Header

Lebensmittelüberwachung

Rückläufige Zahl der Verstöße und konstante Beanstandungsquote
(PM) Die Überwachung der lebensmittelrechtlichen Vorschriften ist ein Arbeitsschwerpunkt des Amtes für Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung im Landratsamt Karlsruhe, das nun seinen Jahresbericht 2016 vorgelegt hat. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Kontrollen auf über 5.000. In 8,6 % der Fälle wurden bei den 3.243 kontrollierten Betrieben Verstöße festgestellt – ein deutlicher Rückgang gegenüber den Vorjahren, in denen die Quote bei über 12% lag. „Diese Entwicklung werten wir als Erfolg der stetigen Überwachungstätigkeit sowie dem wachsenden Verantwortungsbewusstsein der einzelnen Lebensmittelunternehmer“, so Dr. Martin Schmitt, stellvertretender Amtsleiter des Amtes für Veterinärwesen und Lebensmittel-überwachung.

Die Verstöße lagen überwiegend in Missständen bei der Betriebs-, Arbeits-, und Personalhygiene. Wie in den Jahren zuvor zeigten sich auch erhebliche Mängel in den betrieblichen Eigenkontrollen der Lebensmittelunternehmen, wie z. B. bei Gaststätten. Hierzu zählen Wareneingangskontrolle, Temperaturüberwachung, Reinigungs- und Desinfektionsplan, Schädlingsbekämpfung, Rückverfolgbarkeit, Personalschulung sowie eine Risiko-Analyse kritischer Kontrollpunkte, ein so genanntes HACCP-Konzept. Vier Verstöße waren so schwerwiegend, dass Strafverfahren eingeleitet wurden, in zwei Fällen wurde Strafbefehl erlassen. Auf die festgestellten Verstöße folgten außerdem 158 Anordnungen, 107 Mängelberichte, 38 Bußgelder und fünf Verwarnungen. Bei geringfügigen Verstößen wurden die Betroffenen mündlich belehrt.

Neben den Betriebskontrollen nahmen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch Proben von Lebens- und Nahrungsergänzungsmitteln, Tabakerzeugnissen, Kosmetika sowie Bedarfsgegenständen. Zusätzlich zu den Planproben wurden auch Verdachts-, Beschwerde- und Erkrankungsproben erhoben. Von den insgesamt 2.052 Proben haben die Chemischen- und Veterinäruntersuchungsämter 310 beanstandet; dies entspricht einer Quote von 15,1 %, die sich damit auf dem Niveau des Vorjahres bewegt (14,9%). Knapp über 70 % der beanstandeten Proben erwiesen sich wegen fehlender und/oder unvollständiger Kennzeichnung von Produkten als irreführend. Seit Dezember 2016 gilt die Nährwertdeklaration für verpackte Lebensmittel verbindlich auf Grundlage einer EU-weiten Vorschrift. Viele Betriebe haben die Nährwertkennzeichnung jedoch noch nicht umgesetzt. 6,1 % der Proben stuften die Chemischen und Veterinäruntersuchungsämter als nicht zum menschlichen Verzehr geeignet ein. Nur eine der untersuchten Proben wurde als gesundheitsschädlich beurteilt. Das Amt für Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung leitete 21 Bußgeldverfahren ein und erteilte 110 Belehrungen.

119 Gutachten zu beanstandeten Proben, bei denen sich der Hersteller außerhalb des Landkreises befindet, wurden an die jeweils zuständige Lebensmittelüberwachungsbehörde weitergeleitet. Im Zusammenhang mit beanstandeten Proben hat das Amt für Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung im Jahr 2016 neun Schnellwarnungen im Europäischen Schnellwarnsystem für Lebensmittel und Futtermittel (RASFF) erstellt. Bei 187 externen Schnellwarnungen wurde der jeweilige Rückruf der Waren in den betroffenen Betrieben im Landkreis Karlsruhe überwacht, damit diese Produkte tatsächlich aus dem Verkauf genommen werden. Davon betroffen waren beispielsweise Produkte, in denen ein Fremdkörper gefunden, ein Allergen nicht gekennzeichnet oder ein erhöhter Chrom VI-Gehalt bei Lederwaren festgestellt wurde.

Auch in diesem Jahr wird das Amt für Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung seine Überwachungstätigkeiten zum Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher konsequent fortsetzen. Ein Schwerpunkt wird darauf liegen, Hersteller zu kontrollieren, zu denen auch die landwirtschaftlichen Primärerzeuger zählen.

Trackback von deiner Website.

Kommentieren

Home Footer Links