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Küche bleibt

Elternbeirat der Arche hat erfolgreich gekämpft

Um die Kasse der Gemeinde Walzbachtal ist es schlecht bestellt. Gerade hat die Gemeindeprüfungsanstalt in einem Bericht äußerste Sparsamkeit angemahnt. Bereits vorher gab es im Gemeinderat Überlegungen, aus Sparsamkeitsgründen die Küche der Jöhlinger Kindertagesstätte „Arche“ zu schließen und zu einem Caterer zu wechseln. Anfang dieses Jahres verursachte das geradezu einen Aufstand der Arche-Eltern,

denn das Selbstkochen erfreut sich großer Beliebtheit. In der entsprechenden Gemeinderatsitzung herrschte auf den Besucherbänken gewaltige Aufregung über diese Sparmaßnahme. Der Sturm der Entrüstung führte dazu, dass Bürgermeister und Gemeinderat sich mit den Eltern zusammensetzten und über Möglichkeiten nachdachten, das zu verhindern.

Die Diskussion wurde durch Corona etwas ausgebremst und verzögert. Dennoch führten die engagierten Elternbeiräte viele Gespräche mit dem Bürgermeister, den Fraktionen, mit Handwerkern und mit anderen Kindergärten. Dabei wurden die anfallenden Investitionskosten für die Sanierung der Küche, die laufenden Fixkosten und die Einnahmen ermittelt, so berichtet die Elternbeirätin Lea Rakete. Sogar einen Vor-Ort-Termin mit Lebensmittelkontrolleuren habe es gegeben, um die Notwendigkeit der Sanierung herauszuarbeiten. Nachdem von dort grünes Licht kam sowohl für Essen vom Caterer als auch für frisches Kochen, konnten die Fixkosten festgelegt werden. In mehreren Sitzungen wurde das Ergebnis mit der Gemeindeverwaltung, den Gemeinderatsfraktionen und der Leitung der Arche diskutiert.

Da die Nachfrage nach dem frischen Essen sehr groß ist, reicht die Kapazität des bisherigen Backofens nicht aus. Nur ein Konvektomat kann Abhilfe schaffen. Die Finanzierung will der Elternbeirat selbst organisieren, so dass auf die Gemeinde dadurch keine zusätzliche Belastung zukommt. Das Gerät soll über Spenden finanziert werden. Die ersten Zusagen für Spenden in Höhe von 4200 Euro sind bereits eingegangen, reichen zur Finanzierung allerdings noch nicht ganz aus. Der Elternbeirat bittet deshalb um weitere Spenden.

Teil des zusammen erarbeiteten Konzepts ist ein neues Modell der Abrechnung für die Eltern. Es wird keine tagesgenaue Abrechnung mehr geben, sondern eine Monatspauschale. Vorteil: Die bisherige tagesgenaue Abrechnung ist mit sehr viel Verwaltungs- und personellem Aufwand verbunden und fällt in dem neuen Modell weg.

Positiv überrascht waren die Elternbeiräte, so sagt Lea Rakete, darüber, „wie viel Zeit sich Bürgermeister und Gemeinderäte für uns genommen und sich nach ersten Gesprächen intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt haben.“ Die Zusammenarbeit mit dem Bürgermeister sei „inzwischen sehr konstruktiv, erfolgsorientiert und zielführend.“ Damit hofft sie auf ein „Ende gut alles gut“.

Das ganze Konzept ist natürlich erst in trockenen Tüchern, wenn der Gemeinderat zustimmt. Eine entsprechende Verwaltungsvorlage und Entscheidung ist aber schon für den 27. Juli angekündigt, wie Bürgermeister Timur Özcan auf Nachfrage bestätigte. Details zum Konzept wolle er allerdings erst in der Gemeinderatssitzung am 27. Juli bekannt geben und öffentlich diskutieren.

In der entsprechenden Gemeinderatsvorlage schlägt der Bürgermeister vor, dass in der „Arche“ weiter selbst gekocht wird. Der Vorschlag zu einem Caterer zu wechseln wird fallengelassen. Timur Özcan bittet trotz der Spendenaktion des Elternbeirats um Zustimmung zu außerplanmäßigen Aufwendungen in Höhe von 15.500 Euro.

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Kommentare (9)

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    gabe

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    Als Antwort auf: Küche bleibt
    Die gute Nachricht ist, dass die Küche, frisches Essen und auch damit verbundene Arbeitsplätze in der Gemeinde erhalten bleiben. Auch eine monatliche Pauschale ist für mich nachvollziehbar. Warum diese Pauschale allerdings nicht gestaffelt wird, erschließt sich mir nicht. Das bedeutet nämlich im Umkehrschluss, dass Kinder, die nur einen Tag/Woche zum Mittagessen gehen, das Mittagessen der Vollnutzer finanzieren, was ich nicht solidarisch finde.
    Weiterhin wurden gestern neue Betreuungsentgelte ab 2021 angekündigt. Hier verstehe ich auch nicht, dass es nur noch das Modell 4GT/1VÖ (4x ganztägig / 1x verlängerte Öffungszeiten) geben wird. Für Eltern wird es auf jeden Fall teurer, ohne dass man die Wahl hat einen Teil der Betreuung selbst zu leisten und dafür Kosten zu sparen. Die schlechte finanzielle Lage der Gemeinde wird damit auf die Familien abgewälzt.

