligten ein gutes Ergebnis zu erzielen.
    Somit Danke für die konstruktive Beteiligung.

    Volker Mündörfer

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    ARO

    |

    Es ist zu hoffen, dass es tatsächlich entsprechende Aktivitäten geben wird. Ich stelle mir nur die Frage, ob man sich auf kommunalpolitische Politik mittel – und langfristig verlassen kann. Als unterstützende Instititution sicher wichtig. Aber bei der Bündelung von Interessen und vor allem der Kompetenzen sind aus meiner Sicht die „Betroffenen“ selbst noch stärker gefragt.
    Leider muss man sich mittlerweile damit abfinden, dass sich in den meisten Fällen die „schwächsten“ Glieder nur selbst helfen können.

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    Jöhlinger

    |

    Der Gewerbeverein ist auf Vorstandschaftsfindung, der letzte Beitrag auf der Homepage datiert aus 2008!

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