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Die kleine Eva weint (II)

Knittlingen bei der Beerdigung von Manfred Durban im Ausnahmezustand

Knittlingen trauert. Unter dieses Motto hätte man den Freitag stellen können. Die Fauststadt hatte sich am Nachmittag in Gänze in Trauer gehüllt. Mit Manfred Durban trug sie einen ihrer bekanntesten Köpfe zu Grabe. Und: ein Gutteil zumindest der bundesdeutschen Musikszene schaute zur Fauststadt. Dunkel gekleidete Beerdigungsgäste, die gen Friedhof eilten, bestimmten das Straßenbild. An allen Ecken und Enden hatten Beamte des Polizeireviers Mühlacker Aufstellung genommen. „Wir sind von der Stadtverwaltung gebeten worden,“ so schilderte der stellvertretende Revierleiter Siegfried Albrecht die Einsatzlage, „die Verkehrsregelung zu übernehmen und die erwarteten Verkehrsströme aus der Innenstadt fern zu halten“. Überdies hatten acht Helfer des Deutschen Roten Kreuzes unter der Leitung von Hans-Joachim Smilowski an mehreren Stellen in und um den Friedhof Aufstellung genommen.

Der Bereich um den Friedhof herum war auf Wunsch der Familie weiträumig abgesperrt. An allen Eingängen hatten Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma Aufstellung genommen. Ihr war nach eigenen Angaben von der Stadtverwaltung das Hausrecht überlassen worden. Deren Mitarbeiter achteten peinlich genau darauf (auch das sei der Wille der Familie gewesen), dass keine Fotoapparate mit auf den Friedhof genommen werden durften. Die Stadtverwaltung sei – so bestätigte Siegfried Albrecht – zunächst von mindestens 2000 Besuchern ausgegangen, am Morgen sei sogar die Rede von 3500 bis 4000 Besuchern gewesen.

Erwartungen, die sich allerdings nicht bewahrheiteten. In den Reihen der nach Angaben von Pfarrer Thomas Veit 600 gestuhlten Plätze in und um die Aussegnungshalle fand sich noch die ein oder andere Lücke. Mit den Zaungästen zusammen dürften dann aber doch tatsächlich etwa 600 Besucher die Predigt von Pfarrer Thomas Veit und die Ansprache von Bürgermeister Heinz-Peter Hopp verfolgt haben.

Gerüchte rankten sich auch um die Anwesenheit von vielen Stars aus der Schlagerbranche. Der Name Helene Fischer wurde mehrfach genannt. Sie wurde jedoch ebenso wenig gesichtet wie andere Stars und Sternchen. Selbstverständlich war hingegen die Anwesenheit der Ex-Flippers von Bernd Hengst und Olaf Malolepski.

Hans Veit brachte auch deren Trauer zum Ausdruck. Unzählige Menschen hätten in den letzten Tagen reagiert und ihre Betroffenheit und Verbundenheit gezeigt, meinte der Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde in seiner Predigt. Manfred Durban sei für ihn ein besonderer Mensch gewesen. Ohne Starallüren ganz menschennah und bodenständig sei er mit allen umgegangen. Das hänge sicherlich damit zusammen, dass er eine ebensolche Erziehung zu Hause und berufliche Ausbildung erhalten habe.

Darauf wies auch Heinz-Peter Hopp, der Durban als seinen persönlichen Freund bezeichnete, in seiner Trauerrede hin. Dass sich so viele Menschen von ihm verabschieden wollten, sei die Frucht seiner bodenständigen, menschennahen Art, die er in der Traueranzeige so zusammengefasst habe: „Dein Humor, deine ehrliche Art und deine Herzenswärme werden uns fehlen

„Dein Humor, deine ehrliche Art und deine Herzenswärme werden uns fehlen.“



Veit ließ viele Stationen des Durbanschen Lebenswegs Revue passieren. Dabei habe er neben Höhen auch viele Tiefen erlebt. Musikalisch etwa, als in den Hitparaden fast nur noch englische Songs eine Chance hatten und er im Betrieb seines Schwiegervaters arbeiten musste. Das Leben von Manfred Urban habe reiche Früchte getragen. Seine Musik habe Millionen von Menschen erfreut. Viele blickten dankbar zurück, weil sie von ihm ganz praktisch Hilfe und Liebe erfahren haben, meinte Veit ehe sich die Trauergemeinde ans Grab begab, wo neben dem Pfarrer sich auch Bernd Hengst mit einem „Mach`s gut Manfred“; von einem Musikerkollegen verabschiedete.



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Kommentare (2)

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    Dieter Fachinger

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    Zum Artikel Jetzt weinte die kleine Eva wirklich

    Ich möchte mein herzliches Beileid aussprechen es tut weh wenn man einen lieben Menschen verliert ich habe seine Musik gerne gehört als er noch bei den Flippers war ein lieber guter Mensch ist von uns gegangen halten sie in in guter Erinerung

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    Udo Diekmann

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    Zum Artikel Jetzt weinte die kleine Eva wirklich

    Es tut mir in der SEELE weh, das MANFRED schon von uns gegangen ist. Ich war viele Jahre von der MUSIK begeistert, die drei waren einmalig.
    Meine HERZLICHE Anteilnahme an seine hinterbliebenen.
    MANFRED , RUHE IN FRIEDEN.

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