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Lärmaktionsplan

Gondelsheimer SPD bewertet ÖPNV höher als  den Lärmschutz
Gondelsheim wird einen Lärmaktionsplan erhalten. Die ersten Vorarbeiten dazu hat ein Ludwigsburger Ingenieurbüro absolviert und dem Gemeinderat vorgelegt. Wie auch bei Bebauungsplänen erhalten die Öffentlichkeit und Behörden die Gelegenheit zur Stellungnahme. Die trug Wolfgang Schröder vor.

Es handele sich um eine kommunale Pflichtaufgabe für ein Gebiet, das zwischen B35 und der Bahntrasse eine hohe Lärmbelastung aufweise. Es gebe in der Beziehung zwar keine Grenzwerte, doch die gemessenen Lärmniveaus würden in vielen Bereichen Gondelsheims als gesundheitsgefährdend eingeschätzt. Vordringlicher Handlungsbedarf bestünde in jenen Gebieten, die 60 Dezibel in der Nacht und 70 Dezibel tagsüber überschreiten. Das seien nicht wenige, meinte Schröder und zeigte sie mit einem großmaßstäblichen Plan bis hinunter zu jedem einzelnen Haus vor. Mit einer Tempobeschränkung auf 30 Kilometer pro Stunde könne man viel erreichen. Die Tempo-30-Zone solle vom nördlichen bis zum südlichen Kreisel reichen und ergänzt werden um die Bahnhof-, die Neibsheimer und die Jöhlinger Straße.

20170127 Gondelsheim Lärmschutzwand 500 a Zu diesem Vorschlag hatten die diversesten Behörden Stellungnahmen abgegeben, mal mehr, mal weniger unterstützend. Eine scharfe Diskussion lösten allein aber die Bedenken aus, die der Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) dagegen vorgebracht hatte. Der KVV befürchtete, mit der verringerten Geschwindigkeit die Takte des Busverkehrs nicht aufrechterhalten zu können.

Diese Befürchtung griff SPD-Sprecher Jürgen Amend auf. Er wolle nicht das Risiko eingehen, den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in Gondelsheim zu verlieren. Deshalb plädierte er dafür, Tempo 30 nicht rund um die Uhr einzuführen, sondern nur nachts. Damti würde man den Bedenken der KVV entgegen kommen.

Große Verblüffung über diese SPD-Position, die in der SPD-Fraktion letztlich dann aber nur von Jürgen Amend und Klaus Krätschmer mitgetragen wurde, herrschte nicht nur beim Bürgermeister („Damit würden wir hinter das zurückgehen, was wir schon genehmigt bekommen haben“), sondern auch in den Reihen der FWV. Thomas Stein interpretierte den SPD-Vorschlag so, dass der SPD ÖPNV  wichtiger sei als der Schutz der Bürger vor dem Lärm. Klaus Krätschmer (SPD) bestätigte das. Die SPD wolle zwar „nicht der große Verhinderer“ sein, wäge aber zwischen Lärm und ÖPNV ab.

Letztlich überzeugender fand die große Mehrheit der Gemeinderäte die Einschätzung von Bürgermeister Markus Rupp. Die KVV werde eine solche Entscheidung gewiss nicht als Anlass zum Kappen des ÖPNV missbrauchen, meinte er. Bei drei Gegenstimmen und einer Enthaltung stimmten zehn  Gemeinderäte dieser Position zu.

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Kommentare (1)

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    Gondelsheimer

    |

    Zum Beitrag „Lärmaktionsplan

    Ein paar hundert Meter Fahrt durch Gondelsheim, wo bedingt durch eher enge Straßen, Zebrastreifen, etc. eh kein Schnitt in der Nähe von 50km/h für einen Bus zu erreichen ist, soll durch ein Tempo 30 Limit den Takt durcheinander bringen? Lächerlich…

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