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Kliniken der Region sind an ihren Grenzen

RKH fordert einen sofortigen, harten Lockdown

(PM) Wie in vielen anderen Kliniken in Deutschland steigt auch in den RKH Kliniken in Bretten und Bruchsal die Zahl der COVID-19-Patienten weiter an und es treten auch einzelne Ausbrüche von COVID-19-Infektionen unter den Mitarbeitern und Patienten auf. Solche Infektionsausbrüche lassen sich bei der momentan sehr hohen Infektionslage in den einzelnen Landkreisen nicht vermeiden.

Die Menschen in einer Klinik haben Kontakt zueinander. Die Mitarbeiter bewegen sich nach der Arbeit in einem privaten Umfeld, haben bei der Arbeit engen Kontakt mit Patienten, Mitarbeiter haben untereinander Kontakt und Patienten haben auch Kontakt mit ihren Besuchern. Hinzu kommt die Tatsache, dass zu Beginn der Inkubationszeit mit SARS-CoV-2 keine Symptome auftreten müssen und bei einer geringen Viruslast die Tests auch zunächst negativ sein können. Insofern kann jemand unbemerkt ansteckend sein. Dieses Restrisiko ist nicht vermeidbar, sondern nur durch Tests, Besucherstopp und andere Maßnahmen minimierbar und trifft alle Krankenhäuser insbesondere in Risikogebieten. Der Ursprung der Infektionsausbrüche, ob er durch einen Patient, einen Besucher oder einen Mitarbeiter ausgelöst wurde, lässt sich fast nicht nachvollziehen. Es bleibt nur ein flächendeckender Test und daraus resultierende Maßnahmen wie Quarantäne bei Mitarbeitern und Isolation von Patienten.

Die RKH Kliniken haben eine Teststrategie gemäß den Empfehlungen des Robert Koch-Instituts (RKI). Dazu zählen nicht nur die Testung der Patienten, sondern auch der Mitarbeiter. Positive Patienten werden sofort isoliert und die anderen Patienten und das Personal getestet. Patienten mit längerem Aufenthalt werden wiederholt getestet, wie es in der RKI Richtlinie steht. Für Mitarbeiter gibt es sowohl regelmäßige Tests in Risikobereichen, als auch Anlass bezogene Tests und bei positiv Getesteten auch Tests im jeweiligen Arbeitsumfeld. Positiv getestete Mitarbeiter werden sofort in die Quarantäne nach Hause geschickt und dem Gesundheitsamt gemeldet. In Einzelfällen dürfen nach Genehmigung des Gesundheitsamts unter entsprechenden Auflagen nur Mitarbeiter weiterarbeiten, die mit einer positiv getesteten Person Kontakt hatten.

Das Hygienekonzept, das auf den Vorgaben des Robert Koch-Instituts basiert, funktioniert. Aufgrund der aktuellen Situation mit weiter steigenden Infektionszahlen haben die RKH Kliniken nun eine Ausweitung der Testung unter Mitarbeitern und Patienten beschlossen. Alle Mitarbeiter in patientennahen Bereichen können sich nun zweimal pro Woche testen lassen. Und Patienten werden zweimal pro Woche getestet. Zudem werden Mitarbeiter in patientennahen Bereichen so lange verpflichtet, eine FFP2-Maske zu tragen, bis die hohen Inzidenzzahlen wieder auf einen unkritischen Wert gesunken sind.

Die RKH Kliniken haben durchaus hohe Personalausfälle zu verzeichnen und so ist die Situation unter den Mitarbeitern sehr angespannt. Die Mitarbeiter sind müde, zumal die Pandemie schon lange andauert. Diese Personalausfälle sind aber dank der tollen Einsatzbereitschaft unserer Mitarbeiter noch kompensierbar. Wenn das nicht mehr der Fall ist, muss der Betrieb heruntergefahren werden und es kommt zu einer Verschiebung von geplanten Behandlungen bzw. zur Schließung von Teilbereichen oder Betten.

