Bei der Hitze hilft nur noch untertauchen

Lebenszeichen für den Fasching

Die Wössinger Mondspritzer stellten zum ersten Mal einen Narrenbaum auf

Noch vor wenigen Wochen hatte sich Karsten Matt, Sitzungspräsident der Wössinger Mondspritzer, optimistisch gezeigt: Die Faschingskampagne 2022 werde in der Böhnlichhalle stattfinden.

Die Pandemie hat einen Strich durch diese Rechnung gemacht. Ganz ohne Fasching wollten die Wössinger Narren das Jahr aber nicht verstreichen lassen. Sie sannen nach Ersatz. Kurzerhand hoben sie ein Narrenbaumstellen aus der Taufe.

Immerhin 190 Besucher konnten mit Einhaltung eines Hygienekonzepts zugelassen werden. Und noch mehr hatten kommen wollen. Elferratspräsident Daniel Veit sprach denn auch bei der Begrüßung der Gäste von einem unglaublichen Anblick, als er seinen Blick über die großteils bunt kostümierte Narrenschar schweifen ließ. Er freue sich riesig, dass mit dem Narrenbaumstellen ein Lebenszeichen für den Fasching gezeigt werden könne.

Jörg Hartmann, Vorsitzender des TV und eigentlich nicht im Komitee beheimatet, nutzte die Gelegenheit, um auf das Jubiläumsjahr des TV hinzuweisen. Das 125. Jahr seines Bestehens werde der Verein mit einer ganzen Reihe von Festtagen begehen, die mit aller Leidenschaft gefeiert würden. Beispielhaft nannte er einen Tanzabend, ein Rot-Weiß-Picknick und eine Jubiläumsgala. Lediglich die von ihm für den Februar angekündigte Narrenparty versah Elferratspräsident Veit allerdings noch mit einem Fragezeichen.

Im Duett blickten Sitzungspräsident Karsten Matt und Nachwuchs-Narr Kilian Wittmaier auf die verbliebenen Reste des Wössinger Faschings: „Es ist vollbracht, man glaubt es kaum, es steht der erste Wössinger Narrenbaum. Er soll euch zeigen, es ist wahr, der Faschingssamstag in der Böhnlichhalle ist ganz nah“, reimten die beiden um aber sofort die Enttäuschung hinzuzufügen: „In diesem Jahr bleibt die Halle leider leer“. Geehrt wurden von Karsten Matt für 11 jährige Mitgliedschaft im Narrenkomitee der Wössinger Mondspritzer Jeannette Weis und Holger Schell. Als neue Ehrenkomiteemitglieder begrüßte er Daniel Erlenmaier und Daniel Veit – beide schon 22 Jahre im Elferrat.

Zu dem Heimspiel vor seinem Büro trug Bürgermeister Timur Özcan ebenfalls ein paar launige Bemerkungen bei. Mitgebracht hatte er zwei mit einer Schnur verbundenen Dosen, die schon Jutta Belstler bei der Eröffnung der Kampagne als Sinnbild für den kurzen Draht zwischen Bürger und Verwaltung vorgestellt hatte. Die rote Brille, die der Bürgermeister zusätzlich aufsetzte, verschaffe ihm den notwendigen Durchblick, so scherzte er.

Für Stimmung sorgten die Guggenmusiker der „Bärenloddler“, zu denen sich die Jöhlingen „Loddler“ und sie Singener „Bärenklopfer“ zusammengetan hatten. Sie hatten den Transport des Narrenbaums quer durchs Dorf lautstark begleitet und lieferten später noch die musikalische Grundlage für einige Spiele der Kinder, die ebenso als Narren kostümiert gekommen waren wie viele der erwachsenen Besucher. Befeuert wurde die Kinder-Stiimmung von Jeanette Weiß, die immer wieder eine tüchtige Portion Kamelle in die Menge warf.

Ganz unter sich waren die Wössinger Zuschauer bei dem bunten Treiben nicht geblieben. Auch von auswärts waren etliche bunt kostümiert gekommen. Darunter eine stattliche Delegation der Grötzinger Narrenzunft. „Ich interessiere mich nicht nur für die Karlsruher Fastnacht“, gab Zunftmeister Uwe Heibold zu Protokoll.


