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Knöllchen für Falschparker

Am 1. September nimmt in Walzbachtal Vollzugsbediensteter Amt auf

Die Zahl der zugelassenen Fahrzeuge nimmt bundesweit immer weiter zu. Die meisten stehen nicht in Garagen oder auf privaten Stellplätzen. Der dadurch wachsende Parkdruck macht sich in den Kommunen in der Region bemerkbar. Er wird vielfach verstärkt durch verkehrswidriges Parkverhalten, das mitunter sogar Feuerwehr oder Rettungsfahrzeugen die Durchfahrt erschwert,

manchmal sogar unmöglich macht. Eine der Gemeinden, die darunter schon seit vielen Jahren leidet ist Walzbachtal. Auch mit einer Stellplatzsatzung konnte die Gemeindeverwaltung des Problems nicht Herr werden.  

Engstelle Freiheitstraße

Anfang dieses Jahres hat der Walzbachtaler Gemeinderat deshalb mit dem Beschluss reagiert, einen Gemeindevollzugsbediensteten mit der Kontrolle des ruhenden Verkehrs zu beauftragen. Noch Mitte 2013 war eine solche Anregung von der Gemeindeverwaltung skeptisch beurteilt worden. Hoher personeller Aufwand und die Kosten wurden damals ins Feld geführt. Die Einnahmen aus den Bußgeldern würden in keinem Verhältnis zu den Ausgaben stehen. Der Ärger mit der Einwohnerschaft sei vorprogrammiert, da die einen eine konsequente Ahndung von Verstößen fordern, während die anderen mit ihrer Verwarnung nicht einverstanden sind, hatte Bürgermeister Karl-Heinz Burgey argumentiert.  

Damit wollte sich die CDU-Fraktion nicht zufrieden geben und beantragte im April 2018 erneut, einen Gemeindevollbezugsbediensteten einzustellen. Er bleibe als „ultima ratio“, nachdem alles andere ohne Erfolg geblieben sei. Mit etlicher Verspätung wurde der Antrag am 27. Januar 2020 vom Gemeinderat befürwortet. Der Gemeinderat zog damit Konsequenzen aus dem teilweise chaotisch-inakzeptablen Parkverhalten.  

Die Umsetzung beginnt am 1. September. Um das Problem wird sich künftig ein Bauhofmitarbeiter kümmern. Zu 51 Prozent wird er seine Arbeitskraft den Aufgaben des Gemeindevollzugsdienstes widmen. Bei der Gemeindeverwaltung würden immer mehr Beschwerden aus der Bevölkerung über fehlende Kontrollen und Ahndung von Parkverstößen eingehen, informierte Bürgermeister Timur Özcan. Die aufgestellten Verkehrszeichen erfüllten offensichtlich ohne Kontrollen ihren Zweck nur bedingt. Es komme durch rechtswidriges Parken in Einzelfällen beim Passieren von Rettungs- und Einsatzfahrzeugen zu gefährlichen Situationen.  

Außerdem seien manche Gehwegabschnitte mit Rollstuhl und Kinderwagen nicht mehr passierbar, weil Fahrzeuge die Mindestgehwegbreite nicht einhalten würden. Das Landratsamt als Straßenverkehrsbehörde habe bei der letzten Verkehrsschau wiederholt darauf hingewiesen, dass die Anordnung beispielsweise von Kurzparkzonen ohne entsprechende Kontrollen nicht sinnvoll sei.  

Diese sind mit der Einstellung des neuen Mitarbeiters gewährleistet. Mit „Knöllchen“ muss künftig rechnen, wer bei Halten und Parken auf Gehwegen, auf der linken Fahrbahnseite, vor und nach Kreuzungen, im Halteverbot oder an engen und unübersichtlichen Stellen erwischt wird. Das kann dann schon mal bis zu 60 Euro kosten. Die Verstöße werden auf der Grundlage des geltenden bundeseinheitlichen Tatbestandskatalogs geahndet. 