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      Zuhörer

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      Als Antwort auf: Küche bleibt Als Antwort auf: gabe
      Was hatten sie erwartet? Es handelt sich hier um eine Monopolitische Struktur, da kommen auch noch so viele yMütterbewegungen nicht dagegen an.

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      CL

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      Den Beschluss finde ich auf der Walzbachtalerseite bei der Zusammenfassung der Sitzung des Gemeinderates vom 27.07.2020 nicht. Da gab es gestern nur eine E-Mail dazu.
      Aber bis zu 60% mehr für ein Kita Kind und knapp 80% mehr für ein Kindergarten Kind (Bisher VÖ-kurz Tarif) ist schon eine stolze Erhöhung. Macht dann ~1800€ bzw. ~1200€ pro Jahr pro Kind mehr aus.

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    Lea Rakete

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    Hallo Gabe,
    Das Betreuungsmodell wurde umgestellt. Man kann die Kinder nur noch für VÖ, also bis 14.00Uhr, oder GT anmelden. Wenn das Kind für VÖ angemeldet ist, kann man entscheiden, ob das Kind mit essen soll oder nicht. Wenn es angemeldet ist, kann das tatsächlich nur komplett und zur entsprechenden Pauschale erfolgen. Oder man entscheidet, dass das Kind nicht am Mittagessen teilnehmen soll und gibt ihm entsprechend Vesper mit, da es ja bis 14.00Uhr Mittagessen braucht.
    Die GT ist nur noch für 5 Tage oder 4 Tage GT + 1 Tag VÖ möglich. GT-Kinder müssen Mittags eine warme Mahlzeit zu sich nehmen. Diese Kinder essen also mindestens 4x, die meisten 5x.

    Ja, es fällt die volle Flexibilität mit An – und Abmelden für jeden Tag einzeln weg, aber das hängt eben auch mit dem geändert Betreuungsmodell zusammen.

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      Jöhlingerin

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      Hallo Frau Rakete,
      sind Sie sicher, dass es noch die VÖ bis 14.00 geben wird ab 01.09.2020? Laut dem Schreiben von der Gemeinde, dass ich von der Arche bekommen habe gibt es ab 01.09.2020 nur noch 4GT +1 VÖ-Tag. Seltsam. Wäre aber trotzdem ein starkes Stück. Hat die Gemeinde so wenig Geld?

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        Lea Rakete

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        Als Antwort auf: Küche bleibt Als Antwort auf: Jöhlingerin
        Hallo zusammen,
        Ab dem 01.09.2020 wird man in der Arche für Kinder ab 3 Jahren wählen können zwischen:
        Regelgruppe: Mo-Fr 8.00-12.30 & 3x pro Woche 14.00-16.30
        Verlängerte Öffnungszeiten: Mo-Fr 7.00-14.00
        Ganztagesbetreuung: Mo-Do 7.00-16.30, Fr 7.00-14.00
        Es entfällt also die Flexibilität nur 1,2 oder 3 Tage GT zu buchen. Aber wenn man es mal von der anderen Seite betrachtet, ist es ja quasi unmöglich mit dem Betreuungsschlüssel volle Flexibilität anbieten zu können.
        Ich bin mir ziemlich sicher, dass dieses Modell in der letzten Kuratoriumssitzung beschlossen wurde. Ich war zwar selbst nicht dabei, aber so wurde es uns als Elternbeirat mitgeteilt. Aber mir kann natürlich auch ein Fehler unterlaufen sein. Im Zweifel doch einfach nochmal direkt nachfragen 😉

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      CL

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      Hallo Frau Rakete,
      vielen Dank für die Klarstellung. Woher haben Sie diese Informationen? Dann ist das Schreiben von der Gemeinde undeutlich.

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    Lea Rakete

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    Als Antwort auf: Küche bleibt
    Die Umstellung des Betreuungsmodells würde ich mal auf die Nachfrage zurückführen. Außerdem erleichtert es die Gestaltung des Tagesablaufs in der Einrichtung, wenn es nicht 4 unterschiedliche Betreuungszeiten mit den entsprechend unterschiedlichen Abholzeiten gibt.

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    Christoph Henrich

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    Als Antwort auf: Küche bleibt
    Wenn man versucht es jedem individuell passend zu gestalten mit den Betreuungszeiten und der Verpflegung, dann wird der Aufwand und damit natürlich die Kosten vermutlich höher als jetzt mit dem „Einfachmodell“. Denkt nur mal an die individuelle Abrechnung, die dann für jedes Kind erfolgen müsste.
    „Es jedem Recht getan, ist eine Kunst, die keiner kann“

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