„Komisches Gefühl“

Wie Gondelsheim auf Corona reagiert

Corona beutelt auch die Gemeinden. Gondelsheim ist genauso davon betroffen. Wegen einer damals hohen Infektionsrate im Dorf ließ Markus Rupp deshalb beispielsweise die Dezembersitzung des Gemeinderats ausfallen. Die Zahl der Infizierten sei aber auf momentan nur noch vier infizierte Personen gesunken, informierte Rupp.

Aufgrund der Corona-Verordnung der Landesregierung hatte der Bürgermeister den Beginn der aktuellen Gemeinderatssitzung um eine Stunde auf 18 Uhr vorgezogen, um nicht mit der auf  20 Uhr festgelegten Sperrstunde in Konflikt zu geraten. Die Gemeinderäte hatten dazu die medizinischen FFP2-Masken auf ihren Tischen vorgefunden.

Der Löwenanteil der jüngsten Sitzung in der Saalbachhalle galt denn auch Informationen, die Bürgermeister Markus Rupp zu dem Thema parat hatte. Seit der letzten Gemeinderatssitzung habe es eine Vielzahl an Maßnahmen und Ereignissen gegeben. „Es gibt jeden Tag etwas Neues, was die Verwaltung beschäftigt“, kündigte er ein ausführliches „Corona-Update“ rund um dieses Thema an. 

„Wir müssen mit Vorsicht mit dieser Krise umgehen“, mahnte Rupp. Er sei schon lange dabei in der Kommunalpolitik, aber solche Zeiten habe er noch nie erlebt. Keine Veranstaltungen gäbe es mehr. Selbst die abgespeckte Version des Weihnachtsmarktes habe die Gemeinde absagen müssen. Die Gaststätten seien geschlossen, womit die Bürger keine Möglichkeit mehr hätten, sich treffen zu können. Das sei ein komisches Gefühl. Die Gondelsheimer suchten aber trotzdem nach kreativen Lösungen. Rupp erwähnte eine Aktion von Pfarrer Stefan Kammerer als gelungenes Beispiel. Der evangelische Geistliche habe die Weihnachtspredigt am Heiligen Abend über einen Lautsprecherwagen der Feuerwehr ins Dorf gebracht.

Rupp konnte aber immerhin darauf hinweisen, dass die Zahl der Corona-Patienten in den regionalen Kliniken von 210 auf 133 gesunken sei. Das sei eine deutliche Trendumkehr. Gondelsheim habe das Glück gehabt, dass das Seniorenzentrum Haus Schönblick nicht wie andere in der Region von der Pandemie betroffen gewesen sei. In Gondelsheim zwar zeitweise eine hohe Fallzahl gegeben, aber  keinen Hotspot. Die Fälle hätten sich gleichmäßig übers Dorf verteilt und seien auf verschiedene Familien beschränkt geblieben.

Er hoffe, dass Mitte April sich die Situation ins Positive hinein verändern werde. Das Impfen im Seniorenzentrum habe schon begonnen, die erste Impfreihe sei absolviert. in Gondelsheim gebe es darüber hinaus einen engagierten Mitbürger, der sich um die Terminvergabe für die Gondelsheimer Senioren kümmere. Der Bürgermeister freute sich andererseits darüber, dass es innerhalb so kurzer Zeit gelungen sei einen Impfstoff zu entwickeln.

Große Vorsicht lasse die Gemeindeverwaltung selbst walten. Es würden nur noch die allernotwendigsten Termine im Rathaus absolviert. Die Rathausmannschaft sei mittlerweile zweigeteilt. Eine Hälfte befinde sich im Homeoffice. Großes Glück habe die Gemeinde mit den guten Beziehungen zum KSC gehabt. Von dort habe man über die guten Kontakte von Petra Schalm 250 FFP2 Masken erhalten. Für die Schule habe man Luftreiniger organisiert. Von den Kosten von 18000 Euro seien aufgrund von Zuschüssen und zahlreichen Spenden nur 500  Euro übrig geblieben. Die Vorbereitungen zur Landtagswahl würden laufen. Er habe beschlossen, dass alle Helfer der Landtagswahl sich vor dem Einsatz 4 am. März testen lassen dürfen.

Um flexibel auf die Herausforderungen der Krise reagieren zu können, wird der Gemeinderat künftig auch zu der Möglichkeit greifen können, sich zu Sitzungen digital zu verabreden. „Wir sollten uns des Instruments nicht berauben, das uns damit zur Verfügung gestellt wird,“ forderte Markus Rupp. das könne man „als letztes Mittel einsetzen, wenn wir es brauchen“.

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