Bei der Hitze hilft nur noch untertauchen

Impf-Verweigerer

Apotheker und Tierärzte wollen sich nicht am Impfen beteiligen

„Wer eine Spritze halten kann, soll impfen“ – ein Satz, der in Zeiten der Omikron-Welle gewaltig an Bedeutung gewinnt. Nicht zuletzt aufgrund der Mutante hat der Bundestag ein „Gesetz zur Stärkung der Impfprävention gegen COVID-19 und zur Änderung weiterer Vorschriften im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie“ beschlossen.

Es soll Tierärzten und Apothekern die Teilnahme an der Impfaktion ermöglichen. Von der Möglichkeit wird in den Praxen und Apotheken im Verbreitungsgebiet der Hardtausgabe noch kein Gebrauch gemacht. Alle von der Redaktion kontaktierten Tierärzte sehen dies überwiegend skeptisch. So lange haftungsrechtliche und abrechnungstechnische Details nicht geklärt seien, werde sie sich an der Impfaktion nicht beteiligen, erklärte eine Graben-Neudorfer Tierärztin. Sie berichtete aber von der Variante, dass sie von einem Hausarztkollegen gebeten worden sei, sich bei Impfaktionen in seiner Praxis zu beteiligen.

Ganz ähnlich sehen die Gesetzesnovelle die Apotheker. Er würde sich nicht dagegen verschließen, sagt Patrick Brauch, der drei Apotheken in Wössingen, Jöhlingen und Wöschbach betreibt. Im Rahmen der Pandemie habe er ohnehin schon viele Aufgaben übernommen, die bisher nicht zu seinem gewohnten Aufgabengebiet zählen. Im Moment allerdings sei das überhaupt kein Thema für ihn. Und das nicht nur, weil die gesetzlichen Grundlagen noch nicht rechtssicher gelegt seien.

Eine viel größere Hürde sieht er in der mangelnden Verfügbarkeit der Impfstoffe. Noch nicht einmal die Hausärzte erhielten sie ausreichend. Deren Kontingente seien ohnehin beschränkt und lägen weit unter den Mengen, die sie gerne verimpfen würden. Immer wieder stehe er vor der Situation, dass er bestellte Dosen den Hausärzten nicht ausliefern könne.

„So lange das noch Fakt ist, ist es doch eine Lachnummer, dass auch Apotheker und Tierärzte impfen sollen“, zeigt er wenig Verständnis für das Ergänzungsgesetz der Ampelkoaltion. Ganz anders würde sich ihm die Situation darstellen, sollte der Impfstoffmangel beseitigt sein. „Wenn sich das einmal ändern sollte, so wäre ich selbstverständlich dabei“, versichert Patrick Brauch.

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