Keine Geschwindigkeitsbeschränkung im Wössinger Westen

Für Versetzung des Ortseingangsschildes reichen die rechtlichen Voraussetzungen nicht

Das Ortseingangsschild im Wössinger Westen wird in der Bevölkerung immer wieder wegen seiner unglücklichen Platzierung kritisiert. Die Kritik schlägt auch in der Walzbachtaler Gemeindeverwaltung auf. Seit 2019 wird sie immer wieder darum gebeten, das in Höhe des ehemaligen Edeka-Gebäudes stehende Schild mehr in Richtung Hofladen Unterweger zu versetzen.

Doch die Verkehrsbehörde im Landratsamt hat entsprechenden Anregungen jedes Mal vehement widersprochen. Die derzeit geltende Verkehrsregelung sei in einem längeren Prozess zwischen der Gemeinde Walzbachtal, der zuständigen Straßenverkehrsbehörde beim Landratsamt Karlsruhe und der Polizei diskutiert und mit der verkehrsrechtlichen Anordnung vom 17. Januar 2019 festgelegt worden.

Eine Einschränkung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf weniger als 60 Kilometer pro Stunde wäre rechtlich nicht begründbar, heißt es in der Anordnung so berichtete Hauptamtsmitarbeiterin Mirjam Müller-Dietzel bei einem erneuten Anlauf dem Gemeinderat. Bereits ohne Geschwindigkeitsbeschränkung seien bei einer Seitenradarmessungen im September 2018 eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 70 km/h gemessen wurde. Es gebe auch nach einer erneuten Prüfung „absolut keine Möglichkeit, das zu ändern“, meinte Müller-Dietzel. Sie hoffe, dass wir damit leben können, so wie das Schild steht. Ihre Einschätzung, dort könne man sowieso nicht überholen, brachte ihr allerdings Gelächter aus dem Gemeinderat ein.

Timur Özcan wies darauf hin, dass das der Standort des Schildes in engem Zusammenhang mit der baulichen Situation vor Ort beurteilt werden müsse. Diese Stelle reiche eben nicht aus für die gewünschte Veränderung. Erst jüngst habe er Gespräche mit der Verkehrsbehörde geführt und dabei sei er noch einmal darauf hingewiesen worden, „dass diese Entscheidung leider nicht in unserer Hand liegt“. Er werde aber sofort eine neue Überprüfung veranlassen, sobald sich dort die baulichen Gegebenheiten dazu entwickeln würden.

Mit dieser Einschätzung wollte sich wollte sich Tino Villano (CDU) nicht abfinden. Die Entscheidung möge zwar verwaltungsrechtlich korrekt sein, meinte er. Er sei darüber dennoch mächtig verärgert, denn wenn an der Stelle einmal ein Unfall passiert, „dann wird das mit der Verwaltung heimgehen“. Letztlich stimmte jedoch auch er wie alle anderen Gemeinderäte der Einschätzung des Bürgermeisters zu.

Einstimmig billigte der Gemeinderat auch einen Antrag des FC Viktoria Jöhlingen zur Bezuschussung eines Um- beziehungsweise Neubaus seiner Flutlichtanlage. Für die anerkannten Baukosten von 37500 Euro erhält er Fußballverein einen zehnprozentigen Zuschuss von 3750 Euro. Zur Kenntnis nahm der Gemeinderat die geplante Wahlhelferentschädigung für die Bundestagswahl am 26 September in Höhe von 50 Euro. Auf Antrag von Andrea Zipf soll die Zahl der Wahlplakate auf 15 pro Partei beschränkt werden.

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Kommentare (6)

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    Nachbar

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    Dann aber bitte auch das Ortsschild an der Hasenhalle in Jöhlingen weiter in den Ort verschieben und zwar auch bis dahin, wo beidseitig Bebauung beginnt, damit man da ordentlich mit 100 an den spielenden Kindern vorbei rasen kann. Dann hätten wir wenigstens die Möglichkeit Strichliste zu führen und müssen nicht nur die Kinder beklagen, die in Wössingen vom Fahrradweg auf der ReWe-Seite zum Turnen über die Straße müssen.

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    wessinga

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    Jetzt steht westwärts auf höhe Ortsschild ein 60 km/h.
    Höchste Eisenbahn!

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      Wheasel

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      Als Antwort auf: Keine Geschwindigkeitsbeschränkung im Wössinger Westen Als Antwort auf: wessinga
      Seit wann steht da bitte ein 60er Schild? Da war doch immer 100km/h? 😭🙄

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        Bernhard

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        Von Jöhlingen kommend nach Wössingen besteht eine Geschwindigkeitsbeschränkung von 60 Km ab der großen S-Kurve, und diese Beschränkung wird auch nach der Kurve bis zum Ortsschild nicht mehr aufgehoben. Das war auch schon früher so, unabhängig vom Standort des Ortsschildes.
        Bei der Ausfahrt von Wössingen Richtung Jöhlingen steht parallel zum Ortsausgangsschild ebenfalls ein 60-Km-Schild, und dieses stand soweit ich mich erinnern kann auch schon früher dort.
        Hier sind und waren also m.W. noch nie 100 km/h erlaubt.

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          Wheasel

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          ls Antwort auf: Keine Geschwindigkeitsbeschränkung im Wössinger Westen
          @Bernhard,
          also Richtung Wössingen sind die 60km/h schon immer, aber Richtung Jöhlingen hätte ich wetten können, das Schild ist neu, das beim Unterweger dagegen gibt’s auch schon länger….

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    Immer nur Ausreden

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    Als Antwort auf: Keine Geschwindigkeitsbeschränkung im Wössinger Westen
    Die „wir sind nicht zuständig“ Ausrede kann ich nicht mehr ertragen. Es wird Zeit, dass unser Herr Bürgermeister da Druck auf allen Ebenen macht. Bloß weil man 2019 sich auf eine Regelung geeinigt hat und das LaRa jetzt zu flägmatisch ist, dies aufgrund neuer Erkenntnisse zu überarbeiten, darf sich Herr Özcan nicht so leicht geschlagen geben. Es wird Zeit, dass er wenn nötig regelmässig beim LaRa persönlich vorstellig wird, den zuständigen Sachbearbeiter vor Ort zitiert, wenn der nicht will den Landrat anruft, etc…Im übrigen ist das nicht die einzige Stelle, bei der vor allem die einfahrenden Straßenverkehrsteilnehmer die Geschwindigkeitsbegrenzung nicht beachten. Einfahrt Wössingen aus Richtung Königsbach ist eine einzige Sauerei, analog dazu auch die Einfahrt von der B293 kommend nach Wössingen oder eben auch Einfahrt Jöhlingen von Weingarten kommend (Hasenhalle). Hier gehören rigoros Blitzer an allen Ortseinfahrten aufgestellt! Andere Gemeinden kriegen das doch auch hin, nur in Walzbachtal wird mal wieder geschnarcht. Herr Özcan – bitte mal handeln und liefern!

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