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Kapelle zeigt Flagge

Klaus-Peter Sprißler: „Auch in schlechten Zeiten für die Jöhlinger da“

In Corona-Zeiten waren Demonstrationen ja lange verboten. Die Grundgesetz Einschränkungen wurden und werden nicht von allen goutiert und teilweise auch angefochten. In den letzten Wochen ächzen die Verwaltungsgerichte unter den Klagen gegen die Demonstrationsverbote.  Viele der Klagen waren in den letzten Tagen erfolgreich.

Mit solchen Problemen musste die Jöhlinger Feuerwehrkapelle nicht kämpfen.

Als Musikzugführer Klaus Peter Sprissler Flagge und den Jöhlingern zeigen wollte, „dass wir auch in schlechten Zeiten noch für sie da sind“, wie er am Ende einer Demonstration seiner Kapelle formulierte, da wählte er dazu genau dieses Mittel. Einen normalen Umzug hätte er in Corona-Zeiten dafür nie genehmigt bekommen.

Er musste mit diesem Wunsch vor kein Gericht ziehen. Die Genehmigungen von Landratsamt, Gemeindeverwaltung zu bekommen war ein Leichtes und die Begleitung durch die Walzbachtaler Feuerwehr sowieso. Mit den gebotenem Auflagen des „Social Distancing“ natürlich, wie es in aller Öffentlichkeit ohnehin nicht anders geht. Schon als die 22 Musiker sich auf dem Parkplatz des TSV Jöhlingen formierten, wurden die 1,5 Meter Sicherheitsabstand eingehalten und das blieb bis zum Abschluss bei TSQuadrat im Gewerbegebiet „Hoffmanns Seite“ so. Abgesichert wurde die Gruppe auf der ganzen Strecke von Mitgliedern der Feuerwehr mit einem rot-weißen Absperrband.

Dirigent Jürgen Knam vorneraus mit Maske und selbst die dreiköpfige Schlagzeugabteilung musste Maske tragen. Nur bei den 19 Blasmusikern wäre das Ganze mit Mundschutz wohl schlecht zu realisieren gewesen. Sie allein durften denn auch auf die Maske verzichten.

Mit dem „Social Distancing“ wurde es in den Reihen der Zuschauer nicht ganz so vorbildlich realisiert. Und Zuschauer gab es reichlich. Das Projekt der Feuerwehr hatte sich ohne jegliche Öffentlichkeitsarbeit im Dorf herumgesprochen. Der Straßenrand war gesäumt von Neugierigen, die sich die Klänge und das Aufbegehren der Feuerwehrkapelle nicht entgehen lassen wollten. Aus den Fenstern winkten diejenigen, die durch die Marschmusik auf die Fröhlich-Demo aufmerksam geworden waren.

„Gigantisch“ fiel denn auch das Resümee aus, das Klaus-Peter Sprißler am Ende zog, kurz bevor sich die Kapelle sehr schnell wieder auflöste. Mit so viel Resonanz auf den Straßen habe er nicht gerechnet, einte der Musikzugführer.

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Kommentare (10)

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    Thorsten

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    Als Antwort auf: Kapelle zeigt Flagge
    Gemeinsame Blasmusik kommt mir reichlich leichtsinnig vor. 1,5m Mindestabstand gilt für Personen, die normal sprechen. Kein Mensch weiß genau, wie weit Erreger durch Blasinstrumente geschleudert werden können, auch Landratsamt und Gemeindeverwaltung nicht. Solange Schulen und Kitas geschlossen sind, sollten sich alle mit derartigen Späßen zurückhalten!

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      Anonymous

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      Als Antwort auf: Kapelle zeigt Flagge Als Antwort auf: Thorsten
      Zu der Bemerkung „Kein Mensch weiß genau, wie weit Erreger durch Blasinstrumente geschleudert werden können“ – doch das wurde bereits untersucht: Damit beschäftigen sich zwei aktuelle Studien der Universität der Bundeswehr München und der Berliner Charité. Wie stark Bläser im Falle einer Infektion die Viren in ihrer Umgebung? könnten potenzielle Virenüberträger sein. Beide Studien sind sich einig: Sowohl bei Blech- als auch bei Holzbläsern ist die Infektionsgefahr nicht so hoch wie oft angenommen. Denn der Luftstrom, den Bläser freisetzen, ist generell geringer als beim Sprechen. Bei Blechbläsern ist der in Schwingungen versetzte Luftbereich nicht einmal einen halben Meter lang, so die Messungen der Bundeswehr-Studie. Bei Holzbläsern sieht das zwar anders aus – Klarinettisten könnten immerhin Strömungsbewegungen über einen Meter Länge erzeugen. Aber außerhalb dieses Bereichs sei eine Virenübertragung „äußerst unwahrscheinlich“, so die Bundeswehr-Wissenschaftler.
      Bevor man gegen die Aktion der Feuerwehrkapelle zur Attacke bläst, sollte man sich vielleicht vergewissern, ob der Beitrag nicht unter die Rubrik „unqualifizierte Panikmache“ fällt.

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    Steffi

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    Als Antwort auf: Kapelle zeigt Flagge Klaus-Peter Sprißler: „Auch in schlechten Zeiten für die Jöhlinger da“
    … zumindest sind die Spucker in Jöhlingen geblieben….. Wurde deshalb die Mautsäule demontiert ? ist dies noch keinem der LKW Motzer aufgefallen ?