Damit der Informationspflicht vollends Genüge getan ist, hier anschließend noch der vereinseigene TV-Bericht aus der Feder von Tino Villano:

Der Narrenbaum steht

Am 29.01. fand die erste und eine der wenigen Faschingsveranstaltungen, die in diesem Jahr im Kraichgau geplant werden, bei uns auf dem Rathausplatz statt. Der Elferrat hat die Idee des Narrenbaums zwar schon länger verfolgt, aber nun als Alternative zur ausgefallenen Prunksitzung intensiv vorangetrieben. Erstmalig wurde der Narrenbaum in 2022 aufgestellt und soll zukünftig traditionell jedes Jahr an Fasching von Januar bis zum Aschermittwoch auf dem Rathausplatz stehen. Das Besondere an dem Narrenbaum ist, dass für alle aktiven Gruppen eine Blechtafel mit Wappen angebracht wurde. Gemäß der Coronaverordnung und dem mit dem Rathaus eng abgestimmten Hygienekonzept, durften maximal 190 Personen (2G+) auf den Rathauplatz kommen. Nach dem Start der Anmeldung waren die verfügbaren Plätz sehr schnell vergeben. Fast alle Besucher waren im Kostüm unterwegs, waren gut gelaunt und mit voller Freude und Spaß dabei. Nach Kontrolle des Impfstatus, der Prüfung der Anmeldung sowie der Hinweis auf die Maskenpflicht, füllte sich gegen 13.30 Uhr der Platz recht schnell. Bei musikalischer Umrahmung gab es neben Bier und Glühwein auch Kinderpunsch und alkoholfreie Getränke sowie Kuchen und Plätzchen. „Auf warme Speisen und Kaffee haben wir bewusst verzichtet, da dies ein erheblicher Aufwand und zusätzliches Hygienerisiko [TV1] bedeutet“, so Karsten Matt, Sitzungspräsident.

Um Punkt 14:11 Uhr fuhren 4 alte und geschmückte Bulldogs vor, mit dem Narrenbaum sowie die Tanztruppe des TVW und die  Loddler im Schlepptau, die den Antransport musikalisch unterstützten.

Der Sitzungspräsident und als Wössinger Till bekannte Karsten Matt hat durch die Veranstaltung in gewohnter Weise moderiert, als wäre die letzte Prunksitzung erst vor kurzem gewesen. Nachdem unter Begeisterung der Besucher die Loddler ein paar Musikstücke gespielt und die Tanzgruppe getanzt haben, wurde der Narrenbaum in Position gebracht. Anschließend haben der Elferratspräsident Daniel Veith sowie der Vorstand des TVW, Jörg Hartmann und der Bürgermeister Timur Öczan ein paar Grußworte an die Besucher gerichtet.

Auf Kommando wurde der Narrenbaum mit Unterstützung von Anwohnern zusammen mit Mitgliedern des Bulldog- und Oldtimer Vereins und mit einem kräftigen „Wasser marsch“ aufgestellt.

Als weiteren Programmpunkt hat der Kindersitzungspräsident Kilian Wittmeier durch ein Kinderprogramm mit Kinderspielen professionell durchmoderiert. Die Kinder und die Eltern waren begeistert. „Man hat in strahlende Kinderaugen geschaut“, freut sich Kilian.

Gegen 16:00 Uhr hat sich die Besuchermenge langsam gelichtet, so dass eine Stunde später der Elferrat mit dem Abbau beginnen konnte.

„Insgesamt eine gelungene Veranstaltung mit Potenzial und eine ausgelassene Stimmung“, so Jeanette Weiß, Mitglied des Elferrates. All die positiven Rückmeldungen von Besuchern und Aktiven an den Elferrat bestätigen ihre Feststellung.

Der jetzige Zeitpunkt der Aufstellung des Narrenbaums soll nicht nur die närrische Zeit ankündigen, sondern auch als ein Zeichen der Zuversicht und der Hoffnung sein und ein Signal an die Bevölkerung geben, das trotz ernster und angespannter Lage die Freude und der Spaß nicht zu kurz kommen dürfen.

Wir bedanken uns bei allen Anwohnern, Helfern, Unterstützern, Aktiven, dem Bulldog- und Oldtimer Verein, den Loddler und der Tanzgruppe. Ohne deren Engagement und Beteiligung gäbe es kein Programm, keine Organisation und Vorbereitung. Unser Dank gilt auch dem TVW, der dieses Jahr sein 125. Jubiläum feiert und die Veranstaltung im Rahmen des Jubiläumprogramms aufgenommen hat. Dem Bürgermeister gilt ebenfalls unser Dank, dass er unsere Anfrage, den Narrenbaum auf dem Rathausplatz stellen zu dürfen, stets unterstützt hat sowie für die enge Abstimmung des Hygienekonzeptes. Ein spezieller Dank gilt aber vor allen den Besuchern, die sich an die Vorgaben des Hygienekonzeptes gehalten haben und zur ausgelassenen Stimmung beigetragen haben.

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