Kein Bio für Jöhlinger

Gemeinderat lehnt Sammelstelle im Unterdorf ab

Abgelehnt hat der Walzbachtaler Gemeinderat einen Antrag des FDP-Ortsverbandes und der FDP-Gemeinderatsfraktion, eine Sammelstelle für Bioabfall im Ortsteil Jöhlingen einzurichten. Grund: die finanzielle Situation der Gemeinde sei derzeit so schlecht, dass sie eine solche Einrichtung nicht hergebe, begründete Bauhofleiter Sebastian Engel die Ablehnung.

Die Anlieferungszahlen im Wertstoffhof seien nach dem vom Landkreis Anfang dieses Jahres eingeführten Bringsystem massiv in die Höhe gegangen. Mit der Annahme des Biomülls sei man Anfang des Jahres vor einer neuen Herausforderung gestanden. Mit der Erweiterung der Öffnungszeiten seit 2021 wurde ein Schritt für die Entlastung des Wertstoffhofes geschaffen.

Da bereits ein Kombihof in Walzbachtal existiere, könnten keine zusätzlichen Gelder für die Einrichtung einer weiteren Sammelstelle abgerufen werden. An den Ortsrändern von Jöhlingen, in Richtung Weingarten oder Wössingen, besitze die Gemeinde kein Grundstück für die Einrichtung einer weiteren Sammelstelle. Ein passendes Grundstück würde hohe Kosten verursachen. Die Einrichtung eines weiteren Platzes sei nicht unter 100.000 Euro realisierbar, sagte Engel. Für den laufenden Betrieb würden monatlich Unterhaltungskosten von rund 8.000 Euro anfallen.

Eine solch kleine Einheit sah Sascha Fanz (FDP) trotz der knappen Kasse der Gemeinde als durchaus finanzierbar an. Das sei schon lange der Wunsch der Jöhlinger. Er als Ur-Jöhlinger sehe das genau so, meinte Uwe Volk (SPD). Wo jedoch sein Herz ja sage, da sage sein Verstand nein, meinte er, bat allerdings darum „diese Möglichkeit nicht aus den Augen zu verlieren“. Unterstützung erhielt die FDP-Fraktion aber lediglich noch von Rainer Braun, Tino Villano und Ernst Reichert. Der Antrag wurde mit großer Mehrheit abgelehnt. Einstimmig billigte Gemeinderat hingegen eine neue Benutzerordnung für die Datenzentrale Komm.ONE. Ein Zweckverband, der aus diversen baden-württembergischen Rechenzentren gebildet worden war. Die vorher existierenden Verträge wurden an den neuen Zweckverband angepasst. Das sei eine reine Formalie meinte Hauptamtsleiterin Julia Walther. Finanziell mache sich das mit einer Kostenerhöhung von 9700 Euro bemerkbar.

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Kommentare (3)

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    Madro

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    Als Antwort auf: Kein Bio für Jöhlinger
    Na dann alle ins Auto und fahrt das Eimerchen zur Sammelstelle ins nächste Dorf! Alles der Umwelt zuliebe…..

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      Waidelich Arnd

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      Ein bisschen überinterpretiert: In die Wössinger Sammelstelle dürfen die Jöhlinger Bürger ihre Bio-Abfälle ja weiter bringen.

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        Jöhlinger

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        Als Antwort auf: Kein Bio für Jöhlinger Als Antwort auf: Waidelich Arnd
        …und ich dachte immer, wir sind Walzbachtaler 😉
        @Madro: wahrscheinlich würdest du auch dein Eimerchen mit dem Auto nach Jöhlingen zur Sammelstelle bringen, wenn sie denn gekommen wäre, oder?
        Die Entscheidung ist absolut nachvollziehbar, nur fänd ich es besser, jeder hätte eine Biotonne. Vielleicht sollte das Konzept zur Biomüllentsorgung eher hinterfragt werden? Ich hätte nämlich dann gerne das Gleiche auch für den Restmüll. In anderen Ländern gibt es übrigens zentrale Mülltonnenplätze, die nicht überwacht bzw. betreut werden. Da wird dann alles hingebracht. Vorteil hier, keiner hat mehr Mülltonnen, die Müllabfuhr ist effizienter geworden.

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