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Kommentare (8)

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    Angie

    |

    Als Antwort auf: Knöllchen für Falschparker
    Endlich!!! Wurde wirklich Zeit…. vielleicht hat es genau in dieser Strasse/ Ecke endlich ein Ende…bin sehr froh darüber…

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    Jöhlingerin

    |

    Als Antwort auf: Knöllchen für Falschparker
    Bin auch sehr froh darüber. Es war als kaum ein Durchkommen auf den Gehwegen für Kinderwagen, für Menschen mit Rollatoren und auch für Rollstuhlfahrer. Endlich passiert mal was diesbezüglich 🙂

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    Gondelsheimer

    |

    Das Argument, dass sich die Verkehrssünder über Kontrollen ärgern, wird auch in anderen Kommunen von den Verantwortlichen angeführt.
    Man muss schon ein sehr krudes Verständnis eines Rechtsstaates haben, um das zu tun…

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    NeuerJöhlinger

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    Bin ja noch nicht lange in Jöhlingen (1 Jahr) aber nach der Zeit frage ich mich ob die Leute hier nicht zu dumm zum parken sind. Sowas habe ich in noch keinem Ort erlebt. Man kommt mit dem Kinderwagen sehr häufig nicht durch, der Mindestabstand von 1 Meter ist ständig unterschritten das man auch ständig mit dem Kinderwagen auf die Straße und sogar Hauptstraße laufen muss um weiter zu kommen.
    Mit den Reifen trotz breiter Straßen auf dem Gehweg geparkt.

    Wird wirklich Zeit das sich hier mal was tut.

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    Falschparker

    |

    Was soll das? Ich prophezeie eine Totgeburt des Gemeindevollzugsdienstes in Walzbachtal. Da haben sich die Verantwortlichen in Walzbachtal ganz schön ins Zeug gelegt. 51 Prozent seiner Arbeitszeit soll ein Bauhofmitarbeiter in beiden Ortsteilen nach dem Rechten sehen.
    Bei einer Arbeitszeit von 39 Std./Woche sind das 19,5 Std. für jeweils beide Ortsteile, somit 9,75 Std/Woche für Jöhlingen und das gleiche für Wössingen. Pro Tag sind das 1,95 Std. oder 117 Minuten für einen Ortsteil. Jetzt muss sich jedoch dieser Mensch, bevor er auf die Sünder losgelassen wird, seinen Arbeitsanzug in eine Uniform tauschen. Vermutlich muss er sich vorher auch noch Duschen. und später wieder ausziehen. Dies macht er während seiner Arbeitszeit. Ich denke er benötigt hierzu 15 – 20 Minuten/Tag. Jetzt muss dieser Mensch mit einem Auto nach Jöhlingen oder Wössingen fahren. Hierzu sollte man mindestens 10 Minuten veranschlagen. Seine Beanstandungen/Verwarnungen muss er im Rathaus, vermutlich täglich, abgeben, Gespräche führen, vermutlich wartet dort auch noch der schriftliche Teil auf ihn der zu erledigen ist Beleidigungs- und Bedrohungsanzeigen benötigen ebenfalls viel Bürozeit. Solche Menschen werden oft Krank und schmeißen den Job sehr schnell hin. Wetten, dass..Und wenn ich an den Katalog denke für was alles der Mensch zuständig sein soll, dann kann man getrost davon ausgehen, dass er sich um den ruhenden Verkehr nicht kümmern kann. Somit ist die Angelegenheit eine Totgeburt.
    Übrigens: Weingarten mit gleicher Einwohnerzahl hat 3 Gemeindevollzugsbedienstete.
    Einwohner Walzbachtal: Meldet ab sofort dem Ordnungsamt Verkehrsverstöße, Behinderungen, Verkehrsraudi etc. (aber nur während der Arbeitszeiten. Nach 16.00 Uhr und am Wochenende ab Freitagmittag Ist niemand im Rathaus).

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      Radfahrer

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      Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. Es ist zwar traurig, aber immerhin ist es besser wie nichts. Der Bauhofmitarbeiter ist sicherlich nicht zu beneiden.

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      Madro

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      Als Antwort auf: Knöllchen für Falschparker
      Die prozentuale Verteilung der Arbeitszeit muss doch nicht täglich erfolgen, das kann doch auch auf die Woche oder sogar den Monat verteilt werden.

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    Thomas

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    Als Antwort auf Falschparker

    Weingarten kann man nicht mit Walzbachtal vergleichen.
    Das Arbeitsspektrum für den GVD in Weingarten ist viel größer da es dort auch den Baggersee gibt.
    Dort muß der GVD die Zufahrtsstraße, Wildparker, Verbot von offenem Feuer überwachen und gerade in der heutigen Zeit ist das mit Sicherheit kein vergnügen.

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