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    Anonym

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    Als Antwort auf: Kapelle zeigt Flagge
    Die Idee war sicherlich gut gemeint. Aber die Menschenansammlungen auf dem Kirchplatz bis hin zum Metzger auf der Hauptstrasse – hat da jemand dran gedacht und kontrolliert? Ich denke nicht. Ich bin mit dem Auto durch den Ort gefahren und habe gedacht ich sehe nicht richtig.

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    Thorsten

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    Als Antwort auf: Kapelle zeigt Flagge
    Zwei neue positive Corona Test in Walzbachtal zwischen 8.5. und 12.5. lt. Landratsamt KA. Leute, bitte haltet euch zurück.

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    Ein Schelm

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    Als Antwort auf: Kapelle zeigt Flagge
    Solange es keine wissenschaftliche belegte Klarheit gibt könnte man ja ein gewisses Maß gesunden Menschenverstandes walten lassen. Jeder der schon einmal eine Person im Gegenlicht hat sprechen sehen, sollte eigentlich wissen dass hier Tröpfchen unweigerlich in die Umgebung abgegeben werden. Die große Mehrheit der, so scheint mir, doch entsprechend erfahrenen Mediziner, Wissenschaftler und Virologen ist sich ja zumindest darin einig dass dieser Übertragungsweg einen Großteil der Infektionen ausmacht. Nun ja, schon seit Beginn der Krise muss ich beobachten dass sich viele einfach nicht an die Regeln halten. Im privaten Bereich ist das entsprechend schwierig zu kontrollieren und sanktionieren. Aber man hätte seitens Gemeinde und Landratsamt ja zumindest im öffentlichen Bereich etwas mehr Positionierung erwarten können.
    Mich beschäftigt da aber noch viel mehr die andere Sicht auf diese Aktion. Ist es denn nicht so, dass die Feuerwehrkapelle als Abteilung der Freiwilligen Feuerwehr gilt und damit kein eingetragener Verein ist; und somit über die Gemeinde / Steuergelder finanziert wird? Und als Mitglied in verschiedenen Vereinen stelle ich mir dann schon die Frage, ob denn der Herr Feuerwehrkommandant für diesen überflüssigen Einsatz seine Aufwandsentschädigung für ehrenamtliche Tätigkeiten entsprechend der Gemeindeverordnung auch eingestrichen hat?
    Und ob es denn sinnvoll ist, in einer Krisenzeit in der Angehörige von Polizei und Rettungsdiensten umso mehr dazu angehalten sind die Einsatzbereitschaft nicht durch fahrlässige Aktivitäten zu gefährden, diese Aktion mit zwei Einsatzfahrzeugen (diese sind ja auf den veröffentlichten Fotos gut zu erkennen) zu begleiten. Das gilt auch für die KameradInnen die für Verkehrssicherungsmaßnahmen zuständig waren und den Zug gesichert haben.
    Welche Kosten sind denn für den Betrieb der Fahrzeuge angefallen? Musste sich auch die Gemeinde mit entsprechendem Verwaltungsaufwand des Themas annehmen und eine Sondergenehmigung erteilen, sind ja sicherlich auch hier Kosten angefallen.
    Nun gut, dass der Amtsleiter des Landratsamtes ein Mann aus eigenen Reihen der Kapelle ist (https://nadr.de/karrieresprung/) und die Genehmigung „ein Leichtes“ war, spricht Bände. Ob diese Genehmigung für einen Musikverein aus den benachbarten Gemeinden auch so leicht gefallen wäre? Ob die Oldtimerrundfahrt des Bulldogteams, oder Platzkonzerte eines Posaunenchors auch so einfach genehmigt würden? Da könnte ja jeder kommen.
    Da wäre es doch schön wenn die Gemeinde die o.A. Kosten einfach summiert und völlig unbürokratisch jedem einzelnen Verein in Walzbachtal den gleichen Betrag zukommen lässt. Eine tolle Geste in diesen Zeiten, wie ich finde. Aber da gibt es ja einen kleinen Haken. Die Gemeinde steht ja finanziell mit dem Rücken an der Wand – hätte ich beinahe vergessen. Jeder ist sich selbst der Nächste.

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    S.Fabry

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    Als Antwort auf: Kapelle zeigt Flagge
    Sie müssen ja Sorgen haben…..

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    Reiner Braun

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    Antwort auf Kapelle zeigt Flagge.
    Ich finde es schade dass Hr A. Waidelich Kommentare ohne Namen hier zulässt. Wer was zu sagen oder zu schreiben hat, sollte nicht mit Anonym oder als „Schelm“ seine Meinung abgeben, wenn so eine Aktion der Bevölkerung gut tut!

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      Waidelich Arnd

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      Die Debatte anonyme Kommentare zulassen hatten wir hier auf NadR schon mehrfach. Mein Grundsatz: Klarname ist das Optimum. Anonym geht aber auch unter der Voraussetzung, dass der Kommentator sachlich bleibt. Diese Möglichkeit zu beschneiden, würde – diesen Eindruck habe ich – viele vom Kommentieren abhalten. Das andererseits würde durchaus interessante, oftmals auch abweichende Meinungen nicht zum Ausdruck kommen lassen.

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