So fährt beispielsweise das größte Krankenhaus im RKH Klinikverbund, das RKH Klinikum Ludwigsburg, seit rund vier Wochen nur mit 75% Prozent der Normalkapazität und der Rest wird für die Behandlung von COVID-19-Patienten benötigt. 50% sind Notfälle und 25% Prozent Fälle, die nicht ohne Schaden für die Gesundheit bis nach der Pandemie verschiebbar sind. Deren Behandlung muss aufrechterhalten werden.

Die Lockerungen des momentanen kleinen Lockdowns werden die Situation für die alle Kliniken in Deutschland noch verschärfen. „Wir sind an unsere Kapazitätsgrenzen gestoßen. Wir plädieren für eine Verschärfung der Regelungen mit einem vorübergehend vollen Lockdown. Nur so sind ein weiterer Anstieg der Neuinfektionen und damit ein Anstieg der Zahl stationärer COVID-19-Patienten und erkrankender Klinikmitarbeiter zu vermeiden“, so der dringende Appell von RKH Kliniken-Geschäftsführer Professor Dr. Jörg Martin an die Öffentlichkeit und Politik. Nicht nur die Bürgerinnen und Bürger, sondern auch die Mitarbeiter der Kliniken sind und werden selbst Opfer der hohen Inzidenzzahlen, was dringend zu verhindern ist.

Landrat Christoph Schnaudigel ergänzt diese Pressemeldung der RKH so:

(PM)  „Die Situation ist ernst, die Pandemie muss weiterhin mit allen Mitteln bekämpft werden, damit das Gesundheitssystem nicht überlastet wird“, unterstützt Landrat Dr. Christoph Schnaudigel die gemeinsame Erklärung der Kliniken in der Region Karlsruhe. Diese hatten unter der Überschrift “Kliniken im Alarmmodus“ deutlich gemacht, dass die medizinische Versorgung mittelfristig nur dann aufrechterhalten werden kann,

wenn die Infektionszahlen nachhaltig gesenkt werden und an die Politik appelliert, noch vor Weihnachten weitere Maßnahmen zur Verhinderung der weiteren Ausbreitung des Virus zu treffen. An die Einwohnerschaft geht die Aufforderung, die Schutzmaßnahmen konsequent einzuhalten und die Kontakte auf ein Mindestmaß zu beschränken.

„Dem ist nichts hinzuzufügen“, betont der Landrat, sowohl in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender der Kliniken des Landkreises Karlsruhe gGmbH, als auch als Behördenleiter des Gesundheitsamts, „denn trotz aller Anstrengungen gelang es dem Gesundheitsamt zwar, den steilen Anstieg der zweiten Coronawelle zu stoppen, nicht jedoch die Infektionszahlen deutlich zu senken. Diese haben sich auf hohem Niveau eingependelt, was bedeutet, dass die Lockdown-Light-Maßnahmen nicht ausreichen.“ Deshalb begrüßt er auch die aktuellen weitgehenden Beschränkungen der Landesregierung und setzt nach wie vor auf die Einsicht der Bürgerinnen und Bürger. „Die Bilder aus überlasteten Kliniken und der jetzige gemeinsame Appell der regionalen Krankenhäuser müssten eigentlich dazu anhalten zu überdenken, ob jeder persönliche Kontakt wirklich nötig ist.“

Mit unverminderter Kraft setzt das Gesundheitsamt derweil die Kontaktnachverfolgung fort. Die Schichtpläne sind über die Weihnachtsfeiertage und über den Jahreswechsel gemacht, die weitere Unterstützung von Bundeswehrsoldaten gesichert und auf der Homepage des Landratsamts ist auch ein Portal freigeschaltet, bei dem Freiwillige ihre Hilfe anbieten können: sowohl für die Kontaktpersonennachverfolgung als auch für die vier Impfzentren, die momentan im Stadt- und Landkreis Karlsruhe aus dem Boden gestampft werden, um Massenimpfungen durchführen zu können, sobald der Impfstoff verfügbar ist.

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